Wiederholung im ZDF

"Rosamunde Pilcher: Ein Doktor & drei Frauen" – und Harald Schmidt

von Kai-Oliver Derks

Ein Misanthrop mit Hypochondrie –  wer sollte diese Rolle besser spielen als Harald Schmidt? Und tatsächlich gibt sich der Entertainer in dem "Rosamunde Pilcher"-Film "Ein Doktor & drei Frauen" die Ehre.

ZDF
Rosamunde Pilcher: Ein Doktor & drei Frauen
Drama • 19.07.2020 • 20:15 Uhr

Seine Hochwohlgeboren hat Hautkrebs. Glaubt der Herr jedenfalls. Doch: er irrt. Nur eine allergische Reaktion. Darüber hinaus schmerzen seine Beine und auch sonst eigentlich alles an seinem ausgelaugten Körper. Lord Hurrleton ist ein Hypochonder. Er ist arrogant. Mag keine Ausländer. Und die Einheimischen auch nicht. Doch weil er mehr als gut betucht ist und ihm zudem die Räume der ärztlichen Praxis im idyllischen 998-Einwohner-Ort St. Mark gehören, ist er ein großes Tier in Cornwall. Folglich hat er auch einen ihm ergebenen Butler. Spätestens an dieser Stelle im Buch muss dem ZDF bei der Besetzung dieser uncharmanten kleinen Rolle im Rosamunde-Pilcher-Film "Ein Doktor & drei Frauen" (2016) ein Geistesblitz gekommen sein ...

Harald Schmidt also. Am Sonntagabend. In einem Pilcher-Film. Nun, Angst vor Kitsch hat der inzwischen 62-Jährige nicht. Auch mit Butlern kennt er sich seit seiner Late-Night-Show aus. Und: Schmidt kokettiert allzu gerne damit, bekennender Hypochonder zu sein. Nein, jemand anders kam für diese Rolle eigentlich gar nicht in Frage.

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Aber: In dem Film "Rosamunde Pilcher: Ein Doktor & drei Frauen", den das ZDF nun wiederholt, geht es natürlich nicht im Wesentlichen um Lord Hurrleton. Es geht um den Doktor (Xaver Hutter). Und um eine Frau (Anja Knauer). Beide kennen sich seit ihrer späten Jugend. Doch aufgrund eines geradezu tragischen Missverständnisses ging die junge Liebe zwischen Nael Rayan und Helen Thomson dermaleinst abhanden. Nun aber taucht Nael nach zehn Jahren plötzlich wieder auf und nimmt die frei gewordene Stelle des Landarztes an.

Helen hat eigentlich schon dem örtlichen Pfarrer (Anian Zollner) ihre Hand versprochen. Der ist schließlich ein grundanständiger Mensch. Aber ach: Bei den Proben zu einem Theaterstück kommt es auf der Bühne zum gespielten Kuss zwischen Nael und Helen. Schon ist es um sie geschehen. Helen schießt ihren Verlobten in den Wind und alles könnte "ein Traum werden, der niemals endet", wäre da nicht der Titel des Films, der Schlimmes erahnen lässt: "Ein Doktor & drei Frauen". Drei! Nicht eine!

Lesbische Liebe, Vielweiberei, religiöse Konflikte – Sodom und Gomorrha. Drunter und drüber geht's diesmal zu in Cornwall. Aber selbstverständlich bleibt alles im Rahmen und findet sein gutes Ende. Aus 998 Einwohnern werden flugs 1004, und sogar der eingebildete Kranke wird von jeder Malaise geheilt. Eine fraglos heftige Schmonzette, die übertreibt, wo es nur geht. Aber für den Hypochonder-Schmidt lohnt das Einschalten allemal.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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