Die Jagd in freier Wildbahn gewinnt immer mehr Anhänger. Ebenso wächst die Kritik an dem Abschießen von Wildtieren. Für manche Gegner ist die Jagd nicht mehr als ein blutiges Freizeitvergnügen, ausgeübt von empathielosen Hobbyjägern. Wo liegt die Wahrheit?

Mehr als 380.000 Menschen in Deutschland haben einen Jagdschein – so viele wie nie zuvor. Und das Jagen in freier Wildbahn gewinnt sogar weitere Anhänger. Nach Angaben unter anderem des Deutschen Jagdverbandes (DJV) würden sich die Jägerinnen und Jäger vor allem für den Arten- und Naturschutz engagieren. Und das ehrenamtlich. Jäger betrieben Biotoppflege und lieferten ein wertvolles regionales Lebensmittel. Der Schuss vom Hochsitz hingegen sei nur ein Teil des Waidwerks.

Diese schöne Beschreibung eines vermeintlichen Hobbys mit Knalleffekt kommt Kritikern an der Jagd mitunter wie Hohn vor. Einer von ihnen ist Richard David Precht. Im Film "Auf der Jagd" von Katja Döhne, der nun im Rahmen der Reportage-Reihe "Rabiat!" im Ersten zu sehen ist, kommt er zu Wort. Der Philosoph kritisiert unter anderem die geläufige Argumentation, der Mensch habe nun mal "einen Jagdtrieb", als eine längst überholte Meinung. Er findet es moralisch schwierig, ein Tier als Freizeit-Jäger freudig erregt zu beobachten, um es dann aus dem Hinterhalt abzuschießen.

Solche Aussagen tragen allerdings auch zu verhärteten Fronten bei – mit Konsequenzen auch im Jagdrevier, wie die Autorin feststellt. Roderich Götzfried, ein Jäger seit nunmehr 60 Jahren, erzählt: "Früher hatten die Leute mehr Respekt vor uns." Heute gibt es immer mehr Auseinandersetzungen mit Spaziergängern und anderen Jagd-Gegnern. Der Film arbeitet sich an einem echten Dauerbrennerthema ab und liefert ein treffliches Stimmungsbild zum Aufreger Jagd, ohne Partei zu ergreifen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst