Die meisten bringen den Namen Tom Beck mit Schauspielerei in Zusammenhang. Fünf Jahre lang verkörperte er den Kriminalhauptkommissar Ben Jäger in "Alarm für Cobra 11". Seit Anfang des Jahres ist der Frauenschwarm außerdem als Berater der Bochumer Polizei in der SAT.1-Serie "Einstein" zu sehen. Doch der geborene Nürnberger hat noch eine andere Passion: die Musik.

Schon seit seiner Kindheit wurde Beck künstlerisch ausgebildet, von 1999 bis 2003 absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Bayerischen Theaterakademie in München im Studiengang Musical. 2011 veröffentlichte er sein erstes Album ("Superficial Animal"). Im SAT.1-Film "Rockstars zähmt man nicht" (Dienstag, 22. August, 20.15 Uhr) darf Beck, der im Film den Musiker John Winter spielt, seine beiden Talente nun kombinieren. Wie ausgeprägt seine eigene Rock'n'Roll-Seite ist, verrät der 39-Jährige im Interview.

prisma: Wenn Sie jemand nach Ihrem Beruf fragt, antworten Sie dann eher Schauspieler oder Musiker?

Tom Beck: Ich bin im Herzen eigentlich Musiker, und das schon immer gewesen.

prisma: Was bedeutet für Sie als Musiker Rock'n'Roll?

Beck: Rock'n'Roll heißt mit Sicherheit nicht, um 6 Uhr früh aufzustehen und sich 'nen grünen Smoothie zu pressen. Aber es heißt für mich auch nicht unbedingt, dass man Drogen nimmt und Hotelzimmer kaputt schlägt. Irgendwas dazwischen eben. Es gehört definitiv dazu, um die Häuser zu ziehen und Freiheiten zu genießen, die jemand nicht hat, der bei der Bank arbeitet.

prisma: Wie ausgeprägt ist denn ihre Rock'n'Roll-Seite? Als John Winter lassen Sie es in "Rockstars zähmt man nicht" zwischendurch ganz schön krachen ...

Beck: Je älter man wird, desto weniger lebt man sie aus (lacht).

prisma: Also gibt's auch den Spießer-Tom-Beck?

Beck: Den gibt's auf jeden Fall, der ist sogar größer als mancher denkt. Es gibt gewisse Regeln in meinem Leben, die ich gerne einhalte. Ich bin ein Sportjunkie und gehe jeden Tag trainieren. Und im Bezug auf Geld bin ich schon auch eher der Bausparvertrag-Typ. Da bin ich nicht so rock'n'rollig unterwegs (lacht).

prisma: John Winter trägt im Film einmal so einen herrlich-schrecklichen weißen Anzug. Würden Sie so etwas gewagtes auch privat anziehen?

Beck: Warum nicht? Wenn der Anlass passt, würde ich so einen Anzug schon mal tragen. Ich wüsste jetzt nur nicht, wann (lacht). Bei irgendeiner White-Night-Party vielleicht. Aber ohne Grund würde ich mit so etwas auch nicht durch die Stadt laufen.

prisma: Wie wichtig ist Ihnen insgesamt Mode? Vor Kurzem hat Guido Maria Kretschmer höchstpersönlich Ihren Geschmack gelobt. Laut ihm haben Sie Stil, tragen immer tolle Sachen und haben in Sache Mode mit einer Handvoll anderer männlichen Promis die Nase vorn ...

Beck: Wow, das kann ich mir auf die Fahne schreiben in Zukunft. Aber das kommt wahrscheinlich daher, dass mich die letzten Jahre meine Freundin beraten hat, was ich bei wichtigen Terminen tragen soll (lacht). Wobei, hin und wieder greif auch ich sogar ganz richtig. Mir persönlich ist Mode zwar nicht unwichtig, aber ich gehe wahnsinnig selten einkaufen.

prisma: Was würden Sie bevorzugen, wenn Sie sich irgendwann einmal zwischen der Schauspielerei und der Musik entscheiden müssten?

