Martin Rickelt

Lesermeinung
Geboren
02.09.1915 in Berlin, Deutschland
Gestorben
09.04.2004 in Karlsruhe, Deutschland
Sternzeichen
Biografie
Man kennt ihn als "Onkel Franz", den Querulanten und Onkel von Mutter Beimer in der "Lindenstraße": Martin Rickelt, der Mann, der in Klatschspalten so gut wie nie vorkam. Bisweilen musste sich Rickelt allerdings dagegen wehren, mit "Onkel Franz" verwechselt zu werden. So wurde er schon von Zuschauern in Briefen als Nazi beschimpft, weil "Onkel Franz" rechte Sprüche von sich gegeben hat.

Rickelt arbeitete trotz seines hohen Alters immer noch. Wenn er nicht bei Dreharbeiten in Köln war, fuhr er jeden Tag mit dem Fahrrad zu dem Pflegeheim, in dem seine russische Frau Tamara leben musste. Seit 1943 war sie seine große Liebe. Kennen gelernt hatte er sie als Soldat in der Ukraine, wo er in einem Fronttheater spielte. Er verliebte sich in die russische Sängerin und schaffte es, sie unter großer Gefahr und gegen alle Widerstände zu heiraten und nach Deutschland zu bringen.

Martin Rickelt stammte aus einer weltoffenen Berliner Schauspielerfamilie, und so war es kein Wunder, dass er schon mit sechs Jahren seine erste Rolle in einem Stummfilm bekam. 1931, als 16-Jähriger, spielte er in der legendären Verfilmung von "Emil und die Detektive" mit.

Nach dem Krieg wurde er erfolgreicher Theaterschauspieler in Karlsruhe und erhielt auch immer wieder Rollen bei Film und Fernsehen. Neben seiner Schauspielerei übernahm er mehr und mehr soziale Verpflichtungen, etwa als ehrenamtlicher Sozial- und Arbeitsrichter und beim Neuaufbau der Bühnengewerkschaft.

1987 - er war schon über siebzig Jahre alt und längst Rentner - bot sich ihm noch einmal eine große schauspielerische Herausforderung, als er die Rolle des "Onkel Franz" angeboten bekam. Er spielte den engstirnigen, vorurteilsbehafteten Spießer gern, weil er hoffte, durch seine Arbeit Vorurteile, zum Beispiel gegen Ausländer, abbauen zu können.

Filme mit Martin Rickelt

BELIEBTE STARS

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN