Alina Levshin

Alina Levshin wollte eigentlich am Theater
bleiben. Zum Glück hat sie sich anders entschieden Vergrößern
Alina Levshin wollte eigentlich am Theater bleiben. Zum Glück hat sie sich anders entschieden
Alina Levshin
Geboren: 10.09.1984 in Odessa, Ukraine

Man könnte meinen, Alina Levshin sei die Russin vom Dienst. Dass sie das nicht ist, hat sie all ihren Kritikern ausführlich in ihrer Rolle als brutale Neonazibraut Marisa in "Kriegerin" bewiesen - und dafür wurde sie mit dem Deutschen Filmpreis 2012 ausgezeichnet.

Als Klein-Alina sechs Jahre alt war, zog die aus Odessa stammende Ukrainerin mit ihren Eltern nach Berlin. Dort eroberte sie schon früh die Bretter, die die Welt bedeuten, und stellte fest, dass die Bühne ihre Berufung ist. Bereits mit sieben Jahren tanzte sie im Kinderensemble des Berliner Friedrichstadt-Palastes und sammelte dort ihre ersten Bühnenerfahrungen. Nachdem sie die Schule abgeschlossen hatte, war für sie klar: Sie wolle ihre Bretter gegen nichts auf der Welt eintauschen. Sie studierte an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen und war noch vor Beendigung ihres Studiums im Jahr 2010 in diversen Fernseh-Serien und Theateraufführungen zu sehen.

Obwohl sie eigentlich immer eine Theaterkarriere anstrebte und nie vor die Kamera wollte, legte sie den Grundstein ihrer Fernsehkarriere bereits während des Studiums. Im Jahre 2008 spielte sie in "Rosa Roth - Das Mädchen aus Sumy" eine ukrainische Prostituierte. Die Rolle verkörperte sie offensichtlich derart überzeugend, dass sie 2010 in Dominik Grafs TV-Serie "Im Angesicht des Verbrechens" erneut eine ukrainische Prostituierte darstellte. Für die Rolle der Jelena wurde sie mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Zwei Jahre später mimte sie in einer Folge von "Ein Fall für Zwei" die russische Frau eines Geschäftsmannes. Zugegeben, dass stereotype Rollenbild der Osteuropäerin bietet sich an, denn als Muttersprachlerin ist sie für diese Rollen offensichtlich prädestiniert.

Glanzvoll agierte sie 2011 auch unter der Regie von Lars Henning Jung. In dem deutschem Mysterythriller "Schreie der Vergessenen" spielte sie die an das Paranormale glaubende Marion Sippner und machte erneut auf sich aufmerksam. Doch ihr großer Durchbruch gelang ihr erst 2012 in oben bereits erwähnten Kinodebüt von David Wnendts Film "Kriegerin". Hier spielte sie die vulgäre und brutale Nazibraut Marisa, deren extreme Ansichten durch einen Vorfall mit dem afghanischen Flüchtling Rasul ins Wanken geraten. Das man sie also nicht auf eine Rolle festlegen kann - und vor allem nicht sollte - zeigt sie hier sehr eindrucksvoll. Dominik Graf war bei dem Casting für "Kriegerin" von Alina Levshin auf Anhieb hellauf begeistert. Er bescheinigte ihr die großartige Fähigkeit, schon kleinste Emotionen in ihr schauspielerisches Spiel einfließen zu lassen. Offensichtlich hatte sich Alina derart in die Rolle der Marisa hineinversetzt, dass sie noch Monate nach Abschluss der Dreharbeiten benötigte, um sich ihre antrainierte Gestik und Mimik einer aggressiven Rechtsradikalen wieder abzugewöhnen.

2012 bekam Alina ihr erstes Kind und frönt seither ihrem Mutterglück gerne bei einer Tasse Tee - am liebsten in der kleinen Bar, die ihr Mann in Berlin leitet. Doch trotz ihres neuen Aufgabenbereichs kann sie sich über mangelnde Rollen-Angebote nicht beschweren - die flattern ihr nämlich nur so entgegen. Und was ist mit der Familie, wenn sie so viel unterwegs ist? Die kommt einfach mit, denn ohne sie geht es nicht ...

Weitere Filme mit Alina Levshin: "Topper gibt nicht auf", "Krankheit der Jugend" (beide 2010), "Davon willst Du nichts wissen" (2011), SOKO Leipzig: "Mission to Mars" (Serie, 2011), "Kommissar Stolberg: Klassenkampf", "Kommissar Stolberg: Im Dunkeln" (beide 2012), "Unsere Mütter, unsere Väter", "Alaska Johansson" (beide 2013).

Foto: MDR/Marco Prosch


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