Damiano Damiani

Damiano Damiani - der richtige Mann für engagierte 
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Damiano Damiani - der richtige Mann für engagierte Polit-Thriller
Damiano Damiani
Geboren: 23.07.1922 in Pasiano, Italien
Sternzeichen: Löwe
Gestorben: 07.03.2013 in Rom, Italien

Neben Elio Petri und Francesco Rosi galt Damiano Damiani seit Ende der Sechzigerjahre als einer der führenden italienischen Regisseure, die hochbrisante Skandal- und Korruptionsaffären in spannender Action-Form bekanntmachen. Und davon gibt es im Mafia-Land Italien eine ganze Menge. "Wir können mit unseren Filmen die Wirklichkeit nicht verändern. Das kann keiner. Aber ich kann dazu beitragen, dass ein Klima der Veränderung entsteht, eine Bereitschaft geistiger Art, eine Veränderung anzustreben. Das ist der ganze Nutzen meiner Arbeit." Ein typischer Damiani-Film ist "Der Meuchelmörder" (1961): Ein Bauunternehmer lässt seine Gläubiger beseitigen. Der Arbeiter, den er dafür kauft, wird sein Leben lang unter Gewissensqualen leiden.

Der Mord an einer Prostituierten in Rom: Auf die Aussage einer 14-Jährigen hin verhört die Polizei einen Verdächtigen. Eine Dutzendgeschichte, doch das genaue Milieu und die konsequent, unspekulativ sachliche Inszenierung überraschen. Man war verwundert, dass in "Unschuld im Kreuzverhör" (1959) ein Regie-Neuling am Werk war: Damiano Damiani. Darin spielte übrigens neben dem bekannten Regisseur Pietro Germi der spätere "Winnetou" Pierre Brice den jungen Täter. Cesare Zavattini, ein Vertreter des neorealistischen Kinos, hatte mit dem Regisseur das Drehbuch geschrieben. In San Sebastian erhielt Damiani den Preis der Filmkritik für ein "faszinierendes Zeitbild". Das war der Beginn einer großen Karriere. Dabei war er zu jener Zeit schon lange im Filmgeschäft: Er war Co-Autor von Filmen wie "Die Kurtisane von Athen" (1958), "Die Wolgaschiffer" (1958) von Victor Tourjanski und Sergio Griecos "Aufstand der Legionen" (1959) nach Gustave Flaubert, "Der Fluch des Pharao" (1960) von Fernando Cerchio mit Debra Paget als Cleopatra.

"Don Mariano weiß von nichts" entstand 1967 nach einem Roman von Leonardo Sciascia: Auf Sizilien wird ein anderer Bauunternehmer von seinem Konkurrenten ermordet. Die Mafia kaschiert das Verbrechen als Eifersuchtsdelikt, Polizei und Staatsanwaltschaft sind machtlos. Auch "Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie 's" (1971) beruht auf einer literarischen Vorlage, dem Roman von Leros Pittoni. Wegen eines Verkehrsdelikts kommt ein Architekt in Untersuchungshaft. Im Gefängnis erfährt er den Terror und die Macht der Mafia. Hauptdarsteller Franco Nero ist auch der Held von drei weiteren Mafia-Filmen: "Don Mariano weiß von nichts" (1967), für den Damiani 1968 mit dem Goldenen Bären der Filmfestspiele von Berlin ausgezeichnet wurde, "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" (1970) und "Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?" (1974).

Als Sohn kleinbürgerlicher Eltern wuchs Damiani in dem Dorf Pasiano in der italienischen Provinz bei Udine auf. Als er ein Jahr alt war, zog die Familie nach Bologna. Das nannte er später die schönste Zeit seines Lebens. Die Atmosphäre dieser Stadt war für seine Entwicklung richtungsweisend: "Die Bologneser sind anders als andere Italiener. Sie sind konkret, lieben das Leben, begegnen ihm mit Enthusiasmus und versuchen, es im besten Sinne aus zu kosten. Nichts Gothisches, Bedrängendes, Metaphysisches liegt hier in den Charakteren", sagte Damiani einmal. Aus wirtschaftlichen Gründen zog die Familie in die kühle, nüchterne Industrie- und Handelsstadt Mailand. 17 Jahre lebte er dort, ging zur Schule und zur Kunstschule in Brera, wo er malen lernte: "Ich denke nicht gerne an Mailand zurück. Das war bedrückend, ich musste mich orientieren, einen Weg suchen." Er hätte damals gerne Musik und Film studiert, doch dazu hätte er nach Rom gehen müssen. Allerdings ist die Kunstakademie in Brera nicht nur Ausbildungsstätte, sondern auch Zentrum. Hier entbrannte ein antifaschistischer Kampf. Damiani engagierte sich, zeichnete nebenbei für Zeitungen "Fumettis", Bildergeschichten, daneben Werbeplakate und politische Poster. Aber er interessierte sich schon für Film, arbeitete an Dokumentarfilmen mit.

