Am Strand des Bodensees wird eine Leiche gefunden, die Tote war als Meerjungfrau verkleidet. Wer mag wohl die blutüberströmte Fischdame ermordet haben? Als Täter kommen vor allem die Mitglieder einer anwesenden Surfer-Kolonie in Frage. Und: Es gibt ein nahes Weingut, das eine wichtige Rolle spielt.

Wer Mysteriöses entdecken will, wie bei der Umschreibung der Filmreihe "Die Toten vom Bodensee" versprochen, der muss in der neunten Episode, "Die Meerjungfrau" (Regie: Michael Schneider), schon genau hinschauen. Oder er badet in den Teaser-Szenen einer Wassernixe mit, die sich in den Untiefen windet – ein schöner Meerjungfrauentanz mit Wassergesprudel und viel Jenseitsmusik. Die Romantik wird einem allerdings alsbald genommen. "Silikon", sagt Micha Oberländer (Matthias Koeberlin), der Lindauer Kommissar. "Is' 'ne Profiausrüstung!" erläutert Hannah Zeiler aus Bregenz (Nora Waldstetten) angesichts der am Seeufer liegenden Leiche. "Mermaiding" heißt die Trendsportart, der die Dame mit dem Plastik-Fischschwanz gehuldigt hat. Eher desillusionierend. Aber was es alles gibt!

Doch wer mag wohl die blutüberströmte Fischdame ermordet haben? – Einer ist auf der Flucht, mit einem Messer im Bauch. Er stammt aus einer Kitesurfer-Kolonie, die sich unweit des Tatorts am Seeufer niedergelassen hat und dort mit allerlei Kursen und Freizeitevents schlecht und recht ihr Geld verdient. In dieses Milieu, um es gleich zu sagen, steigt der Film nicht tiefer ein. Irgendwelche Surf-Moves oder gar Fallschirm-Flüge bleiben dem Zuschauer jedenfalls vorenthalten.

Stattdessen wird jede Menge berichtet über Vergangenes – offensichtlich eine Spezialität des Drehbuchautors Timo Berndt. Es fügt sich, dass auch Oberländer mal Surfer war. Daher sein alter T 2, der immer so attraktiv in der Landschaft steht. Auch der Entlaufene mit dem Messer im Bauch hat so einen. Lange hält dieser Matteo durch (Aaron Friesz in einer übermenschlichen Leidensrolle), dann liegt ein Baum im Weg. Die Flucht geht aber immer weiter durch Schilf und Unterholz. Wann wird Matteo sterben?

Derweil dürfen die Kommissare viel über die Tote und die Surfer-Kommune erfahren: Sibylle war die Frau des Weingutbesitzers und Winzers Fabian Baumgartner (einmal mehr: Sebastian Bezzel). Der lag in heftigem Streit mit seiner Frau, so wird berichtet, die übrigens segensreich als Sterneköchin im angeschlossenen Restaurant von Fabians Bruder tätig war. Ein Eifersuchtsdrama? Der Bruder führte das Restaurant und machte auch für Fabian die Geschäfte. Doch auch mit dem auf der Flucht befindlichen Surfer hatte die Tote was, so wird beschieden.

Die Auflösung ist dann doch sehr verquält und verwunden. Es wird viel beredet, leider manchmal akustisch auch bis hin zur Unverständlichkeit. Erst der Schluss ist dann ein schönes Bild, das sich über Minuten erstreckt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst