Charakterdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor:
Detlef Bothe
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Detlef Bothe

Lesermeinung
Geboren
24.07.1965 in Braunschweig, Niedersachsen, Deutschland
Alter
56 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Bei mehr als 60 Auftritten vor der Kamera und der Tatsache, dass Detlef Bothe sich auch als Regisseur und Drehbuchautor bereits einen Namen gemacht hat, sollte man eigentlich vermuten, dass das deutsche Publikum ihn kennt. Doch irgendwie ist er der Typ, der - trotz guter schauspielerischer Leistung - nicht im Gedächtnis haften bleibt und er ist schon gar nicht der Typ, der Frauenherzen höher schlagen lässt. Und doch trifft die Bezeichnung "Typ" es ganz genau. Er ist ein Charakterdarsteller, aber eben nicht der Vorzeigeschönling oder klassische Filmlover. Es sind die komplizierten Rollen, die er ohne Probleme spielt, durch die er aber nicht zum Sympathieträger wird.

Bothe wurde in Braunschweig geboren und wuchs in der Lüneburger Heide auf. Bevor er sich als Schauspieler und Drehbuchautor versuchte und am Münchner Zinnerstudio eine Ausbildung begann, war er KFZ-Mechaniker, Bandarbeiter im VW Motorenwerk Salzgitter Bedingen, Gebrauchtwagenhändler, Gastronom und Musikveranstalter. 1990 übernahm er - noch während seiner Schauspielausbildung, die er 1992 abschloss - seine erste Fernsehrolle in dem bayerischen Tatort "Ein Sommernachtstraum". Es folgten weitere Engagements für Film, Fernsehen und Bühne, darunter Auftritte in so unterschiedlichen Produktionen wie "Schlafes Bruder" (1995), "Gegen den Wind" (TV-Serie), "14 Tage lebenslänglich" (beide 1996), "Ballermann 6" (1997), "Nichts als die Wahrheit" (1998) und "Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding" (1999).

2001 trat er erstmals als Regisseur und Drehbuchautor in Erscheinung. Gemeinsam mit guten Freunden realisierte er das Dogma-Doku-Drama "Feiertag". Mit dem Low-Budget-Projekt setzte er einen ehrgeizigen Plan mit viel Hingabe und Enthusiasmus in nur zwölf Drehtagen um. Bothe lieferte den Darstellern nur ein Grundscript, der Rest war der Improvisationskunst der Darsteller überlassen. Leider sieht man seinem Regiedebüt den geringen Aufwand (es wurde mit digitaler Videokamera gedreht, oft wirken die Dialoge holprig, das Licht ist unter aller Kanone) an. Trotzdem muss man dem Projekt Lob zollen, wie dies auch die Jury des Förderpreises Deutscher Film tat, und "Feiertag" für das außergewöhnliche Engagement mit einem Sonderpreis auszeichnete. Drei Jahre später verwirklichte Detlef Bothe seine zweite Regiearbeit. "Meine Frau, meine Freunde und ich" wurde zwar ohne die Hilfe seiner Freunde, aber mit der gleichen ehrgeizigen Hingabe wie sein Debütfilm umgesetzt. Einmal mehr bewies der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, dass er ein Händchen für Geschichten besitzt, die sich mit Außenseitern, der Zerbrechlichkeit von Bindungen und dem ganz normalen alltäglichen Wahnsinn beschäftigen. So ist auch diese gut besetzte Tragikomödie, in der Bothe selbst die Hauptrolle des Richard übernahm, ein amüsanter Reigen mit durchaus bitteren Untertönen.

Dass er ein Faible für ungewöhnliche Filmprojekte hat, bewies er auch in der Hauptrolle in Ayassis Drama "Vinzent" (2004). In dem Spielfilmdebüt des Musikvideo- und Werbespotproduzenten ist die Geschichte eher zweitrangig. Vielmehr geht es um die ungewöhnliche Form. Seltsame Einstellungen (Weitwinkel, Fischauge, Verschiebungen) sollten die Paranoia der Hauptfigur, ein Mann der in einem seltsam wirkenden Mietshaus verloren geht, unangenehm stärken. Darüber hinaus übernahm Bothe aber auch Rollen in kommerzielleren Produktionen: "Speer und Er" (TV-Serie), "Balko" (TV-Serie, beide 2005), "Die Rosenheim-Cops" (TV-Serie), "Die wilden Kerle 3" und "FC Venus" (alle 2006). Außerdem drehte er 2005/2006 das Roadmovie "Neben der Spur", das aber erst 2008 in die Kinos kam. Einmal mehr schrieb er auch das Drehbuch und übernahm selbst eine Hauptrolle - den Part des kauzigen Dieters. Geschickt zeigt Bothe in dem gut besetzten Drama die Untiefen der menschlichen Seele, die Zerbrechlichkeit von Bindungen und die heute allgemein üblichen Lebenslügen. Allerdings wirkt die eine oder andere Wendung ein wenig überzogen.

Mit "mein" gelang ihm 2009 abermals eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele. Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Bothe lässt den Zuschauer nur langsam an der dunklen Vorgeschichte seiner Protagonisten teilhaben. Was anfänglich auf den Zuschauer wie eine Urlaubsgeschichte eines ungewöhnlichen Liebespaares wirkt, entwickelt sich erst im Laufe des Filmes allmählich zu einem Entführungsdrama à la Natascha Kampusch.

Weitere Filme und Serien mit Detlef Bothe: "Der Knappe des Kreuzes" (1993), "Lutz & Hardy" (TV-Serie), "Ärztin in Angst" (beide 1995), "Anwalt Abel" (TV-Serie), "After Hours", "Nur für eine Nacht" (alle 1996), "Mord für eine Schlagzeile", "Die Feuerengel" (TV-Serie), "Sperling und der falsche Freund" (alle 1997), "Der Mann für alle Fälle: Ein ganz gewöhnlicher Totschlag", "Winnetous Rückkehr", "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" (TV-Serie), "Dr. med. Mord", "Appetite", "Ein Fall für zwei" (TV-Serie), "Der Mann für alle Fälle: Die Hure Babylon" (alle 1998), "Schmetterlinge der Nacht", "Einsatz Hamburg Süd" (TV-Serie), "Doggy Dog - Eine total verrückte Hundeentführung", "Sara Amerika", "Dreamboy macht Frauen glücklich" (alle 1999), "Küstenwache" (TV-Serie), "Die Motorrad-Cops: Hart am Limit" (TV-Serie), "Auf eigene Gefahr" (TV-Serie), "Wolffs Revier" (TV-Serie), "The Calling", "Vienna", "Himmlische Helden" (alle 2000), "Polizeiruf 110 - Bis unter die Haut", "99euro-films", "Sass" (alle 2001), "Extreme Ops", "Küss niemals einen Flaschengeist", "Die Musterknaben - 1000 und eine Nacht" (alle 2002), "SOKO 5113" (TV-Serie), "Die Sitte" (TV-Serie), "Baltic Storm", "Gone" (alle 2003), "Abgefahren - Mit Vollgas in die Liebe" (2004), "Rose" (2005), "Gwendolyn" (2006), "Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen" (2008), "Snowman's Land" (2010), "Wilsberg - Tote Hose" (2011), "Tatort - Spiel auf Zeit" (2013).

Filme mit Detlef Bothe
1993
Tatort
Krimi
1996
Lass' mich in Ruhe, ich bin doch auch ein Knacki! 
Kai Wiesinger (l.) und Michael Mendl geraten 
aneinander  
14 Tage lebenslänglich
Gefängnisthriller
1996
Ich will doch nur die Liebe kennenlernen! Jakob von 
Moers und Ann-Kristin Leo 
Nur für eine Nacht
Tragikomödie
1997
Ballermann 6
Komödie
1997
Mal wieder gut drauf: Dieter Pfaff
Sperling und der falsche Freund
Kriminalfilm
1998
Ich will, dass die Wahrheit endlich ans Licht 
kommt! Götz George als Mengele  
Nichts als die Wahrheit
Thriller
1998
Winnetous Rückkehr
Western
1999
Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding
Krimikomödie
1999
Dreamboy macht Frauen glücklich
Komödie
1999
Sara Amerika
Gesellschaftsdrama
1999
Schmetterlinge der Nacht
Thriller
2000
Das soll ein Comic sein! Oliver Korritke und 
Tamara Simunovic
Ein göttlicher Job
Komödie
2000
Tja, auch Engel haben's schwer! Sebastian Blomberg 
(l.) und Raban Bieling
Himmlische Helden
Fantasykomödie
2000
Polizeiruf 110
Krimi
2000
The Calling
Horrorthriller
2000
Vienna
Komödie
2001
99euro-films
Episodenfilm
2001
Sass
Krimidrama
2002
Ermüdender Job! Oliver Korittke (l.) und Jürgen
Tarrach sind fertig
Die Musterknaben - 1000 und eine Nacht
Krimikomödie
2002
Extreme Ops
Action
2002
Feiertag
Drama
2002
Küss niemals einen Flaschengeist
Fantasykomödie
2003
Baltic Storm
Actionthriller
2003
Gone
Drama
2004
Abgefahren - Mit Vollgas in die Liebe
Actionkomödie
2004
Meine Frau, meine Freunde und ich
Tragikomödie
2004
Vinzent
Drama
2005
Rose
Tragikomödie
2005
Speer und Er
Dokumentarspiel
2006
Die wilden Kerle 3
Kinderfilm
2006
FC Venus
Komödie
2006
Gwendolyn (Henriette Schmidt) ist längst kein
kleines Kind mehr
Gwendolyn
Familienfilm
2007
Bleiben sie ein Paar? Tom Schilling und Mia
Florentine Weiss
Neben der Spur
Drama
2008
Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen
Abenteuerfilm
2009
mein
Drama
2009
Killer Walter (Jürgen Rißmann) ist nicht gerade
vom Glück gesegnet
Snowman's Land
Thriller
2010
Max Schmeling
Actiondrama
2010
Wolfsfährte
Krimi
2011
Anonymus
Drama
2011
Männerherzen ... und die ganz, ganz große Liebe
Komödie
2011
Wilsberg (Leonard Lansink, r.) und Ekki (Oliver
Korittke) in der Wohnung eines Verdächtigen
Wilsberg
Krimi
2012
Du wirst schön weiter für mich arbeiten: Georgij
(Àlex Brendemühl, l.) bearbeitet Dima (Mark Filatov)
Nemez
Jugenddrama
2013
Noch mal gutgegangen: Richy Müller (l.)
beglückwünscht Filip Peeters
Tatort
Krimi
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