Bei ProSieben steht der Abend ganz im Zeichen von "Star Wars". Der Sender zeigt die erste Folge der Serie "The Mandalorian" noch vor dem Start von Disney+. Danach kommt "Star Wars: Die letzten Jedi" als Free-TV-Premiere. Und vorneweg gibt es zur Einstimmung einen Klassiker.

150 Minuten echtes "Star Wars", und am Ende werden die meisten Fans zwiegespalten sein. Ohne Frage bietet der achte und längste Film der Reihe eine Vielzahl herausragender Momente, die sowohl inhaltlich als auch stilistisch in Erinnerung bleiben. Das ist, sieht man von wenigen etwas langatmigen Passagen im Mittelteil ab, natürlich feines Sci-Fi-Entertainment, das geschickt mit den Erwartungen der Fans spielt. Doch obwohl "Die letzten Jedi" einige der im Vorfeld häufig gestellten Kernfragen tatsächlich beantwortet, hinterlässt der Film (2017) auch eine gewisse Leere. Er reduziert "Star Wars" auf die wichtigsten handelnden Personen, rückt aber die großen, fast schon philosophischen Fragen, die diese Welt seit jeher umgaben, ein Stück weit in den Hintergrund. Trotzdem lockte "Star Wars" einmal mehr Massen an Menschen in die Kinos, in Deutschland lösten knapp sechs Millionen ein Kinoticket. Jetzt zeigt ProSieben das intergalaktische Spektakel erstmals im Free-TV.

Wird Luke Skywalker (Mark Hamill) tatsächlich Rey (Daisy Ridley) ausbilden? Wird Rey zur dunklen Seite der Macht wechseln? Oder Kylo Ren (Adam Driver) zu den Rebellen überlaufen? Und was wird aus Leia Organa, nachdem die Darstellerin Carrie Fisher ein Jahr vor dem Kinostart überraschend verstorben war? – Ja, auf alle diese Fragen gibt es – mehr oder minder – eine Antwort.

Die Macher rund um Autor und Regisseur Rian Johnson haben ihr Versprechen eingehalten, hier keinen bloßen Brückenfilm vorzulegen, wie man ihn aus Kinotrilogien kennt. Indes: Beim großen Ganzen geht kaum was voran. Der finale Kampf von Erster Ordnung und Rebellion ist verschoben auf Teil IX, der 2019 in den Kinos begeisterte. Zudem ist es etwas schade, dass Chewbacca wie auch die meisten weiteren bekannten Nebenfiguren der klassischen Trilogie in "Die letzten Jedi" nur eine Nebenrolle spielen. Weder ihm noch C-3PO oder R2-D2 gibt das Drehbuch nennenswerten Raum.

Die Kreativität in der Gestaltung der Schauplätze gehört dagegen zu den großen Stärken dieses Films. Ob im Kleinen wie beim Thronsaal von Snoke (Andy Serkis), dem Obersten Anführer der Ersten Ordnung, oder im Großen wie bei einer der Schlachten auf dem Planeten Crait, auf dem die Rebellen schließlich ihre Basis haben – der Film erschafft Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Manche von knallbunter Opulenz, andere von erstaunlicher Schlichtheit.

Disney bestätigt somit den bisherigen Eindruck: Die gigantische Medienschmiede geht weiterhin sorgsam und klug mit dieser Welt um, die für viele Fans weit mehr ist als nur ein bloßes Kinoerlebnis. Reminiszenzen an die alten Episoden IV bis VI, die die Saat für den Mythos legten, gibt es weiterhin, doch Schritt für Schritt werden die alten Helden durch neue ersetzt.

"Star Wars: Die letzten Jedi" ist der Höhepunkt der "Star Wars"-Festspiele bei ProSieben. Bereits im Vorlauf des Blockbusters von 2017 kommen Fans der Reihe nämlich voll auf ihre Kosten. Zur Einstimmung gibt es ab 17.50 Uhr den Klassiker "Star Wars: Das Imperium schlägt zurück" in einer Wiederholung zu sehen.

"The Mandalorian" als Appetithäppchen

Das eigentliche Highlight des Abends dürfte aber wohl die Premiere der Auftaktfolge der neuen Disney-Serie "The Mandalorian" um 20.15 Uhr sein. Die restlichen Folgen der Produktion sind allerdings nur via Disney+ (Deutschland-Start am 24. März) und nach Abschluss eines kostenpflichtigen Abos verfügbar. Ein Coup zweifellos, aber natürlich auch eine gigantische PR-Nummer, die nicht jeden echten Fan begeistern dürfte.

"The Mandalorian" erzählt von der Zeit nach dem Sturz des Galaktischen Imperiums. Im Zentrum der Handlung steht ein einsamer Krieger, der sein Geld als Kopfgeldjäger verdient. Eines Tages erhält er einen Auftrag, der sein Leben nachhaltig verändern soll. In den USA, wo Disney+ und damit auch die von Jon Favreau entwickelte Serie seit November verfügbar sind, sorgte vor allem eine Figur aus "The Mandalorian" für Begeisterung: ein "Baby-Yoda" getauftes Wesen, das über dieselben magischen Fähigkeiten verfügt wie der aus den alten "Star Wars"-Filmen bekannte Jedi-Meister mit der zweifelhaften Grammatik.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH