Abschiedsalbum

"Das ist vorbei": Campino spricht über den Abschied der Toten Hosen

21.05.2026, 10.16 Uhr
Campino spricht in den „tagesthemen“ über den schrittweisen Rückzug der Toten Hosen. Warum die Band keine neuen Studioalben mehr plant – und was trotzdem offenbleibt.
Campino sitzt auf der Bühne und hält ein Mikrofon.
Campino ist der Frontmann von "Die Toten Hosen".  Fotoquelle: picture alliance / SvenSimon

Die Toten Hosen haben mit dem Studioalbum "Trink aus, wir müssen gehen!" ihr voraussichtlich letztes Werk dieser Art vorgelegt. Im ARD-Format "tagesthemen" sprachen Sänger Campino und Bassist Andi Meurer mit Moderator Ingo Zamperoni über ihre Entscheidung. Die Band blickt auf über 40 Jahre gemeinsame Musikgeschichte zurück.

Die Toten Hosen erklären ihren Abschied vom Studioalbum

Campino erklärte, die Wehmut lasse sich derzeit noch gut verdrängen. Der Grund: der unmittelbar bevorstehende Tourauftakt in Prag lasse keinen Raum für Sentimentalität. In einer ruhigen Phase könne sich allerdings ändern. "Wenn der Sommer sich dem Ende neigt und wir eine größere Pause haben, dann wird das schon reinknallen und dann muss man das, glaube ich, erst einmal sacken lassen", sagte der Sänger.

Die Entscheidung beschrieb die Band als gemeinsamen Beschluss. Es habe einen Konsens gegeben, das Ende der eigenen Studiotätigkeit selbst zu bestimmen, so Campino. Uneinigkeit habe allerdings beim konkreten Zeitpunkt des Rückzugs geherrscht: "Die Idee ist: Mit Vollgas über die Ziellinie, und nicht abgekämpft. Das können wir jetzt noch garantieren."

Tote Hosen: Letztes Album, kein Comeback – Abschied mit Ansage

Campino betonte, es sei "im Zweifelsfall besser, zu früh zu gehen, als zu spät". Moderator Ingo Zamperoni bohrte nach und wollte wissen, ob eine spätere Rückkehr vorstellbar sei, wie sie in der Branche durchaus üblich ist. Campinos Antwort war allerdings eindeutig: "Leuten, die Ü60 sind und 45 Jahre zusammen waren, denen sollte man eine gewisse Ernsthaftigkeit bei so einem Entschluss schon abnehmen."

Eine mögliche Hintertür bleibt trotzdem offen: Auf die Frage, ob die Band weiterhin Musik produzieren werde, antwortete Campino: "Das ist alles noch offen. Diese Schlussakzente sind noch nicht ausüberlegt." Man gehe jetzt "natürlich Richtung Ausgang", so der Sänger. Er bezeichnete die aktuelle Situation als "schrittweisen Rückzug" aus dem regulären Bandbetrieb. Mit Blick auf die Konzertaktivitäten sagte er: "Wir werden 100 Prozent unser letztes Konzert in Südamerika geben im Oktober. Da können wir das schon mal üben, was es heißt, endgültigen Abschied von der Bühne zu nehmen."

Was bleibt: Engagement über das Bandleben hinaus

Auch nach dem letzten Studioalbum wollen Die Toten Hosen ihr gesellschaftliches Engagement nicht aufgeben. Campino werde weiterhin privat "Courage zeigen". Zudem schließe die Band Auftritte bei Benefizveranstaltungen nicht aus. "Wenn es brennt und die Stadt ruft uns, sind wir für viele Sachen da", so der Sänger. Gegenüber der "tagesthemen"-Redaktion zog er gleichzeitig eine klare Grenze: "Aber dieses normale Leben als Tote Hosen und 'Wir reflektieren das, was wir erlebt haben' – das ist vorbei."

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