Krimi-Serie "High Potential"

Mit Putzwedel, Komik und Super-IQ

04.02.2025, 10.39 Uhr
In "High Potential" ermittelt eine Reinigungskraft.
In "High Potential" ermittelt eine Reinigungskraft.  Fotoquelle: 2024 Disney. All rights reserved

Krimiformate erfreuen sich auf deutschen Bildschirmen enormer Beliebtheit. Allerdings ist es auf die Dauer eben etwas langweilig, immer nur professionellen Ermittlern zuzuschauen, wie diese bierernst Kriminalfälle aufklären. Wem das ähnlich geht, aber das Genre und eine eher humoristische Herangehensweise grundsätzlich zu schätzen weiß, sollte einen Blick in die neue Krimiserie „High Potential“ riskieren. Zudem gibt es noch für kurze Zeit eine interessante Alternative.

Wovon handelt die Krimiserie?

Im Zentrum von „High Potential“ steht Morgan Gillory. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern verfügt über einen enorm hohen IQ sowie überlegene kognitive Fähigkeiten. Dummerweise kann sie diese Talente im Rahmen ihrer Arbeit als Reinigungskraft beim Los Angeles Police Department nicht wirklich nutzen. Das ändert sich, als sie dort beim Putzen zuerst versehentlich Beweismaterial durcheinanderbringt und bei der Sichtung der Unterlagen die Profis dann ziemlich unverblümt auf einen Fehler hinweist. Das ist der Beginn einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit, bei der es für das Publikum auch einiges zu lachen gibt.

„High Potential“: Besser gut geklaut, als schlecht ausgedacht?

Nein, die Krimi-Comedy-Serie erfindet das Genre nicht neu. So drängen sich nach dem Handlungsabriss etwa unweigerlich Verbindungen zu Vorbildern wie „Monk“ oder „Psych“ auf. Doch es gibt noch eine viel engere Verbindung. Denn „High Potential“ ist die US-Version der frankobelgischen Fernsehserie „HPI“ – die in Deutschland den nicht besonders gelungenen Titel „HIP: Ermittlerin mit Mords-IQ“ – trägt. Diese stammt aus dem Jahr 2001 und scheint landestypische Bearbeitungen fast magisch anzuziehen. So existiert bereits eine griechische, slowakische, tschechische sowie ungarische Adaption. Auch wenn die US-Variante das kriminalistische Rad nicht neu erfindet, dürfen sich Fans von „Monk“, „Psych“ und Co. über einen fast durchweg überzeugenden Cast, eine ansprechende Inszenierung und einige gute Gags freuen. Kein Wunder also, dass „High Potential“ in der Kategorie „Beste Action-/Thrillerserie“ für einen „Saturn Award“ nominiert ist.

Wer ist bei „High Potential“ dabei?

Als clevere Putzfee überzeugt Kaitlin Olson, die Serienfans als Deandra „Dee“ Reynolds aus der Kult-Sitcom „It’s Always Sunny in Philadelphia“ kennen könnten. Daniel Sunjata („Graceland“) verkörpert den skeptischen Polizeiermittler Adam Karadec und Javicia Leslie („Batwoman“) mimt seine Partnerin Daphne Forrester. Dank Judy Reyes, die die Leiterin der Abteilung für Schwerverbrechen des Los Angeles Police Department spielt, gibt es zudem für Fans der Comedyserie „Scrubs“ ein Wiedersehen mit Carla Espinosa. Die US-Version hat der erfahrene Drehbuchautor Drew Goddard entwickelt. Der US-Amerikaner hat nicht nur an erfolgreichen Serien wie „Alias – die Agentin“ oder „Lost“ mitgeschrieben. Für sein Drehbuch zum von Ridley Scott inszenierten Science-Fiction-Film „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ erhielt Goddard auch eine „Oscar“-Nominierung.

Dann könnt ihr die Krimiserie sehen

„High Potential“ hatte am 17. September seine Weltpremiere 2024 beim US-Sender ABC gefeiert. In Deutschland startet die Serie ab dem 23. Februar 2025 exklusiv auf Disney+. Wahrscheinlich macht der Streaminganbieter die zwölf bisher abgedrehten Folgen aber nicht auf einen Schlag zugänglich, sondern veröffentlicht wohl nur wöchentlich eine neue Episode. Angesichts positiver Kritiken und Publikumsreaktionen sind weitere Staffeln wahrscheinlich. Wer schnell ist, kann übrigens die gelungene Originalserie „HIP: Ermittlerin mit Mords-IQ“ kostenlos in der Mediathek der ARD abrufen. Dort ist sie nämlich noch wenige Tage verfügbar.

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