Leni Riefenstahl

Berta Helene Amalie Riefenstahl
Lesermeinung
Geboren
22.08.1902 in Berlin, Deutschland
Gestorben
08.09.2003 in Pöcking am Starnberger See
Sternzeichen
Biografie
Die Tänzerin, Schauspielerin, Regisseurin, Produzentin und Fotografin Leni Riefenstahl ist beinahe so alt geworden wie Methusalem. Sie gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen und zu den umstrittensten, vor allem wegen dreier Filme, die sie im Auftrag Adolf Hitlers zwischen 1933 und 1935 drehte.

Nach Lyzeum und Malereistudium an der Kunstakademie erhält sie eine Tanz- und Ballettausbildung, u.a. bei Mary Wigman und der russischen Ballerina Eduardowa. Doch schon 1925 stand sie, 23-jährig, an der Seite Luis Trenkers erstmals vor der Kamera. Als tollkühne Darstellerin in Bergfilmen wie "Der große Sprung", "Stürme über dem Montblanc", "Die weiße Hölle vom Piz Palü" und "SOS Eisberg" avancierte sie zu einem über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Star in der frühen Zeit des Films. 1932 gab Leni Riefenstahl mit dem Melodram "Das blaue Licht" ihr viel beachtetes Regiedebüt. Ko-Autor war seinerzeit der ungarische Dramatiker und Sozialist Belá Balázs, von dem sie sich Leni Riefenstahl während ihrer Karriere im Nationalsozialismus distanzierte.

Besondere Bewunderung wurde ihr durch Adolf Hitler zuteil. Auf seinen persönlichen Wunsch hin drehte sie 1934 "Triumph des Willens", jenen Film, der die NSDAP für das Volk glorifizierte und Hitler als gleichsam gottgesandten Führer verherrlichte. Auch ihre nächste Regiearbeit erregte großes Aufsehen: Die fast vierstündige Dokumentation der olympischen Spiele 1936 in Berlin wurde mit Preisen überhäuft und galt noch lange nach dem Krieg in den USA als einer der zehn besten Filme der Welt. Außerdem setzte sie mit ihrer Fotografie neue Standards, die heute - z.B. in der Werbung - immer noch Verwendung finden.

Nach Kriegsende wurde Leni Riefenstahl zur persona non grata. Für viele ist sie es bis heute und auf alle Zeit. Ihre ambitioniertes Filmprojekt "Tiefland" (1953) fand kaumBeachtung. Zwar unterstrich sie in den Sechzigerjhren mit ihren Bildreportagen über die Nubas einmal mehr ihre filmtechnischen Qualitäten, und die Tatsache, dass sie im Alter von 90 Jahren an ihrem ersten Unterwasserfilm arbeitete, galt als Sensation; der Film - ein kommentarloser Zusammenschnitt ihrer besten Aufnahmen - wurde im Herbst 2002 unter dem Titel "Impressionen unter Wasser" (2002) gezeigt. Wegen ihrer Verstrickung in das Labyrinth des Dritten Reiches aber war sie eine umstrittene Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, obwohl sie sich immer wieder auf die Reinheit ihrer ästhetischen Ideale berief.

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