Andrea Riseborough ist kein typischer Hollywood-Star – und genau das macht sie so spannend. Statt Blockbuster-Glamour oder Dauerpräsenz auf Klatschseiten setzt die Britin auf Charakterrollen mit Tiefgang. Schon früh entschied sie sich für Theater und anspruchsvolle Filmstoffe, spielte verstörende, verletzliche oder moralisch ambivalente Figuren. Rollen, die hängen bleiben – nicht nur hübsch aussehen.
Ein Meilenstein war ihr Auftritt im Indie-Drama „To Leslie“. Der kleine Film entwickelte sich plötzlich zum Oscar-Gespräch, weil Kolleginnen und Kollegen in Hollywood massiv Werbung für sie machten. Am Ende stand tatsächlich eine Nominierung – eine echte Außenseiter-Story in der sonst durchgeplanten Award-Welt. Spätestens da war klar: Riseborough ist eine der talentiertesten Charakterdarstellerinnen ihrer Generation.
Auch im Fernsehen überzeugt sie mit Wandelbarkeit, etwa als Margaret Thatcher in „The Crown“. Mal politisch kühl, mal emotional roh, dann wieder komplett ungeschminkt und zerbrechlich – sie verschwindet regelrecht in ihren Rollen. Kein Glam-Star, sondern eine echte Schauspielerin im besten Sinne. Eine, die lieber spielt als posiert.