Tom (Uwe Ochsenknecht) und Heinrich (Heiner Lauterbach) stellen nach dem Tod ihrer Frau fest, dass diese ein Doppelleben geführt hat. In der eher braven ARD-Komödie müssen die beiden Witwer nun gemeinsame Sache machen.

Lange ist es her, genauer gesagt 35 Jahre, als zwei junge Filmschaffende die deutsche Schauspielszene auf links krempelten. In "Männer", einer Komödie der vielfach ausgezeichneten Regisseurin Doris Dörrie, feierten Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht ihren Durchbruch. Die beiden wurden zu den Gesichtern der deutschen Filmszene, die zuvor Jahre beinahe brach lag. "Dadurch sind Uwe und ich für immer unzertrennlich verbunden", erinnert sich Heiner Lauterbach im Interview an diese Zeit zurück. Auch über drei Jahrzehnte später sind die langjährigen Freunde noch immer gefragte Darsteller. Für die ARD-Komödie "Ihr letzter Wille kann mich mal!" standen sie wieder einmal gemeinsam vor der Kamera.

Als Heinrich (Heiner Lauterbach) und Tom (Uwe Ochsenknecht) zum Notar gebeten werden, erwartet die frischgebackenen Witwer eine faustdicke Überraschung: Die Tote, Sophia, führte offenbar über Jahre ein Doppelleben und war mit beiden verheiratet. Was Heinrich und Tom zunächst für einen makaberen Scherz halten, stellt sich als rechtskräftige Wahrheit heraus. Und es kommt noch schlimmer: In ihrem Testament fordert Sophia eine Seebestattung auf der Insel Neuhever. Der esoterisch angehauchte Tom steht dem Vorschlag positiv gegenüber. Heinrich, ein Staatsanwalt und penibler Paragrafenreiter, sieht das ganz anders,

Doch als die zwei Männer beim nächtlichen Einbruch in das Bestattungsinstitut fast von der Polizei gefasst werden, bleibt dem Duo nichts anderes übrig, als mit Toms Camper zu flüchten – mit der Asche der toten Sophia im Gepäck, versteht sich. Auf dem Roadtrip zur Nordseeinsel schließen die Zwei vorerst Frieden und finden in der schwangeren Anhalterin Ella (Svenja Jung) eine Mitfahrerin. Auf Neuhever angekommen, gibt es aber wieder Uneinigkeit zwischen den Streithähnen. Während Tom Sophias Wunsch nach einer Seebestattung nachkommen will, fordert Heinrich eine klassische Beerdigung. Doch auf Neuhever gibt es weder ein Boot noch einen Pastor. Es ist also Kreativität gefragt.

Die Rollen in Sinan Akkus' Film sind den Hauptdarstellern auf den Leib geschneidert. Heiner Lauterbach verleiht dem miesepetrigen Heinrich eine herrliche Garstigkeit, und Uwe Ochsenknecht gibt überzeugend den chaotisch-naiven Lebemann Tom. Den Kabbeleien zwischen den alten Schauspielrecken hätte etwas mehr Schärfe jedoch gutgetan. Zu oft dümpeln die Dialoge aus der Feder der Drehbuchautorin Maike Rasch in harmlosen und harmoniebedürftigen Gewässern herum. Dem kann selbst der erfrischende Auftritt Svenja Jungs kaum etwas entgegensetzen.

So fehlt es "Ihr letzter Wille kann mich mal!" ein wenig am nötigen Pep, zumal die Geschichte mit Ausnahme der Überraschung zu Beginn relativ stringent und ohne große Wendungen erzählt wird. Schön eingefangen (Kamera: Thorsten Harms) ist aber allemal die beschauliche Umgebung der fiktiven Insel Neuhever. Gedreht wurde größtenteils auf der nordfriesischen Insel Nordstrand.

Ihr letzter Wille kann mich mal! – Fr. 24.01. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH