Prinz Harry und Prinz William sprechen in der TV-Doku erstmals darüber, wie es war, die meistfotografierte Frau der Welt als Mutter zu haben.

"Dies ist das allererste Mal, dass wir über Diana als Mutter reden", sagt Prinz Harry gleich zu Beginn der knapp einstündigen Dokumentation von Ashley Gething. "Ihr 20. Todestag ist ein guter Zeitpunkt, sich zu erinnern. Und eine Seite von ihr zu zeigen, die andere bislang nicht gesehen haben", fügt Prinz William gleich danach hinzu. Die zwei Prinzen kramen dazu in alten Fotoalben, es werden Bilder von Harrys Einschulung und einem Familienbesuch in einem Wasserpark gezeigt. Die zwei sagen in "Unsere Mutter Diana", einer BBC-Doku, die schon seit Wochen für Schlagzeilen sorgt, viele nette Dinge über die Princess of Wales, nur einmal bekommt man einen Hauch von Kritik zu hören. Diana wäre William zufolge eine schreckliche Großmutter gewesen. "Sie würde während der Badezeit vorbeikommen, ein unglaubliches Chaos anrichten – Schaum überall und das ganze Bad unter Wasser – und dann einfach gehen." Doch trotz einstündiger Lobpreisung ist der erstaunlich persönlich geratene Film natürlich alles andere als belanglos.

Die Prinzen als beinahe normale Jungs

Vor allem bekommt man in "Unsere Mutter Diana" einen guten Eindruck davon, wie schwer es ist, in so jungen Jahren ein enges Familienmitglied zu verlieren. Ashley Gething schafft es, die Prinzen nicht nur als Prinzen zu zeigen, sondern als beinahe normale Jungs, die auch 20 Jahre nach dem Tod ihrer Mutter versuchen, mit ihrem Verlust zurechtzukommen. Offen wie nie erzählen sie von ihrer Kindheit und wie sehr ihre ungewöhnliche Mutter sie geprägt hat. Diana nahm ihre Söhne zum Beispiel früh in eine Obdachlosenunterkunft mit, um ihnen zu zeigen, dass das Leben außerhalb der Schlossmauern anders ist, als Harry und William es kennen.

Am emotionalsten wird die Doku allerdings, als William ausnahmsweise einmal nicht erzählt, was für ein toller Mensch die "Königin der Herzen" war – was man ihm durchaus glaubt –, sondern, wenn er ganz trocken über die Presse spricht, die die Familie auf Schritt und Tritt belästigte: "Auch wenn sie die Princess of Wales sind und Mutter, dann gehört es sich nicht, dass 30 Motorradfahrer ihnen den Weg versperren, sie bespucken und anschreien, nur um eine Reaktion zu provozieren und sie öffentlich zum Weinen zu bringen. Alles für die Fotos."

Diana, die, wie es sich für eine britische Lady gehörte, meist die Contenance bewahrte, stand vor allem nach der Trennung von Charles unter enormen öffentlichem Druck: "Wenn sie mal geweint hat, hatte das fast immer mit der Presse zu tun. Ich glaube nicht, dass dies angemessen ist", betont William immer noch sichtlich betroffen. Und auch wenn die sonstigen Aussagen der Dokumentation wohl besser in ein Boulevardblatt als ins öffentlich-rechtliche Fernsehen passen und Diana ein wenig zu heilig erscheint, so ist der Film wegen Aussagen wie dieser am Ende doch sehenswert.


Quelle: teleschau – der Mediendienst