Schauspieler wurde 90 Jahre alt

Sean Connery ist tot: Abschied von einem Gentleman

von Jasmin Herzog

Sean Connery ist tot. Der Schauspieler starb im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas, wie laut BBC seine Familie am Samstag mitteilte. Mit Connery verliert die Kinokultur einen der ausdrucksstärksten, populärsten und beliebtesten Schauspieler der vergangenen Jahrzehnte. Im Jahr 2006 war Connery offiziell in den Ruhestand getreten, zuletzt gab es so gut wie keine öffentlichen Auftritte mehr.

Der gebürtige Edinburgher stammte aus bescheidenen Verhältnissen und musste sich, nachdem er mit 13 Jahren die Schule schmiss, mit Jobs als Kohlenträger und sogar Sargpolierer durchschlagen. Vielleicht prägte sich genau durch diese schwierigen Erfahrungen, durch seine anschließenden Selbststudien in schottischen Büchereien und die Verpflichtung bei der Royal Navy seine ganz eigene persönliche Art und Aura. Mit diesen so unterschiedlichen Lebenserfahrungen und seiner körperlichen Präsenz eines Bodybuilding-Champs trat er Ende der 50er-Jahre eine einzigartige Schauspiel-Karriere an.

Nach einigen eher weniger erfolgreichen Streifen bekam Connery 1962 die Rolle seines Lebens, als er zum ersten Mal im Dienste Ihrer Majestät als James Bond auf Verbrecherjagd ging. "007 jagt Dr. No" war sein erster Einsatz als Doppel-Null, vier weitere Male stand er als Bond vor der Kamera, bevor George Lazenby übernahm. Doch der Australier verließ nach nur einem Film die Reihe wieder, und so ließ sich Connery überzeugen, für "Diamantenfieber" noch einmal in die ikonische Rolle zu schlüpfen. Das Image seiner Paraderolle des Agenten 007 versuchte er lange Zeit erfolglos abzustreifen. "Ich habe diesen James Bond immer gehasst", hat er einmal gesagt. Dabei wusste er stets, dass ihm die ersten Bond-Filme viele Türen – auch später in Hollywood – öffneten.

In den 70-ern brillierte er als Major Urquhart im kriegs-kritischen Film "Die Brücke von Arnheim" unter der Regie von Richard Attenborough. Für die Darstellung eines hartgesottenen Polizisten in "Die Unbestechlichen" bekam er 1986 den Oscar. Im selben Jahr zeigte sich Connery als William von Baskerville in "Der Name der Rose" von einer für ihn eher unmännlichen Seite, indem er als Mönch einen Mord aufklärt.

Auch in anderen Blockbustern wie dem Fantasyfilm "Highlander" (1985) und dem Abenteuerstreifen "Der erste Ritter" (1995) setzte sich Sean Connery immer wieder gerne mit mittelalterlichen Themen auseinander. Sein privates Interesse an Russland und Fernost konnte er bei den Drehs zu "Das Russland-Haus" (1990), "Jagd auf Roter Oktober" (1990) und "Die Wiege der Sonne" (1993) ausleben. Seine Sportlichkeit zeigte er nicht nur in seinen Bond-Filmen. So zogen sich Kinofilme aus dem Action-Genre durch seine ganze Karriere. Dabei überzeugte Connery speziell in den 90-ern mit seinen besten Action-Thrillern wie dem grandiosen "The Rock – Fels der Entscheidung" (1996) und an der Seite von Catherine Zeta-Jones in "Verlockende Falle" (1999). Da war Connery bereits Ende 60.

Sean Connery galt als der Gentleman unter den Schauspiel-Stars der letzten Jahrzehnte. Doch irgendwann hatte er keine Lust mehr auf das Business. Während der Dreharbeiten zum Action-Abenteuer "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" (2003), das er auch produzierte, gab es viele Unstimmigkeiten mit Regisseur Stephen Norrington. Das hatte den Schauspieler wohl so sensibilisiert, dass er gleich zu Beginn der Drehphase seines letzten Projekts "Josiah's Canon" nach den ersten Problemen das Set verließ und so den kompletten Film umstieß.

Danach lehnte er sogar eine Mitwirkung an Steven Spielbergs viertem "Indiana Jones"-Film ab. Auch zugunsten der Familie wie es hieß. Von 1962 bis 1973 war Sean Connery mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento verheiratet gewesen. Der Ehe entsammt ein Sohn. 1975 heiratete Connery dann die Malerin Micheline Roquebrune. Im Jahr 2000 wurde Connery von Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor geschlagen. Die letzte Zeit hatte er in seiner zweiten Heimat, auf den Bahamas, verbracht. Er starb, wie sein Sohn mitteilte, friedlich im Schlaf.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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