Sommer, Beats und hübsche Mädchen: "We Are Your Friends" (2015) begleitet einen aufstrebenden DJ in Los Angeles durch die vielleicht wichtigsten Wochen seines jungen Lebens. Während Cole (Zac Efron) nach dem perfekten Track sucht, muss er sich entscheiden, was ihm wichtiger ist: seine drei besten Freunde, mit denen er jahrelang durch dick und dünn ging, oder seine Karriere. Und natürlich mischt auch noch die eine große Liebe mit.

Viel Neues bietet der Coming-of-Age-Film von Spielfilmdebütant Max Joseph nicht: Gleichwohl ist "We are your Friends", den ProSieben erstmals im Free-TV zeigt, der perfekte Film für die Generation YOLO, die mit drei-Minuten-Clips bei YouTube aufwächst, im Wochentakt neue Kurzzeitstars verlangt und das Leben vor allem als Party begreift.

Ruhm und Reichtum

"Als DJ brauchst du nur einen Laptop und etwas Talent", weiß Cole. Zusammen mit seinen Freunden Squirrel (Alex Shaffer), Mason (Jonny Weston) und Ollie (Shiloh Fernandez) lebt er im San Fernando Valley – einem wenig glamourösen Teil von Los Angeles und träumt von seinem Durchbruch als DJ. "Du brauchst nur diesen einen Track, der dein Leben verändert", erklärt er aus dem Off. Er will raus aus dem Valley und etwas aus seinem Leben machen, er will Ruhm und Reichtum.

Die Realität sieht anders aus: Die Jungs verdienen sich Geld als Promoter für einen Club, arbeiten für einen Immobilienhai, verticken Drogen. Ihre Träume leben sie nachts aus. Vor allem Cole scheint ein Talent zu haben: Er ist als DJ unterwegs und kennt die Tricks und Kniffe, um jede Meute zum Kochen zu bringen. Für eine echte Karriere im Musikbusiness fehlt ihm aber der eine selbst gemixte Song. Und dafür muss er Opfer bringen.

Nackte Haut, coole Elektrobeats, Partypics

Regisseur und Drehbuchautor Max Joseph, der bislang vornehmlich Web-Videos und Werbespots drehte, begleitet Cole durch einen Sommer der Entscheidungen. Er hat "We Are Your Friends" als hitzigen Clip inszeniert, mit all den Zutaten, die sein Zielpublikum aus dem Internet kennt: schöne Menschen mit viel nackter Haut, coole Elektrobeats, Partypics. In den USA bekam der Film übrigens das "R"-Rating – wegen unanständiger Sprache, Drogenkonsum, Sex und Nacktszenen. Bei uns ist "We Are Your Friends" ab zwölf Jahren freigegeben und wird zur Primetime im TV gezeigt.

Das Leben jedenfalls scheint so schlecht gar nicht zu sein: Man wird regelmäßig flachgelegt, hat immer irgendwie Spaß, ein Bier in der Hand oder eine Pille parat – und feiert sich manchmal zu Tode. Wenn sich "We Are Your Friends" selbst nicht ernster nehmen würde, als es das Drehbuch hergibt, könnte der Film als Porträt einer ganzen Generation durchgehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst