Matt Smith über den Dreh der neuen "House of the Dragon"-Staffel: "Es war viel"
Matt Smith spielt in "House of the Dragon" einen Mann, der für Chaos, Macht und Gefahr steht. Daemon Targaryen ist impulsiv, brutal, verführerisch – und doch glaubt Smith nicht, dass sich seine Figur wirklich neu erfindet. Im Gegenteil. "Ich bin immer etwas skeptisch, wenn man jemanden komplett verändern will", sagt der 43-Jährige im Gespräch mit der Agentur teleschau. Zwar könnten sich Umstände, Beziehungen und Machtverhältnisse verschieben. "Aber die Essenz eines Menschen bleibt ziemlich ähnlich."
Mit der dritten Staffel von "House of the Dragon", die ab 22. Juni bei Sky, WOW und HBO Max zu sehen ist, eskaliert der Kampf um den Eisernen Thron weiter. Team Black und Team Green stehen sich unversöhnlicher denn je gegenüber, Drachen ziehen in die Schlacht, alte Bündnisse zerbrechen. Für Daemon bedeutet das vor allem eines: Er kommt wieder dorthin, wo er sich am lebendigsten fühlt.
"Er versucht schon seit einiger Zeit, eine Armee aufzustellen", erklärt Smith gegenüber teleschau. Nun werde diese Sehnsucht endlich gestillt. Daemon trete in den Abschnitt seines Lebens ein, "in dem er sich am lebendigsten fühlt: Krieg, Gewalt und Chaos". Ein Satz, der viel über diese Figur verrät. Denn Daemon ist für Smith kein Mann, der Ruhe sucht. "Ich habe ihn immer als eine Art Agent des Chaos gesehen", sagt der Brite. Genau darin liege sein Reiz – und seine Gefahr.
"Es war viel": Smith musste Hochvalyrisch lernen
Trotzdem möchte Smith Daemon nicht als reine Kampfmaschine verstanden wissen. Für ihn geht es weniger darum, eine Figur plötzlich völlig neu zu erzählen, sondern darum, unter veränderten Umständen ihren Kern freizulegen. "Die Situationen um ihn herum ändern sich", sagt Smith. "Aber die Grundidee von ihm ist ziemlich ähnlich zu der, die wir schon in Staffel eins gesehen haben."
Auch für Smith selbst bleibt die Arbeit an der Serie körperlich und mental fordernd. Vor besonders intensiven Szenen habe er ein schlichtes Ritual: Er laufe viel auf und ab. Keine große Methode, keine Hollywood-Geste – eher ein Versuch, Spannung und Energie in Bewegung zu bringen, bevor die Kamera läuft.
Dazu kommt in dieser Staffel eine weitere Herausforderung: Hochvalyrisch. Smith spricht von langen Passagen in der Kunstsprache der Targaryens. "Es war viel", gibt er zu. Gerade solche Momente zeigen, wie sehr eine Fantasy-Serie dieser Größenordnung nicht nur aus Drachen und Schlachten besteht, sondern auch aus Disziplin, Timing und einer Menge Vorbereitung.
Privat blitzt bei Smith jedoch immer wieder dieser trockene Humor durch, der ihn von Daemon unterscheidet. Auf die Frage, welche fiktive Figur er für Team Schwarz (die Bürgerkriegsfraktion aus der Serie) rekrutieren würde, muss er nicht lange überlegen: Mr. Burns aus "Die Simpsons". Den würde er direkt in den Rat setzen. "Dann kommt Bewegung rein", scherzt Smith.
Vielleicht ist genau diese Mischung der Grund, warum sein Daemon seit Jahren so fasziniert. Die Figur ist gefährlich, aber nie langweilig. Unberechenbar, aber nicht beliebig. Und für Matt Smith offenbar vor allem eines: ein Mann, dessen Welt sich verändert – während sein innerer Kern erstaunlich gleich bleibt.
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH