Deutsche Serie bei Sky

"Funeral for a Dog": eine grandiose Roman-Adaption

16.03.2022, 13.25 Uhr
von Andreas Fischer

Liebe, Drogen und ein bisschen Wahn: "Funeral for a Dog" ist eine fulminante Serie über seelische und körperliche Intimitäten.

Dass es kein ganz normales Interview werden kann, das sieht man dem Münchner Journalisten Mandelkern (Albrecht Schuch) auf dem Flug nach Italien sofort an. Er will (oder soll?) den öffentlichkeitsscheuen Bestseller-Autor Mark Svensson (Friedrich Mücke) treffen. Aus ein paar Stunden werden einige Tage, die Mandelkern nicht nur mit dem Schriftsteller, sondern auch mit den Protagonisten seines Romans verbringt.

Er taucht immer tiefer ein in eine Geschichte, die er zu kennen glaubt, aber über die er nichts weiß: Von der ersten Einstellung auf dem Klo eines Flugzeuges an entfaltet die achtteilige Serie "Funeral for a Dog" einen fatalen Sog in fremde Leben. Die grandiose Verfilmung des Romans "Bestattung eines Hundes" von Thomas Pletzinger ist ab 17. März bei Sky und Sky Ticket zu sehen.

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"Wir freuen uns über Leben im Haus", hört Mandelkern kurz nach seiner Ankunft in der Villa des Schriftstellers. Sein eigenes Leben entgleitet dem Journalisten gerade. Dass er länger am Luganer See bleiben wird als geplant, kommt ihm nicht ungelegen. Mandelkern lässt sich gern hineinziehen in eine epische Geschichte von Liebe und großen Träumen, eine Geschichte, die in Südamerika unter Drogeneinfluss beginnt, an den Polarkreis führt und nach New York City am 11. September 2001. Es ist aber auch eine Geschichte, deren Wahrheit nicht in allen Details der autobiografischen Erinnerung in Svenssons Roman entspricht.

Dreiecksgeschichte endet tragisch

Was Mandelkern nach und nach mitbekommt, weiß das Publikum immer etwas früher – weil die Inszenierung von David Dietl und Barbara Albert Gegenwart und Vergangenheit parallel erzählt. Während sich Mandelkern Gedanken über seine scheiternde Ehe macht, lernen Svensson und sein bester Freund Felix (Daniel Sträßer) zwölf Jahre zuvor in Kolumbien die schöne Ärztin Tuuli (Alina Tomnikov) kennen. Sie leben und lieben sich – in einer Menage à trois, die wie alle guten Dreiecksgeschichten tragisch enden muss.

Sich anderen nähern, um sich selbst zu finden: "Funeral for a Dog" ist eine großartige Reflexion über Schicksalsfragen, die von einer einfühlsamen Regie und den fantastischen Bildern von Kameramann Frank Griebe lebt. Nicht zuletzt aber von durch die Bank brillanten Darstellern: Vor allem Albrecht Schuch ("Berlin Alexanderplatz", "Bad Banks") liefert als Journalist in einer Sinn- und Lebenskrise die ideale Projektionsfläche, für alles, was man jahrelang verbergen, verheimlichen, verdrängen kann.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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