28.01.2020 Henry Hübchen im Interview

Der Ermittler im Schicksalsdrama

von Stephan Braun
Henry Hübchen als Kommissar Johannes Fischer.
Henry Hübchen als Kommissar Johannes Fischer.  Fotoquelle: Marion von der Mehden / ZDF
TV-TIPP

"Tage des letzten Schnees"

Montag, 3. Februar

20.15 Uhr

ZDF

Henry Hübchen (72) ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Er ist sehr wandelbar, spielt unterschiedliche Rollen. Ein Gespräch über seinen neuen Film.

In "Tage des letzten Schnees" geben Sie einen so in sich ruhenden überaus empathischen Kommissar. Sie brauchen nicht viel, um den Fall zu lösen. Wie gefällt Ihnen diese Rolle?

Henry Hübchen: Es gibt so viele Kommissare, so viele Serien: Da ist es immer die Herausforderung der Autoren, der Regisseure und der Produktion: Wie können wir uns absetzen gegenüber den vielen anderen Kommissaren? Da braucht man eine gute Idee. Das ist schwer bei solch einer Masse an Krimis, insbesondere Krimiserien. Gott sei Dank handelt es sich hier um einen Einzelfilm, bei dem unser Autor Nils-Morten Osburg eine sehr gute Idee hatte. Deshalb gefällt mir diese Figur des Kommissars sehr gut.

Was genau ist der Film? Krimi oder Drama?

Hübchen: Ein Schicksalsdrama mit polizeilicher Ermittlung.

Mit Ihrer Figur des Kommissar Johannes Fischer mittendrin. Fischer ist so klasse: Könnten Sie sich eine Fortsetzung vorstellen?

Hübchen: Ja, sicher. Wenn es eine Idee gibt und eine gute Geschichte für diesen Kommissar Fischer. Es gibt viele Romane, die man gut verwerten kann. Aber eben nicht jeden Roman. Ich würde mich keinesfalls dagegen wehren, aber auch nicht mit aller Macht eine Fortsetzung wollen. Wenn es ein gutes zweites Drehbuch mit dieser Figur in einer anderen Situation geben sollte, dann gerne.

Fischer ist ja nicht der typische Kommissar.

Hübchen: Er ist einer von drei Männern, die einen Schicksalsschlag erleben und erlebt haben, und ihre Frauen dazu. Deshalb ist er hier nicht der typische Kommissar, der im Mittelpunkt steht.

Sie sind so wandelbar und haben viele unterschiedliche Rollen gespielt. Man fragt sich immer: Was spielt der Hübchen denn jetzt?

Hübchen: Das ist doch gut. Ja, sie haben Recht. Ich habe viele unterschiedliche Rollen gespielt, bin hoffentlich nicht so festgelegt. Und da habe ich meine Theaterrollen noch nicht mitgezählt. Genau diese Vielfalt möchte ich mir auch beibehalten. Deshalb habe ich zum Beispiel einmal ein Angebot als Tatort-Kommissar abgelehnt. Ich möchte so etwas nicht über Jahre hinweg machen.

Welche Rolle fehlt Ihnen denn noch? Haben Sie eine Traumrolle?

Hübchen: Nein, es gibt keine Traumrolle. Es gibt nur Traumkonstellationen. Wer hat das Buch geschrieben? Was für ein Budget haben wir zur Umsetzung? Wer führt Regie? Wer die Kamera? Welche Spielpartner gibt es? Wenn alles passt, dann ist das fast wie ein Sechser im Lotto. Wenn es eine gute Konstellation gibt, in der man sich untereinander perfekt austauschen kann, in der auch Mut vorhanden ist, dann steht einem akzeptablen Ergebnis nichts im Weg. Dann kann eine Rolle auch zur Traumrolle werden. Es gibt aber keine Garantien.

Ihre Tochter Theresa schickt sich an, der Filmbiografie ihres Vaters in nichts nachzustehen. Wann ermitteln Sie beide denn einmal gemeinsam in einem Krimi?

Hübchen: Das hat sich bislang nicht ergeben. Ich gehöre auch nicht zu Denjenigen, die versuchen, sich so etwas zu organisieren. Aber vorstellen kann ich mir das schon.

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