Pierre Brice

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Einmal Winnetou, immer Winnetou: Pierre Brice
Fotoquelle: Rialto Film
Pierre Louis Le Bris
Geboren: 06.02.1929 in Brest, Frankreich
Sternzeichen: Wassermann
Gestorben: 06.06.2015 in der Nähe von Paris, Frankreich

Ob Karl May an dem attraktiven Franzosen seine helle Freude gehabt hätte, lässt sich nicht mehr herausfinden. Doch die Identifizierung von Pierre Brice mit der Rolle des edlen Apachen-Häuptlings Winnetou ist schon schicksalhaft zu nennen. Brice verkörperte den makellosen Indianer auf deutschen Freilichtbühnen noch bis weit in die Neunzigerjahre hinein. Auch in Interviews und im Fernsehen wurde er den Schatten Winnetous nicht los. 1998 wurde Brice für den grauenhaften Zweiteiler "Winnetous Rückkehr" gnadenlos reaktiviert. Dabei hatte der Indianerhäuptling sich seine Ruhe in die ewigen Jagdgründen inzwischen mehr als verdient.

Als Pierre Brice elf Jahre alt war, marschierten die Nazis in Frankreich ein, sein Vater kämpfte im Widerstand. Im Alter von 15 Jahren schloss sich auch Pierre Brice der Résistance an. Hautnah erlebte er die Schrecken des Krieges. Mit 19 Jahren meldete er sich freiwillig zur Armee, ging erst für zwei Jahre nach Algerien, dann weitere vier Jahre nach Indochina. Er kämpfte als Taucher und als Fallschirmjäger, entging mehrfach nur knapp dem Tod. Ausgezeichnet mit drei Tapferkeitsmedaillen kam Pierre Brice 1951 zurück nach Frankreich. Doch die Stimmung im Land hatte sich gewandelt, viele Bürger waren mittlerweile gegen den Kriegseinsatz. Nachdem Pierre Brice jahrelang sein Leben für sein Land riskiert hatte, wurden er und seine Kameraden bei ihrer Heimkehr nicht als Helden gefeiert, sondern von der Bevölkerung mit Buhrufen empfangen. Pierre Brice kehrte der militärischen Laufbahn den Rücken.

Begonnen hatte Pierre Louis Le Bris als Theaterschauspieler, später besuchte er das Pariser Konservatorium und arbeitete als Fotomodell, Tänzer und Schauspieler. Anfang der Fünfzigerjahre kam Brice zum Film und spielte bis zu seinem Winnetou-Debüt "Der Schatz im Silbersee" (1962) in eher zweitklassigen Gesellschaftsdramen, Abenteuern, Krimis und italienischen Historienfilmen: die Gesellschaftsstudie "Die sich selbst betrügen" (1958), "Aufstand der Tscherkessen" (1959), der Krimi "Unschuld im Kreuzverhör" (1959), "Die Frau der Pharaonen" (1960), der Krimi "An einem heißen Nachmittag" (1960), der Horrorschinken "Die Mühle der versteinerten Frauen" (1960), der Krimi "Call-Girls" (1960), die Komödie "Akiko" (1960), der Kostüm- und Historienfilm "Ritt in die Freiheit" (1961), das Gesellschaftsdrama "Sie nennen es Liebe" (1961).

Die Karl-May-Verfilmungen machen Pierre Brice in den Sechzigerjahren international bekannt. Der Franzose taucht jetzt mit Hauptrollen in den Besetzungslisten von haufenweise Dutzendware auf, darunter "Robin Hood in der Stadt des Todes" (1962), "Zorro gegen Maciste - Kampf der Unbesiegbaren" (1963), "Die goldene Göttin von Rio Beni" (1964), der Western "Die Hölle von Manitoba" (1965), der Krimi "Schüsse im Dreivierteltakt" oder das Melodram "Die Reue des Pierre Grilhem" (1969).

Als ernstzunehmender Charakterdarsteller dreht er unter Roger Boussinot 1967 das Ehe- und Gesellschaftsdrama "Die Nacht gehört uns". An der Seite von Sophia Loren und Marcello Mastroianni ist er 1974 als Kommissar in der Kriminalkomödie "Die Puppe des Gangsters" zu sehen. In der Komödie "Zärtliche Chaoten" (1987) muss er in einer Nebenrolle einmal mehr den Winnetou mimen. 1993 kam das Abenteuer "Der blaue Diamant" ins Fernsehen.

Weitere Filme mit Pierre Brice: "Winnetou I", "Old Shatterhand" (beide 1963), "Winnetou II", "Unter Geiern" (beide 1964), "Winnetou III", "Old Surehand", "Der Ölprinz" (alle 1965), "Winnetou und sein Freund Old Firehand", "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" (beide 1966), "Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten" (1968), "Schöne Ferien" (1985), "Orages d'été, avis de tempête" (1990), "Mallorca - Liebe inbegriffen" (1992), "Klinik unter Palmen - Philippinen" (1996), "Klinik unter Palmen" (1996) "Utta Danella - Die Hochzeit auf dem Lande" (2001), "Mit einem Rutsch ins Glück" (2003), "Das Traumhotel - Zauber von Bali" (2005).


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