Agnès Jaoui

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Bereits vielfach preisgekrönt: Agnès Jaoui
Agnès Jaoui
Geboren: 19.10.1964 in Antony, Hauts-de-Seine, Frankreich
Sternzeichen: Waage

Sie gilt als eine der vielseitigsten und erfolgreichsten Filmemacherinnen Frankreichs: die vielfach preisgekrönte Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Agnès Jaoui. Direkt mit ihrer ersten Regiearbeit "Lust auf Anderes" (2000), eine französische Variante von "American Beauty" mit Spaß an geschliffenen Dialogen und ironischem Blick auf die Bourgeoisie und die Nouveaux Riches, gelang Jaoui ein fulminantes Debüt als Regisseurin, das mit vier Césars ausgezeichnet und einer Oscar-Nominierung gewürdigt wurde.

Schon in "Lust auf Anderes" erwies sich die Tochter einer Psychotherapeutin und eines Managers wie in ihren späteren Werken als eine glänzende Beobachterin, die auf die inneren Widersprüche der porträtierten Gesellschaft zielt: Lippenbekenntnisse zu Toleranz und Menschlichkeit stehen der offensichtlichen Unterordnung unter das Diktat jener "Bilder" gegenüber, die uns Schönheit, Schlankheit und Erfolg vorzuschreiben scheinen. Die Regisseurin setzt die emsige Betriebsamkeit ihrer sich im Kreis drehenden Figuren mit Perspektivenwechsel in Szene. So enthüllt sie, was ebenso absurd wie typisch ist: Die Manie eines jeden, von den anderen wahrgenommen werden zu wollen. Das Ziel bleibt unerreichbar, so lange alle im Teufelskreis des Narzissmus stecken und jeder nur sich selbst sieht.

Ihre Karriere begann Jaoui bereits im Alter von 15 Jahren mit Kursen an der berühmten Schauspielschule Cours Florent. Einige Jahre später wechselte sie an die Schauspielschule des renommierten Théâtre des Amandiers im Pariser Vorort Nanterre, wo sie u.a. von Regisseur Patrice Chéreau unterrichtet wurde. Nach ihrem Studium arbeitete Jaoui zunächst am Theater. Ihre Filmdebüt gab Jaoui 1983 in dem Actiondrama "Tödliche Spur", weitere kleine Rollen hatte sie in "Hôtel de France", "Die Verlobte" (beide 1987) und "Ivanov", bevor sie 1992 ihre erste größere Rolle in Manuel Pradals TV-Film "Canti" spielte. Fünf Jahre zuvor begegnete sie erstmals dem Schauspieler und Autor Jean-Pierre Bacri, mit dem sie fortan nicht nur eine private Beziehung, sondern auch eine fruchtbare berufliche Partnerschaft verbindet. 1993 sah man die beiden erstmalig in Philippe Muyls Komödie "Cuisines et dépendances".

Mit Bacri verfasste Jaoui noch im gleichen Jahr das Drehbuch zu Alain Resnais Doppelkomödie "Smoking"/"No Smoking", für das Jaoui ebenso wie ihr Partner mit dem César ausgezeichnet wurde. Und auch ihre nächste gemeinsame Drehbucharbeit für Cédric Klapischs Erfolgskomödie "Typisch Familie!", in der die beiden auch Hauptrollen übernahmen, wurde erneut mit dem César prämiert. Direkt zwei Césars folgten 1997 für Alain Resnais' Gesellschaftskomödie "Das Leben ist ein Chanson". Erneut wurde das Drehbuchduo Bacri/Jaoui ausgezeichnet, eine weitere der begehrten Trophäen gab es für Jaoui als beste Nebendarstellerin in der Rolle der Camille Lalande. Im Jahr darauf sah man die erfolgreiche Autorin dann in einer kleinen Nebenrolle in Alain Corneaus herausragendem Polizeithriller "Jenseits aller Regeln" und 1999 gehörte sie zum Cast von Bruno de Almeidas Krimikomödie "On the Run". Jaouis oben bereits erwähntes Regiedebüt "Lust auf anderes" beruhte erneut auf einem Drehbuch, das die Regisseurin mit Dauerpartner Bacri verfasst hatte.

Die Hauptrolle der Françoise übernahm Agnès Jaoui 2000 in dem Drama "Une femme d'extérieur" von Christophe Blanc, und auch in dem Drama "24 heures de la vie d'une femme" (2002) von Laurent Bouhnik sah man sie in der weiblichen Hauptrolle der Marie Collins Brown an der Seite von Michel Serrault. François Favrat besetzte sie danach in seinem Drama "Le rôle de sa vie" (2003), bevor Jaoui mit ihrer zweiten Regiearbeit "Schau mich an!" (2004) einen aus dem Leben gegriffenen bunten Reigen präsentierte, der mal wortwitzig und mal dramatisch daherkommt. Wieder war Dauerpartner Bacri mit von der Partie, der sowohl am Drehbuch mitwirkte und wie Jaoui in einer der Hauptrollen zu sehen ist. Die Regisseurin wurde für die gelungene Tragikomödie für die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes nominiert, sie erhielt diese dann zusammen mit Bacri für das beste Drehbuch.

2005 schließlich sah man Jaoui in der Rolle der Nina in Richard Dembos melancholischem Drama "La maison de Nina", der in einem Waisenhaus nahe Paris spielte und zeigte, wie junge Juden wieder mit dem Leben zurechtzukommen versuchen, nachdem sie die Schrecken des Zweiten Weltkriegs überlebt haben. Tragisches am Rande: Regisseur Dambo, der in seiner Jugend selbst in einer solchen Einrichtungen seine Sommerferien verbracht hatte, starb 2004 während der Postproduktion seines Films im Alter von nur 52 Jahren. 2008 schließlich stellte das Künstlerpaar Jaoui/Bacri mit der Komödie "Erzähl mir was vom Regen" seine bislang letzte Arbeit vor. Einmal mehr werden die alltäglichen Unbillen des Lebens beobachtet, natürlich wie immer mit einer deftigen Prise Selbstironie versetzt, so dass die kleinen Schwächen der Menschen entblättert werden.

Foto: Alamode


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