Cesare Zavattini half ihm, nach Rom zu kommen und brachte ihn mit Vittorio De Sica zusammen, mit dem er zu dieser Zeit "Das Wunder von Mailand" drehte. Zavattini besorgte Damiani Arbeit und beeinflusste ihn moralisch und künstlerisch. "Zavattini hat mir das wirkliche Verständnis fürs Kino beigebracht, den Film des offenen Auges", sagte Damiani. "Film des offenen Auges" ist in der Filmgeschichte der italienische Neorealismus. Später drehte er poetisch realistische Gegenwartsfilme wie "Wiedersehen für eine Nacht" (1962) über die Enttäuschung eines jungen Mailänders über seine ehemaligen Freunde und Saufkumpane oder "Die Nackte" (1963) nach Alberto Moravias Roman "Langeweile" über die fatale Bindung eines jungen Mannes an ein nymphomanes, gefühlskaltes Mädchen.

1972 entstand ein interessanter historischer Film vor dem Hintergrund des aufkommenden Faschismus: "Girolimoni - Das Ungeheuer von Rom". Italien, 1927: Die Faschisten gewinnen an Terrain, Mussolini wird Innenminister. In den Armenvierteln von Rom geht ein Ungeheuer um, ein Mörder, der kleine Mädchen misshandelt, umbringt und verscharrt. Es ist ein Kranker, den seine Familie deckt; die Morde werden vertuscht. Die Regierung will die Bestie entlarven, also sucht und findet man einen Täter. Ein armer kleiner harmloser Bürger - Nino Manfredi spielt ihn überzeugend - geht in die Falle, man nimmt ihn fest. Zwar muss Girolimoni bald wieder freigelassen werden, doch das geschieht so unauffällig, dass er für die Menschen in seiner Umgebung das Ungeheuer bleibt. Auch nach dem Krieg ändert sich für ihn nichts. Die Macht der Mächtigen und die Ohnmacht des kleinen Manns, das ist es, was Damiani auf einfache, klare und spannende Weise immer wieder offenlegt.

Wie seine Regiekollegen Carlo Lizzani und Florestano Vancini drehte auch Damiani hier und da einen Action-Film - wie "Töte Amigo" (1966), ein Italowestern vor dem Hintergrund der mexikanischen Revolution mit Gian Maria Volonté, hintergründig und nicht ohne Zynismus. Und als Sergio Leone wegen seines Vertrages für "Es war einmal in Amerika" gebunden war und eigenlich nichts anderes inszenieren durfte, übernahm Damiano Damiani 1975 die Haupt-Regie für "Nobody ist der Größte" mit Terence Hill. So etwas wie Handlung im engen Sinne gibt es nicht, Terence Hill schaut ständig aus seinen wasserblauen Augen; doch eine Reihe kurzweiliger Gags, mit denen sich das Kino über das Kino lustig macht, entschädigen den Zuschauer in diesem zweiten, von Sergio Leone produzierten Film. Damiani haute hier mal so aus Herzenslust auf den Putz.

Zu den späteren Filmen zählen "Ich habe Angst" (1977) mit Gian Maria Volonté, Erland Josephson und Mario Adorf, "Un uomo in ginocchio" mit Michele Placido und Westernstar Giuliano Gemma, "Die tödliche Warnung" (1980), wieder mit Gemma und Martin Balsam, sein einziger Hollywood-Film "Amityville II - Der Besessene" (1982), "New York Connection" (1984) mit Michele Placido, "Spiel mit dem Tod" (1989) mit Elliott Gould, sowie der TV-Vierteiler "Der Zug" (1989) mit Ben Kingsley als Lenin.

In den Achtzigerjahren machte Damiano Damiani vorwiegend durch seine engagierte Mafia-Serie "Allein gegen die Mafia" (erstmals 1983) von sich reden. Michele Placido spielt den Kommissar Cattani, der im Verlauf der Serie ermordet wird. Damiani inszenierte die Serie in mehreren Staffeln alterierend mit Luigi Perelli teilweise selbst. Diese "blutige Zoologie Siziliens" (FAZ) löste viel Diskussionsstoff aus, zumal Damianis Fassungen immer wieder diskutiert - und zensiert - wurden.

Weitere Filme von Damiano Damiani: "La Banda d'Affori" (Dokumentarfilm, 1947), "Le Giostre" (Dokumentarfilm, 1954), "Insel der verbotenen Liebe" (1962), "La Strega in amore", "Una Ragazza piuttosto complicata" (1968), "La Moglie più bella" (1970), "Verbannt" (1974), "Goodbye und Amen" (1978), "Parole e sangue" (TV, 1982), "La gran incognita", "Die Untersuchung" (beide 1986), "Imago urbis" (1987), "Die finstere Sonne" (1990), "Uomo di rispetto" (TV), "Racheengel" (beide 1992), "Una bambina di troppo" (TV, 1994), "Liebe deinen Feind" (1999), "Alex l'ariete" (2000), die Fortsetzung von "Liebe deinen Feind" "Ama il tuo nemico 2", "Un altro mondo è possibile" (beide 2001) und "Assassini dei giorni di festa" (2002).


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