2013 erschien Elisabeth Herrmanns Kriminalroman "Das Dorf der Mörder". Die Verfilmung war lediglich eine Frage der Zeit, denn die 1959 in Marburg geborene Autorin ist bestens vernetzt. Ihre Krimis sind preisgekrönt, und auch mit Drehbüchern war die Frankfurter Schriftstellerin bereits erfolgreich.

Das ZDF wiederholt jetzt "Das Dorf der Mörder" zur Primetime. Und um was geht es? In einem Berliner Tierpark ist ein grausamer Mord geschehen. Das Opfer wurde an eine Population von Pekaris verfüttert, deren Mageninhalt nun untersucht werden muss ...

Dringend mordverdächtig

Polizistin Sanela Beara (Alina Levshin) will sich mit dem Fall für höhere Aufgaben empfehlen. Eigentlich ist Beara nur Streifenpolizistin, aber sie hat das Ziel, sich bei der Polizeischule zu bewerben und zur Kripo zu wechseln. Der erfahrene Kommissar Lutz Gehring (Jürgen Tarrach) beobachtet diesen Plan wohlwollend und lässt die junge Frau ein bisschen machen. Kurz nachdem Beara auf eigene Faust die auf dem Zoogelände lebende Tierpflegerin und Einzelgängerin Charlie Rubin (Anna Loos) befragt hat, wird die junge Polizistin mit einem Spaten bewusstlos geschlagen. Als sie im Krankenhaus erwacht, sind die Ermittlungen schon weit gediehen: Charlie Rubin wurde verhaftet und ist aufgrund von Indizien dringend mordverdächtig.

Charlies psychiatrischer Gutachter, Professor Jeremy Saaler (Benjamin Sadler), glaubt an verborgene Geheimnisse im Seelenleben seiner Patientin und reist zu deren jüngerer Schwester Cara (Anna Brüggemann), die als Tierärztin auf einem Reiterhof lebt. Wie so oft im Krimi weisen immer mehr Spuren in die Vergangenheit. Konkret in ein brandenburgisches Dorf, wo beide Schwestern aufwuchsen und an das Cara merkwürdigerweise kaum noch Erinnerungen hat ...

Fehlende erzählerische Klasse

Die Dialoge sind hölzern, die Blicke des Ensembles betont bedeutungsschwanger und Unheil dräuend. Regisseur Niki Stein schrieb auch selbst das Drehbuch, das macht das platt Konstruierte an dieser Geschichte auch nicht besser. Es ist mal wieder einer jener Krimis, bei denen zu viele Macher dachten, das Düstere der Atmosphäre reiche alleine aus, um fehlende erzählerische Klasse und charakterliche Tiefe zu kompensieren. Doch dieser Plan ist bislang noch nie aufgegangen. Während der 90 Minuten von "Das Dorf der Mörder" könnte man so viel Zufriedenstellenderes machen: ein gutes Buch lesen zum Beispiel.


Quelle: teleschau - der mediendienst