Beck: Mir macht die Schauspielerei Spaß, es würde mir schon schwerfallen, das aufzugeben. Aber wenn ich mit meiner Musik ähnlich erfolgreich wäre wie mit der Schauspielerei, dann würde ich der Musik definitiv eine Chance geben. Wenn ich allerdings zwei Jahre ausschließlich Musik machen würde, würde mir wahrscheinlich die Schauspielerei wieder fehlen. Man will ja meistens das, was man gerade nicht hat.

prisma: Umso besser, dass Sie in "Rockstars zähmt man nicht" beides machen durften ...

Beck: Absolut. Ich fand es super, dass ich die zwei Songs, die man im Film hört, beisteuern konnte. Ich habe sie speziell für den Film geschrieben.

prisma: Wie lange brauchen Sie, um ein Lied zu schreiben?

Beck: Total unterschiedlich. Mal braucht man dafür Wochen oder Monate. Hier war es aber so, dass die Lieder jeweils an einem Tag fertig wurden. Die Songs, die dann letztlich herauskamen, waren schon ziemliche Punktlandungen, finde ich. Das gelingt einem ja auch nicht immer, aber ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl und wurde dann von den Filmemachern diesbezüglich auch bestätigt. Allerdings hatte ich auch ein Team, das mich beim Songschreiben unterstützt und inspiriert hat.

prisma: Sie haben bisher sechs Alben herausgebracht, das letzte, "So wie es ist", kam 2015 – gibt's bald mal wieder etwas Neues zu hören?

Beck: Es gibt definitiv Pläne in die Richtung. Sobald ein Album draußen ist, fängt man schon wieder an, für ein neues zu schreiben. Das mache ich seit Ende 2015 verstärkt, und es liegen schon einige Songs herum, die fertig sind und die man auf ein Album pressen könnte. Aber man muss bei so etwas den richtigen Zeitpunkt abwarten. Ich brauche drehfreie Zeit, um dementsprechend Promotion machen zu können. Ich will ein neues Album nach vorne pushen und präsent sein, wenn es erscheint, um so viele Leute wie möglich mit meiner Musik zu erreichen.

prisma: Alleine wegen der SAT.1-Serie "Einstein" hätten Sie in naher Zukunft wohl zu wenig Zeit dafür. Bald gibt es eine zweite Staffel ...

Beck: Genau, demnächst fange ich wieder an und drehe dann bis Ende des Jahres. Ich freue mich sehr, dass "Einstein" so gut angenommen wurde. Eigentlich wollte ich keine Serie mehr machen, weil man sich immer so lange binden muss. Das wird definitiv heftig, vier Monate lang kein Privatleben mehr zu haben. Aber ich freue mich darauf, weil mir die Rolle wahnsinnig Spaß macht.

prisma: Als Sie auf Instagram über 100.000 Follower hatten, gab es als kleines Dankeschön von Ihnen ein Bild, auf welchem sie von hinten zu sehen sind, wie Sie nackt in den Pool springen. Was machen Sie, wenn Sie die 200.000 knacken?

Beck: Bei den 200 gibt's natürlich die Vorderseite, ist ja klar (lacht). Ne, da habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken drüber gemacht. Viele Bilder im Netz, die mit Nacktheit verbunden sind, wirken so wahnsinnig sexualisiert. Ich finde das sehr schade, weil eigentlich ist ja nichts dabei, wenn man nackt ist. Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit Nacktheit, Nacktheit ist doch etwas stinknormales. Und das wollte ich damit zeigen.

prisma: Tom Beck ist also pro Nacktheit ...

Beck: In 'nem gewissen Rahmen, ja! Besser gesagt, ich bin für einen unkomplizierteren Umgang mit Nacktheit.

prisma: Sie können sich aber auch sehen lassen, schließlich sind Sie sehr diszipliniert, was Ihren Körper betrifft ...

Beck: Ja, das muss man auch sein, je älter man wird. Ohne Disziplin geht's eben nicht mehr. Ich merke schon den Unterschied zu vor drei Jahren. Es ist alles nicht mehr ganz so leicht heute.

prisma: Nächstes Jahr steht ein runder Geburtstag vor der Tür – werden Sie Ihren 40. feiern oder wegfahren?

Beck: Beides wahrscheinlich. Entweder ich fahre weg und wir feiern woanders, oder ich bleibe hier in Deutschland. Aber feiern werde ich auf jeden Fall. Ich freue mich auf meinen Geburtstag und habe überhaupt kein Problem mit dem Älterwerden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst