12.10.2020 Hannes Ringlstetter im Interview

Gespräche mitten aus dem Leben

von Sarah Schneidereit
Caro Matzko und Hannes Ringlstetter.
Caro Matzko und Hannes Ringlstetter.  Fotoquelle: BR/Markus Konvalin

Schauspieler und Musiker Hannes Ringlstetter moderiert die neue Talkshow "Club 1" im Ersten. Das Besondere: Er weiß vorher nicht, wer seine Studiogäste sind.

TV-TIPP

"Club 1"

Dienstag, 27. Oktober

22.50 Uhr

ARD

Herr Ringlstetter, was hat es mit dem Namen "Club 1"auf sich?

Im ORF gab es die legendäre Diskussionsrunde "Club 2", in der Größen wie Nina Hagen aufgetreten sind. Unser Produzent ist Österreicher und fand es witzig, die Sendung "Club 1" zu nennen, da wir ja im Ersten zu sehen sind.

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Sie wissen vorher nicht, wer bei Ihnen zu Gast ist. Wessen Idee war das?

Die Idee stammt tatsächlich von mir. Als ich gehört habe, dass ich im Ersten eine eigene Talkshow kriegen soll, dachte ich nur "Oh Gott, nicht noch eine." Es gibt nun wahrlich genug Formate dieser Art, überall wird geplaudert. Deshalb habe ich mich gefragt, was ich denn als Zuschauer gerne mal sehen würde. Ich fände es spannend, wenn man Gespräche hat wie im richtigen Leben. Dass man sich begegnet, ohne bereits alles übereinander zu wissen und dass man sich wirklich aufeinander einlässt. Ich hätte nicht gedacht, dass der Bayerische Rundfunk das mitmachen würde, da der Verlauf der Sendung ja ziemlich spontan und überraschend sein kann. Umso mehr freut es mich, dass das Konzept umgesetzt wird. Damit können wir Strukturen aufbrechen und mal mehr Risiken eingehen. Also genau das machen, was viele gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen vermissen.

Haben Sie denn gar keine Angst, unvorbereitet in die Sendung zu gehen?

Nein, wieso? Ich glaube, dass Improvisation schon immer meine Stärke war. Sonst hätte ich so etwas auch gar nicht gemacht. Ich kann gut spontan auf mein Gegenüber reagieren. Davon abgesehen bin ich der Meinung, dass wir oft zu vorbereitet sind. Ich kenne das ja aus meiner anderen Sendung im Dritten. Man ist so sehr in der Situation drin, dass man es nicht schafft, den sicheren Boden zu verlassen und mal ein völlig anderes Terrain zu betreten.

Und wie gehen Sie damit um, wenn Sie mit Ihrem Gegenüber nicht harmonisieren?

Auch davor habe ich keine Angst. Menschen können nun mal nicht mit jedem gut. Und das ist okay. Spaltung ist in unserer Gesellschaft gerade so ein großes Thema, dennoch wird es im Fernsehen so gut wie gar nicht aufgegriffen. Es ist doch gut, wenn sich zwei Menschen unterhalten, die aus zwei verschiedenen Welten kommen oder unterschiedliche Positionen vertreten. Das hat einen gewissen Unterhaltungswert, gerade dann, wenn es mal nicht ausdrücklich um Politik geht.

Die Redaktion und Ihr Sidekick Caro Matzko wissen vorher, wer zu Gast sein wird. Versuchen Sie, aus ihnen etwas herauszubekommen?

Nein, ich lasse mich einfach auf das Ganze ein. Mir ist es auch egal, aus welchem Bereich die Studiogäste kommen.

Wie sieht denn Ihre Vorbereitung auf "Club 1" aus?

Das klingt jetzt vielleicht etwas esoterisch, aber ich muss gut bei mir, ausgeschlafen und nüchtern sein. Nicht die mentale Einstellung, sondern die emotionale ist wichtig. Vielleicht kann man das mit einem Sportler vergleichen, der gleich aufs Feld geht und sich seinem Gegner stellt.

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