"37°"-Reportage im ZDF

"Jagdfieber – Die neue Lust an der Pirsch": Die Kurse sind so voll wie nie

von Hans Czerny

Jäger verstehen Jagd als aktiven Naturschutz. Eine ZDF-Reportage zeigt (angehende) Jäger, die nicht um des Schießens willen jagen, sondrn den Lebensraum der Tiere verbessern wollen.

ZDF
37°: Jagdfieber – Die neue Lust an der Pirsch
Reportage • 21.07.2020 • 23:00 Uhr

Knapp 80 Prozent aller Frauen und Männer, die heutzutage den Jagdschein erwerben, sagen: "Ich werde Jägerin, weil ich die Natur liebe und sie schützen möchte." Auch im Falle der Jagdschülerin Silvia (47) ist das so, sieht sie sich doch eher als Wildhüterin denn als Jägerin. In der 37°-Reportage von Jens Niehuss mit dem etwas irreführenden Titel "Jagdfieber" hat Silvia soeben ein Rehkitz vor den Messern eines Mähdreschers gerettet. Die Krankenschwester hätte nie gedacht, dass die Rettung von Rehkitzen zur Ausbildung im Jagdunterricht gehört.

Für die neuen Jäger gilt es, die Balance zwischen der Landwirtschaft, den Waldbesitzern und dem Wild zu erhalten. Dazu gehört auch die Pflicht zu schießen, möglichst zum Zweck des eigenen Verzehrs. Fleisch aus der Massentierhaltung wird Jule, Silvias Lehrerin und angehende Tierärztin, nie mehr essen. Jäger Hermann (54) indessen hat noch eine andere Methode: Er will in seinem Revier Bäume durch großräumige Neuanpflanzungen schützen. Die staatlichen Pflichtquoten für zu erlegendes Wild hält er übrigens für viel zu hoch.

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Die Schulung der angehenden Jäger ist umfangreich. Sie dauert acht Monate, mit abendlichen Theoriekursen und Praxisunterricht an den Wochenenden. Das "grüne Abitur" wird die abschließende Jägerprüfung gar genannt, nicht wenige fallen durch und müssen sie dann wiederholen. Die Kurse sind jedoch so voll wie nie – ein Viertel der Jagdwilligen ist übrigens weiblich, in Großstädten die Hälfte. Jäger aus Liebe zur Natur – das muss kein Widerspruch in sich sein, wie die ZDF-37°-Reportage beweist.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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