Story im Ersten

"Tiertransporte gnadenlos – Viehhandel ohne Grenzen": große Qual bei großer Hitze

von Andreas Schoettl

Jedes Jahr werden mehr als 30.000 Rinder aus der EU in andere Staaten exportiert. Angeblich zu Zuchtzwecken. Ob Tierschutz-Regularien eingehalten werden, ist kaum zu überprüfen, wie eine ARD-Doku zeigt.

ARD
Die Story im Ersten: Tiertransporte gnadenlos – Viehhandel ohne Grenzen
Dokumentation • 20.07.2020 • 23:00 Uhr

Für Tiertransporte gelten Regeln. Eigentlich! So heißt es nach einer EU-Verordnung unter anderem, dass die Temperatur in den Fahrzeugen eine Grenze von 30 Grad Celsius nicht übersteigen dürfe. Die Laster müssten zudem mit Ventilatoren ausgestattet sein. Sie sollten sicherstellen, dass der Grenzwert, wenn auch mit einer Toleranz von fünf Grad nach oben, eingehalten wird. Dieser gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug nun fährt oder eben steht.

Nach Erkenntnissen unter anderem von Animals Angels werden diese Vorgaben allerdings vielfach nicht umgesetzt. Aktivisten der Organisation legen sich im Film von Edgar Verheyen, der nun im Rahmen von "Die Story im Ersten" zu sehen ist, auf die Lauer. Sie beobachten, wie Tierrechte bei elend langen Transporten über tausende von Kilometern mit Füßen getreten werden. So entdecken sie auf einem Viehmarkt in Marrakesch in Marokko eine Kuh. Deren Ohrmarke verweist auf einen Hof bei Hannover. Dass das Tier überhaupt nach Marokko exportiert wurde, ist bereits illegal. Umso grausamer ist dessen Schicksal. Die Kuh endet in einem Schlachthof. Sie wird auf grausame Weise geschächtet: Die Halsschlagader wird aufgeschnitten, bei vollem Bewusstsein des Tieres.

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Verheyens erschütternde Reportage führt den Journalisten quer durch Europa, nach Nordafrika und sogar bis nach Asien. Er stellt fest, dass Tiertransporte immer noch auf grausame Weise bei enormer Hitze und extremer Kälte durchgeführt werden. Dabei setzen sich Spediteure und skrupellose Viehhändler unverblümt über geltendes Recht hinweg.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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