Meisterwerk der Filmkunst

Brechtrommel: Volker Schlöndorffs Meisterwerk auf 3sat

21.03.2026, 10.27 Uhr
Volker Schlöndorffs Verfilmung von Günter Grass" "Die Blechtrommel' gilt als Meisterwerk der Filmgeschichte. Die Oscar-prämierte Adaption ist ein eindringliches Porträt der Nazizeit und wird erneut auf 3sat gezeigt.

Mit der Nazi-Zeit setzte sich Volker Schlöndorff des Öfteren auseinander. "Die Blechtrommel" aber, seine geniale Verfilmung des Bestsellers von Günter Grass, bleibt sein Meisterwerk. Der Film aus dem Jahr 1979 war der erste deutsche Beitrag, der mit dem Oscar als bester nicht englischsprachiger Film ausgezeichnet wurde. Auch an der Croisette feierte man Schlöndorffs Werk: In Cannes gewann "Die Blechtrommel" zusammen mit Coppolas "Apocalypse Now" die Goldene Palme. 3sat wiederholt das epochale Werk am Samstag, 21. März, um 22.10 Uhr.

In der Adaption nach Günter Grass' Roman geht es um das Leben des Oskar Matzerath (David Bennent) – von seiner Geburt im Jahre 1924 in Danzig bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Alter von drei Jahren beschließt der Junge, nicht mehr größer zu werden, weil er nicht der Welt der Erwachsenen angehören will. Mithilfe einer Blechtrommel und eines unglaublichen Stimmvolumens tyrannisiert er seine Eltern und protestiert zugleich auf seine Weise gegen eine mit dem Faschismus immer stärker sympathisierende Umwelt. Oskar stört Naziaufmärsche, bringt seine beiden möglichen Väter ins Grab und schwängert obendrein seine spätere Stiefmutter (Katharina Thalbach). Ein höhnischer Winzling, der die Welt auf den Kopf zu stellen vermag.

Nichts von seiner Kraft verloren

Bis zu Schlöndorffs Meisterwerk galt die Romanvorlage von Grass aus dem Jahre 1959 als unverfilmbar. Ein Problem stellte dabei vor allem die kleinwüchsige Hauptfigur dar, deren Verkörperung dann durch den damals zwölfjährigen David Bennent große Anerkennung fand.

Der Regisseur stellt mit seinem Film aus der Sicht eines sich verweigernden wütenden Kindes dar, wie sich der Faschismus langsam anbahnt und immer weitere Kreise zieht. Dieses "sehr deutsche Fresko" (Schlöndorff) hat auch dank seiner historischen Einbettung und zugleich surrealen Überhöhung bis heute nichts von seiner Kraft verloren.

Übrigens: Den Auslands-Oscar holten nach Schlöndorff mit Caroline Link ("Nirgendwo von Afrika", 2003) und auch Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der Anderen", 2006) erst zwei weitere deutsche Filmemacher. Die Goldene Palme "gedieh" hierzulande nur noch einmal: Wim Wenders überzeugte die Jury 1984 mit "Paris, Texas".


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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