Mutige Rentner stellen sich am Lebensabend noch einmal einem Neuanfang. Sie siedeln um – nach Bulgarien. Grund: Ihre Heimat Deutschland können sie sich nach einem Arbeitsleben nicht mehr leisten, wie eine Reportage im Rahmen von "37°" zeigt.

Sie haben ihr ganzes Leben gearbeitet. Doch für viele reicht eine karge Rente schon jetzt nicht mehr zum Überleben. Und das in einem Deutschland, in dem es nach Regierungsaussage doch allen so gut wie überhaupt noch nie gehen soll. Die Zukunftsaussichten? – Nach Expertenberechnungen droht ab 2030 fast jedem Zweiten eine gesetzliche Rente unterhalb der Armutsgrenze – das sind derzeit rund 900 Euro. Besonders betroffen sind Freiberufler, Teilzeitjobber, Alleinerziehende und Frührentner. Einige, die nach einem entbehrungsreichen Arbeitsleben vor dem Nichts gestanden sind, haben wenigstens schon heute einen Weg aus der Not gefunden. Er führte sie nach Bulgarien. Dort, in dem fremden Land, erleben sie ihr verdientes "Rentnerglück am Goldstrand". So heißt der Reportagefilm von Sibylle Smolka, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist.

Ein Haus für 5000 Euro

"Am Ende blieben mir 120 Euro zum Leben", erinnert sich Maria. In ihrer Heimatstadt Hamburg kam sie mit diesem mickrigen Betrag nicht mehr weit. In Bulgarien jedoch, wohin die Frührentnerin vor drei Jahren gezogen ist, kostet das Leben weniger als die Hälfte, ein Haus gibt es bereits für 5000 Euro.

Früher wäre Maria noch nicht einmal dorthin in den Urlaub gefahren: "So trist und das ganze Sozialistische!" Ihre Meinung hat sie inzwischen geändert.

Maria hat nach einem holprigen Start inzwischen Anschluss gefunden. Immer mehr Rentner aus Deutschland wagen in unter anderem Touristenorten am Schwarzen Meer noch einmal einen Neuanfang – wenn oftmals nicht ganz freiwillig. Die Frührentnerin sagt mit ihren 61 Jahren, gerade zum Neubeginn hätte sie öfter geweint: über Deutschland, ihr angeblich so reiches Heimatland, das sie sich nicht mehr leisten konnte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst