Florian David Fitz, geboren am 20. November 1974 in München, gehört zu den Schauspielern, die dem deutschen Kino einen sehr eigenen Ton geben. Er kann Komödie, ohne ins Alberne zu kippen, und Ernst, ohne bleierne Schwere. Viele seiner Figuren wirken zunächst sortiert, witzig oder souverän, bis sich zeigt, dass das nur die Spitze des Eisberges ist.
Ensemblekomödie über Männer, die sehr genau wissen, was sie wollen. Bis sie es aussprechen sollen.
In Berlin kreuzen sich die Geschichten mehrerer Männer, die beruflich, romantisch oder emotional unterschiedlich unterwegs sind, aber ungefähr gleich schlecht darin, ihr Leben sauber zu sortieren. Florian David Fitz spielt Niklas, einen Musikproduzenten, der nach außen ziemlich glatt wirkt und privat trotzdem nicht annähernd so souverän ist, wie er gern wäre. Dazu kommen unter anderem Jerome (Til Schweiger), Günther (Christian Ulmen), Roland (Wotan Wilke Möhring) und Bruce (Justus von Dohnányi) – also eine ganze Reihe Männertypen, die sich mit Beziehungen, Eitelkeiten, Sehnsüchten und den üblichen Selbsttäuschungen herumschlagen.
Gut zu wissen:
- Der Film war 2009 ein großer Kinoerfolg und kam in Deutschland auf über 2,1 Millionen Besucher.
- Justus von Dohnányi gewann für seine Nebenrolle den Deutschen Filmpreis.
- Regisseur Simon Verhoeven bekam für das Drehbuch den Bayerischen Filmpreis.
Roadmovie über drei Menschen, die aus sehr verschiedenen Gründen dringend wegmüssen
Vincent (Florian David Fitz) landet nach dem Tod seiner Mutter in einer Klinik. Dort trifft er auf Marie (Karoline Herfurth) und Alexander (Johannes Allmayer), die ihre eigenen Probleme mitbringen. Gemeinsam hauen die drei ab und fahren Richtung Italien ans Meer. Klingt erst mal nach Flucht, ist aber vor allem ein Film darüber, was passiert, wenn Menschen, die eigentlich gar nicht zusammenpassen, plötzlich gemeinsam unterwegs sind.
Gut zu wissen:
- Florian David Fitz schrieb selbst das Originaldrehbuch zum Film.
- Beim Deutschen Filmpreis gewann Vincent will Meer unter anderem als Bester Film, Florian David Fitz wurde außerdem als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
- Der Film wurde später in den USA als The Road Within neu verfilmt.
Romcom mit Weltuntergang, göttlicher Verwirrung und einem Hauptdarsteller, der hier gleich alles auf einmal wollte.
Marie (Jessica Schwarz) hat ihr Liebesleben gerade gründlich gegen die Wand gefahren, als sie einem seltsamen, sehr freundlichen Mann begegnet: Jeshua (Florian David Fitz). Der ist nicht nur auffällig anders als die üblichen Kandidaten, sondern tatsächlich Jesus – zurück auf der Erde, kurz vor der Apokalypse. Aus dieser ziemlich riskanten Idee macht der Film eine Liebeskomödie, die Romantik, Satire und Endzeitstimmung zusammen in einen Topf wirft.
Gut zu wissen:
- Für Fitz war es nach Vincent will Meer das erste Mal, dass er bei einem Kinofilm gleichzeitig Hauptdarsteller, Autor und Regisseur war.
- Die Vorlage stammt von David Safier; der Film basiert frei auf dessen Roman von 2008.
- Jesus liebt mich gewann 2013 den Jupiter Award als Bester deutscher Film.
Roadmovie mit Fahrrädern, Freundschaft und einem Ziel, das niemand wirklich erreichen will
Jedes Jahr macht eine Gruppe von Freunden gemeinsam eine Fahrradtour. Diesmal bestimmt Hannes (Florian David Fitz) das Ziel: Belgien. Erst unterwegs sagt er, warum. Hannes ist unheilbar krank und will dort Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Aus einer scheinbar eingespielten Freundesrunde wird damit eine Reise, auf der plötzlich nichts mehr routiniert ist. An seiner Seite sind Kiki (Julia Koschitz), Michael (Jürgen Vogel), Sabine (Miriam Stein), Finn (Volker Bruch, bekannt aus Babylon Berlin), Dominik (Johannes Allmayer) und Mareike (Victoria Mayer).
Hin und weg macht aus seinem Thema kein großes Statement, sondern zieht die Spannung aus der Gruppe: aus Gesprächen, Ausweichmanövern, alten Dynamiken und dem Wissen, dass dieses Ziel nicht einfach nur ein Ziel ist.
Gut zu wissen:
- Der Film feierte 2014 Premiere auf der Piazza Grande in Locarno und lief kurz darauf auch beim Toronto International Film Festival.
- Florian David Fitz gewann für seine Rolle 2015 den Jupiter Award als bester deutscher Darsteller.
- Die FBW verlieh dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“.
Roadmovie mit Vollgas
Andi (Florian David Fitz) und Benno (Matthias Schweighöfer) lernen sich im Hospiz kennen. Beide sind todkrank, beide haben sehr unterschiedliche Arten, damit umzugehen, und beide beschließen ziemlich schnell, dass sie so nicht einfach auf das Ende warten wollen. Also klauen sie einen Wagen, besorgen sich Geld und fahren los, Richtung Afrika, Richtung Eskalation, Richtung letzter großer Freiheit. Was nach Kumpelkomödie klingt, bleibt es auch, trägt darunter aber ständig die Frage mit, was man eigentlich noch will, wenn nicht mehr viel Zeit übrig ist.
Gut zu wissen:
- Florian David Fitz schrieb auch hier wieder am Drehbuch mit und produzierte den Film mit.
- Der geilste Tag erfindet die Idee nicht neu, der Stoff wurde zum Beispiel mit Knockin’ on Heaven’s Door (Till Schweiger, Jan Josef Liefers) verfilmt.
- Aus dem Stoff wurde später auch ein US-Remake: The Most Beautiful Day.
Ensemblekomödie über Flüchtlingskrise, Familienchaos und die Kunst, gleichzeitig recht zu haben und völlig danebenzuliegen
Angelika Hartmann (Senta Berger) beschließt, einen Flüchtling bei sich aufzunehmen. Ihr Mann Richard (Heiner Lauterbach) und ihr Sohn Philipp (Florian David Fitz) finden die Idee zunächst deutlich schlechter als sie selbst. Mit Diallo (Eric Kabongo) zieht damit nicht nur ein neuer Mensch ins Haus, sondern auch eine Menge Streit, Projektion, Überforderung und sehr deutsche Befindlichkeit. Der Film erzählt das nicht als Lehrstück, sondern als Familienkomödie, in der jede Figur ihre eigenen blinden Flecken mitbringt.
Florian David Fitz spielt Philipp als gut situierten, kontrollierten Mann, der sich für vernünftig hält und dabei vor allem zeigt, wie schnell Überforderung geschniegelt aussehen kann. Willkommen bei den Hartmanns ist mal Satire, mal Wohlfühlkino, mal Kommentar zur Lage der Nation.
Gut zu wissen:
- Der Film war 2016 die besucherstärkste deutsche Kinoproduktion des Jahres und kam in Deutschland auf rund 3,8 Millionen Zuschauer.
- Gedreht wurde komplett in München und Umgebung, also genau in dem Milieu, das der Film mit viel Lust an bürgerlicher Selbstgewissheit auseinandernimmt.
- Beim Bayerischen Filmpreis gewann der Film den Produzentenpreis, Simon Verhoeven bekam außerdem den Publikumspreis.
Abendessen, Bürgertum und ein einziger Vorname, der reicht, um alles hochzujagen
Eigentlich soll es nur ein gepflegter Abend unter Freunden und Familie werden. Dann verkündet Thomas (Florian David Fitz), dass sein ungeborener Sohn einen Namen bekommen soll, der den Rest der Runde sofort aus der Fassung bringt (gespoilert wird hier natürlich nicht). Aus einer Provokation wird ein Streit, aus dem Streit ein kompletter Abriss von Eitelkeiten, alten Rechnungen und sehr dünn lackierter Zivilisiertheit. Mit am Tisch sitzen unter anderem Stephan (Christoph Maria Herbst), Elisabeth (Caroline Peters) und René (Justus von Dohnányi).
Der Vorname lebt fast komplett von Dialogen, Timing und dem schönen Effekt, dass ein einziger Satz reicht, damit ein ganzes Wohnzimmer kippt. Florian David Fitz spielt Thomas mit genau der selbstgefälligen Lockerheit, die diese Figur braucht: charmant, provozierend und immer ein bisschen zu zufrieden mit sich selbst.
Gut zu wissen:
- Der Film ist das deutsche Remake des französischen Erfolgsstoffs Le Prénom, der zuerst Theaterstück und dann Film war
- Gedreht wurde unter anderem in Bonn, was gut zu diesem sehr gepflegten, leicht akademischen Milieu passt, das der Film so lustvoll zerlegt.
- Aus Der Vorname wurde später gleich eine kleine Reihe: Der Nachname folgte 2022, Der Spitzname 2024.
Komödie über Besitz und Männer-Egos
Toni (Milan Peschell) und Paul (Florian David Fitz) sind Freunde, Geschäftspartner und ziemlich überzeugt davon, ihr Leben im Griff zu haben. Nach einer Wette landen sie bei einem radikalen Experiment: Sie geben ihren kompletten Besitz ab und dürfen sich 100 Tage lang jeden Tag genau einen Gegenstand zurückholen. Was erst nach einer Spielerei für gelangweilte Wohlstandsmenschen klingt, wird schnell unangenehm. Denn ohne Handy, Bett, Kleidung oder Zahnbürste sieht Selbstoptimierung plötzlich deutlich weniger sexy aus.
Gut zu wissen:
- Die Idee mit den 100 Tagen ist kein stilles Minimalismus-Experiment, sondern von Anfang an auch ein Wettbewerb zwischen zwei Typen, die beide nur sehr ungern verlieren.
- Florian David Fitz spielt hier keinen sympathischen Chaoten, sondern eher einen Mann, der sich seine Coolness ziemlich teuer eingerichtet hat.
- Der Film macht sich über Konsum lustig, weiß aber auch, dass fast niemand freiwillig mit einer Matratze, zwei Unterhosen und moralischer Überlegenheit leben will.
Dinnerparty-Komödie mit Lebenslügen und dem sehr schlechten Einfall, ab jetzt einfach alles offenzulegen.
Sieben Freunde treffen sich zum Abendessen. Irgendwann kommt die Idee auf, alle Handys auf den Tisch zu legen und jede Nachricht, jeden Anruf und jede Sprachnachricht mit der ganzen Runde zu teilen. Was erst nach mutiger Ehrlichkeit klingt, wird sehr schnell zum kontrollierten sozialen Flächenbrand. Florian David Fitz spielt Pepe, dazu kommen unter anderem Leo (Elyas M’Barek), Carlotta (Karoline Herfurth), Simon (Frederick Lau), Eva (Jessica Schwarz), Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Bianca (Jella Haase).
Das perfekte Geheimnis lebt fast komplett von seinem Setup und davon, wie präzise ein Abend kippen kann, wenn plötzlich keiner mehr seine Nebenrealität verstecken darf. Der Film ist Kammerspiel, Ensemblekomödie und Beziehungsabriss zugleich. Florian David Fitz bringt als Pepe genau die richtige Mischung aus Lässigkeit, Überforderung und latent schlechtem Timing mit.
Gut zu wissen:
- Der Film ist das deutsche Remake von Perfetti Sconosciuti und gehört damit zu einem Stoff, der international besonders oft neu verfilmt wurde.
- Das Hauptsetting, Roccos und Evas Wohnung, wurde eigens als Set in den Bavaria-Filmstudios gebaut.
- In Deutschland war der Film ein riesiger Hit: Er kam auf mehr als 5 Millionen Kinobesucher und war 2019 der erfolgreichste deutsche Filmstart des Jahres.
Familienfilm mit Reibung, Unsicherheit und einem Vater, der viel zu spät merkt, worum es eigentlich geht.
Ben (Florian David Fitz) lebt getrennt von seiner Ex-Frau Mira und sieht die gemeinsamen Kinder nur an bestimmten Tagen. Als Mira kurzfristig ausfällt, muss er sich um Oskar und Erna kümmern. Dabei merkt er, dass Oskar längst nicht mehr einfach der Sohn ist, den Ben noch zu kennen glaubt: Oskar trägt Kleider und will als Lili leben. Was für das Kind längst klar ist, bringt den Vater erst einmal komplett aus dem Tritt.
Oskars Kleid ist kein Film, der sein Thema mit Samthandschuhen anfasst. Er zeigt vor allem einen Vater, der überfordert ist, falsch reagiert, lernen muss und dabei ständig mit den eigenen Vorstellungen kollidiert.
Gut zu wissen:
- Die Kinderfigur wird im Film von Laurì gespielt; in der Besetzung wird die Rolle bereits als Oskar/Lili geführt.
- Florian David Fitz wurde für den Film unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet; außerdem gewann das Drehbuch eine Romy.
- Florian David Fitz hat nicht nur die Hauptrolle gespielt, sondern auch das Drehbuch geschrieben.
Vater-Sohn-Reise, die erst mal nach Stadiontour aussieht und dann viel mehr wird.
Mirco (Florian David Fitz) und sein Sohn Jason (Cecilio Andresen) schließen einen Deal: Wenn Jason sich in der Schule zusammenreißt, hilft sein Vater ihm, einen Lieblingsfußballverein zu finden. Das Problem: Jason will sich nicht einfach irgendeinen Club aussuchen, sondern alle 56 Mannschaften der ersten drei Ligen live sehen, bevor er entscheidet. Also fahren die beiden quer durchs Land, von Stadion zu Stadion, und lernen unterwegs nicht nur Fußballvereine besser kennen, sondern auch einander.
Gut zu wissen:
- Der Film basiert auf dem autobiografischen Buch Wir Wochenendrebellen von Mirco und Jason von Juterczenka.
- Jason sucht sich seinen Lieblingsverein nicht nach Bauchgefühl aus, sondern nach sehr klaren eigenen Kriterien!
- Viele Stadionbilder entstanden tatsächlich rund um echte Spiele; die Dialogszenen mit den Hauptdarstellern wurden erst danach in den Stadien nachgedreht.
Tragikomödie über einen Ex-Popstar, der ausgerechnet in der Psychiatrie wieder den Ton treffen muss.
Daniel Nowak (Florian David Fitz) war mal berühmt. Oder zumindest berühmt genug für genau einen Song, der ihn größer gemacht hat, als gut für ihn war. Nach einem missglückten Suizidversuch landet er in einer psychiatrischen Klinik und soll dort mit einem Chor Musik machen. Der Film funktioniert als Geschichte über Einsamkeit, Restwürde und die Frage, was von einem übrig bleibt, wenn der alte Glanz nur noch schlechte Erinnerung ist.
No Hit Wonder ist weniger klassische Musikkomödie als Fitz-typische Tragikomödie mit deutlich dunklerem Unterbau. Der Film setzt auf Figuren, die beschädigt, einsam und trotzdem noch komisch sein dürfen. Gerade das macht ihn interessanter als den üblichen „Musik heilt alles“-Film. Und: Nora Tschirner spielt Lissi Waldstett, die Daniels Reibungsfläche und Gegenüber mit genau der richtigen Mischung aus Trockenheit und Widerstand.
Gut zu wissen:
- Florian David Fitz schrieb das Drehbuch, komponierte und sang mit „Time Time Time“ auch den zentralen Song des Films selbst ein.
- Die Rolle der Lissi Waldstett wurde von Fitz eigens für Nora Tschirner geschrieben.
- Gedreht wurde 2024 an 38 Drehtagen in Berlin und München, unter anderem im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge und im stillgelegten Hubertusbad.