Während Nordkoreas Diktator Kim-Jong Un bedrohlich mit seinen Raketen wedelt, kann man dem autoritären Regime auch anders als mit wütendem Zurückdrohen begegnen: Beispielsweise, indem man sich darüber lustig macht.

Explizit genannt wird Nordkorea in der neuen Miniserie "Kim Kong" zwar nicht, doch offensichtlicher könnten Titel und Handlung der ARTE-Produktion, deren drei Episoden der Sender am Donnerstag, 14. September, ab 20.15 Uhr, ausstrahlt, kaum gewählt sein. Inspiriert ist die Serie von wahren Ereignissen aus dem Jahr 1978: Kim Jong-Il, Nordkoreas damaliger Machthaber und Vater von Kim Nong-Un, ließ einen südkoreanischen Regisseur und seine Frau, die als Schauspielerin tätig war, entführen.

"Kim Kong" greift die Geschehnisse satirisch auf: Der frustrierte Regisseur Stannis wird im Auftrag des Diktators eines nordasiatischen Landes gekidnapped. Um freigelassen zu werden, soll er ein Drehbuch des filmbegeisterten Machthabers umsetzten: Der "Große Kommandant" will eine ans Regime angepasste Adaption von "King Kong" drehen – mit wahnwitziger Handlung und ahnungslosen Mitarbeitern. Eine kaum machbare Aufgabe.

Die groteske Persiflage ist dennoch nah an der Realität: Kim Jong-Un war ebenso cinephil, drehte vor seiner Machtergreifung einen Monsterfilm und wollte mit der Entführung der beiden Filmschaffenden damals die nordkoreanische Filmproduktion aufwerten. So absurd wie die Realität kann eben kaum ein Film je sein.


Quelle: teleschau – der Mediendienst