Edward Norton

Stahl den Stars direkt mit seiner ersten Rolle die Show: Edward Norton. Vergrößern
Stahl den Stars direkt mit seiner ersten Rolle die Show: Edward Norton.
Fotoquelle: JStone/shutterstock.com
Edward James Norton Jr.
Geboren: 18.08.1969 in Boston, Massachusetts, USA

Es gibt Schauspieler, die sich langsam von winzigen Nebenrollen in Schrottfilmen hochdienen, und solche, die gleich zu Beginn das Glück haben, einen Volltreffer zu landen. Edward Norton gehört zur zweiten Kategorie. Als gerissener Mörder in "Zwielicht" (1996) stahl er den Stars Richard Gere und Laura Linney die Schau. Für seine herausragende Leistung erhielt er auf Anhieb eine Oscar-Nominierung.

Seither spielte Edward Norton stets zuverlässig interessante Rollen auf einem ungewöhnlich breiten Spektrum, das vom lieben Jungen von nebenan bis zum widerlichen Scheusal reicht - und meist haben Nortons Figuren auch von beiden Extremen etwas. Unter der Regie des mehrfachen Oscar-Preisträgers Milos Forman ("Amadeus") spielte Edward Norton in der Filmbiographie "Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" (1996) den Anwalt des wegen Pornographie angeklagten Hustler-Herausgebers. In seiner Rolle machte Norton deutlich, dass man denjenigen, für dessen Rechte man eintritt, nicht unbedingt mögen muss, dass dies aber ein Grundprinzip der Demokratie ist.

Singend sah und hörte man Edward Norton in Woody Allens charmanter Musical-Hommage "Alle sagen: I love you" (1996) mit Drew Barrymore als Partnerin. Für Regisseur John Dahl, den Experten in Sachen Neo-film noir, stand Norton in dem starbesetzten "Rounders" (1998) vor der Kamera. Der Zockerfilm war mit Matt Damon (Hauptrolle), John Turturro, Famke Janssen, John Malkovich und Martin Landau nicht gerade schlecht besetzt.

1998 sollte Edward Norton ursprünglich die Titelrolle in Steven Spielbergs Kriegsdrama "Der Soldat James Ryan" spielen, doch er lehnte letztendlich ab. Eine andere interessante Rolle, die er nicht spielte, war in Milos Formans "Der Mondmann" (1999). Forman konnte sich nicht zwischen Jim Carrey und Norton entscheiden und überließ die Wahl dem Studio. Denen fiel die Wahl leicht: Immerhin garantiert Carrey volle Kinokassen, Norton dagegen nicht.

Großen Eindruck hinterließ Edward Norton mit der schwierigen Rolle in dem Neonazi-Drama "American History X" (1998) von Tony Kaye. Um den fertigen Film gab es eine Menge Wirbel, nicht wegen des Themas, sondern weil der Regisseur sich mit den Produzenten zerstritt und am Ende mit der letzten Schnittfassung nicht zufrieden war. Dass "American History X" dramaturgisch uneben und psychologisch nicht immer nachvollziehbar ist, dürfte dennoch auf die mangelhafte Regie zurückzuführen sein, die sich zu wenig um Hintergründe kümmert.

Auf jeden Fall bemerkenswert sind die Leistungen von Edward Norton und Edward Furlong als Bruderpaar. Der Ältere (Norton) geht nach einem ultrabrutalen Mord an zwei Schwarzen für ein paar Jahre ins Gefängnis. Als er wiederkommt, hat er von seinen Nazi-Idealen abgeschworen, doch nun droht sein Bruder in die Szene abzudriften. Der Versuch, ihn zu retten, schlägt fehl. Die Rolle des geläuterten Nazis Derek brachte Edward Norton eine weitere Oscar-Nominierung ein.

Unter der Regie des "Sieben"-Regisseurs David Fincher spielte Norton 1999 in "Fight Club" einen jener Yuppies, die sich nach Feierabend entspannen, indem sie sich gegenseitig bei Faustkämpfen die Visagen ramponieren. Der Film wurde ein großer Kritikererfolg. Anschließend widmete sich Edward Norton seiner ersten Regie-Arbeit: "Glauben ist alles!" (2000). Zwei Freunde (Norton, Ben Stiller) verlieben sich in dieselbe Frau (Jenna Elfman). Und im Jahr darauf sah man ihn ander Seite von den Hollywood-Größen Marlon Brando und Robert De Niro in dem Thriller "The Score".

Edward Norton ist Mitglied der New York Signature Theatre Company an. Hier hatte er vor seiner Filmkarriere einige Bühnenerfolge. So sah man ihn unter anderem 1994 in Edward Albees "Fragments". Bereits 1991 hatte Norton an der Yale Universität seinen Abschluss in Geschichte gemacht. Er spricht übrigens fließend Japanisch. Außerdem engagiert er sich in der Enterprise Foundation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Familien mit geringem Einkommen bezahlbare Wohnungen zu verschaffen. Nortons Vater ist Anwalt, seine Mutter Lehrerin.

Weitere Filme mit Edward Norton: "25 Stunden", "Frida", "Roter Drache", "Death to Smoochy" (alle 2002), "The Italian Job - Jagd auf Millionen" (2003), "Down in the Valley" (2004), "Königreich der Himmel" (2005), "The Illusionist", "The Painted Veil" (beide 2006), "Der unglaubliche Hulk" (2008, auch Buch), "Lügen macht erfinderisch", "Gefährliches Gras" (beide 2009), "Moonrise Kingdom", "Das Bourne Vermächtnis" (beide 2012), "Grand Budapest Hotel" (2013).


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