"Terra X"-Doku

"Serengeti – Helden der Savanne": beeindruckende Bilder, beeindruckende Geschichten

von Christopher Schmitt

Zwei Jahre lang drehte der preisgekrönten Tierfilmer John Downer für diesen Dokumentarfilm in der Serengeti. Das Ergebnis seiner Arbeit erzählt Heldengeschichten aus der Tierwelt, die man so teilweise nicht erwarten würde.

ZDF
Terra X: Serengeti – Helden der Savanne
Dokumentation • 19.07.2020 • 19:30 Uhr

Immer Ärger mit den Kleinen – Eltern haben es nicht leicht. Dass das nicht nur für Menschen, sondern auch für wilde Tiere gilt, zeigt die Dokumentation "Terra X: Serengeti – Helden der Savanne" des preisgekrönten Tierfilmers John Downer. Der Nachwuchs von Elefanten, Geparden und Hyänen bringt sich durch Unachtsamkeit und Übermut oft selbst in Gefahr, Schutz bieten in der afrikanischen Steppe nur die Eltern. Hinzu kommt, dass die Jungen den ein oder anderen potenziellen Jagderfolg zunichtemachen – dabei müssen doch auch ihre hungrigen Mäuler gestopft werden.

Die Aufnahmen des für die BBC gedrehten Films, der nun im ZDF-Vorabendprogramm zu sehen ist, stammen aus zweijährigen Dreharbeiten in einem privaten Reservat der Serengeti. Die insgesamt zehn eingesetzten Kamerasysteme – für die Tiere unsichtbar – liefern beeindruckende Bilder von Flora und Fauna. Der Zuschauer kommt nicht nur unter anderem Zebras und Affen nahe, sondern bekommt auch die Schönheit der afrikanischen Savanne sowie von Flüssen und Wäldern präsentiert. Erst das monatelange Begleiten der Tiere ermöglichte den Aufbau einer dramaturgischen Handlung – mit tierischen Protagonisten.

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Dabei erhebt die Doku bereits im Titel den Anspruch, nicht lediglich den Alltag der Tiere wiederzukäuen, sondern Heldengeschichten aus dem Tierreich zu erzählen. Helden übernehmen Verantwortung, wie beispielsweise das Hyänen-Weibchen, das nach dem Tod der ursprünglichen Anführerin die Führung des Rudels übernimmt. So gewinnen selbst Tiere mit vermeintlich schlechtem Ruf an Sympathien. Helden setzen sich zudem für Schwächere ein: Da ist der Elefant, der den nassforschen kleinen Bruder vor lauernden Löwen rettet, weil der Kleine sich auf der Jagd nach einem Reiher verirrt hat.

Ein weiteres Merkmal von Helden ist, dass sie selbstlos agieren. Da die Gefühle von Tieren weitgehend unerforscht sind, bietet vermeintlicher Altruismus Raum für Spekulation, bemerkenswert ist folgende Szene allemal: Eine Giraffe, die selbst vor kurzem ihr Kalb verloren hat, springt einer jungen Gazelle zur Seite, die Geparde von ihrer Mutter trennten. Das reine Bild der animalischen Auslese, nach dem jeder für sich kämpft, frisst oder gefressen wird, ist möglicherweise kein vollständiges.

Das soll jedoch nicht bedeuten, dass es nicht auch in dieser Tier-Dokumentation ums nackte Überleben geht. Beispielsweise muss ein Krokodil seine Eier vor räuberischen Pavianen beschützen und gleichzeitig selbst die Augen nach potenzieller Beute offenhalten. Nach dem einsetzenden Regen ist dafür eine gute Zeit, denn dann werden schlammige Uferbereiche – insbesondere für Huftiere – zu tödlichen Fallen.

Bereits 2019 brachte "Terra X" mit dem Dreiteiler "Serengeti" interessierten Zuschauern das weltweit wohl letzte intakte Ökosystem der Welt näher. "Serengeti – Helden der Savanne" ist nun bereits ab 15. Juli in der ZDFmediathek abrufbar. Zusätzlich wird es ab 18. Juli in der Mediathek ein Web-Video geben, welches einen Tag später auch auf dem YouTube-Kanal "Terra X Natur & Geschichte zu sehen sein wird.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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