Frank Underwood (Kevin Spacey) ist ein Politiker, der Politik wie ein Schachspiel behandelt. Nachdem ihm der versprochene Ministerposten verweigert wird, beginnt er, sich über Gefallen, Abhängigkeiten und gezielte Indiskretionen nach oben zu arbeiten. Früh versteht man, wie er denkt: In einer der ersten Szenen beruhigt er nachts einen angefahrenen Hund vor seinem Haus und tötet ihn anschließend selbst, weil „unnötiges Leiden“ vermieden werden müsse.
Seine wichtigste Verbündete ist seine Frau Claire Underwood (Robin Wright). Sie führt parallel ihre eigene Machtstrategie in Wirtschaft und Diplomatie und ist weder moralischer Gegenpol noch Anhängsel. Ihre Ehe funktioniert wie eine Firma mit zwei Geschäftsführern, die sich vertrauen, solange es nützt.
Gut zu wissen:
Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) hat eigentlich gar nicht vor, Ministerpräsidentin zu werden. Nach einer Fernsehdebatte kippen die Umfragewerte, Koalitionen zerbrechen und plötzlich ist sie die einzige Kandidatin, auf die sich alle einigen können. Kurz darauf sitzt sie in Verhandlungen, in denen ein einziges Wort in einem Vertrag darüber entscheidet, ob sie eine Regierung bildet oder politisch erledigt ist. An ihrer Seite arbeitet ihr Berater Kasper Juul (Pilou Asbæk), der weiß, dass ein gezieltes Leak oft mehr bewirkt als jede Pressekonferenz. Die Spannung entsteht daraus, dass fast jede Figur eigentlich das Richtige tun will und trotzdem ständig das Falsche tun muss.
Gut zu wissen:
Logan Roy (Brian Cox) leitet einen internationalen Medienkonzern und hat ein Problem: Er wird älter, aber seine Kinder sind noch nicht bereit für die Macht, die sie unbedingt wollen. Kendall (Jeremy Strong), Siobhan „Shiv“ (Sarah Snook) und Roman Roy (Kieran Culkin) kämpfen deshalb nicht gegen Konkurrenten, sondern gegeneinander. Legendär ist ein Familienessen, bei dem scheinbar höflich über Geschäftsstrategien gesprochen wird, während tatsächlich entschieden wird, wer innerhalb der nächsten Wochen öffentlich gedemütigt und aus dem Unternehmen gedrängt wird.
Gut zu wissen:
Elizabeth merkt früh, dass sie als Person verschwindet, sobald sie Königin ist. Sie darf keine Meinung haben, muss aber jede Konsequenz tragen. Ihr Mann Prinz Philip (Matt Smith, später Tobias Menzies) scheitert daran, neben der mächtigsten Frau des Landes keinerlei eigene Rolle zu besitzen. Prinzessin Margaret (Vanessa Kirby, später Helena Bonham Carter) versucht, wenigstens privat frei zu leben und löst damit regelmäßig Staatskrisen aus.
Gut zu wissen:
Stephen Meyers (Ryan Gosling) ist der ideale Wahlkampfmitarbeiter. Jung, brillant, zynisch genug, um Politik zu verstehen, aber noch überzeugt, auf der richtigen Seite zu arbeiten. Er organisiert den Präsidentschaftswahlkampf von Gouverneur Mike Morris (George Clooney) und glaubt, Teil von etwas Bedeutendem zu sein. Dann führt ein einziges Telefonat mit dem gegnerischen Lager dazu, dass er plötzlich selbst zur Verhandlungsmasse wird.
Gut zu wissen:
Dick Cheney (Christian Bale) wirkt am Anfang wie der langweiligste Mann in Washington. Genau das ist sein Vorteil. Während Präsident George W. Bush (Sam Rockwell) öffentlich Politik erklärt, sorgt Cheney im Hintergrund dafür, dass die Entscheidungsbefugnisse des Vizepräsidenten massiv ausgeweitet werden. In einer Schlüsselszene lässt er sich still und beinahe beiläufig Kompetenzen übertragen, die vorher nie jemand eingefordert hat — und verändert damit dauerhaft, wie das Amt funktioniert.
Erzählt wird das mit trockenem, fast schwarzem Humor. Immer wieder erklärt ein Erzähler (Jesse Plemons) scheinbar nebensächlich Abläufe, die sich später als zentral herausstellen.
Gut zu wissen:
Der spannendste Ort des Films ist kein Regierungsgebäude, sondern ein Hotelzimmer in Hongkong. Dort sitzt Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) mit zwei Journalisten und erklärt ruhig, dass er Dokumente besitzt, die zeigen: Staaten überwachen nicht einzelne Verdächtige, sondern ganze Bevölkerungen. Während draußen ganz normal der Alltag weiterläuft, versteht man langsam, warum dieser unscheinbare IT-Spezialist gerade entscheidet, sein bisheriges Leben zu beenden.
Oliver Stone erzählt die Geschichte nicht als Actionthriller, sondern als Erkenntnisprozess. Snowden beginnt als überzeugter Mitarbeiter von CIA und NSA, jemand, der sein Land schützen will. Erst nach und nach merkt er, was seine Programme tatsächlich können. Eine besonders beklemmende Szene zeigt ihn allein vor mehreren Monitoren: Mit wenigen Klicks kann er auf private Kameras, Chats und Daten fremder Menschen zugreifen, ohne dass jemand davon erfährt. Kein Missbrauch, sondern vorgesehen. Der Film funktioniert deshalb wie ein politischer Thriller ohne Bösewicht. Das System arbeitet korrekt. Und genau das ist das Problem.
Gut zu wissen:
Washington, 1971. Die Washington Post ist noch keine landesweite Macht, sondern eine Zeitung, die gerade erst ernst genommen werden will. Herausgeberin Katharine Graham (Meryl Streep) versucht gleichzeitig den Börsengang zu retten und sich in einer Männerwelt zu behaupten. Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) erhält streng geheime Unterlagen: die Pentagon Papers. Darin steht schwarz auf weiß, dass mehrere US-Regierungen intern längst wussten, wie aussichtslos der Vietnamkrieg war.
Gut zu wissen:
Katherine Gun (Keira Knightley) arbeitet als Übersetzerin beim britischen Geheimdienst GCHQ. Kurz vor der UN-Abstimmung über den Irakkrieg 2003 liest sie ein internes Memo: Die USA bitten Großbritannien, Diplomaten anderer Staaten auszuspionieren, um deren Stimmen zu beeinflussen. Gun entscheidet sich, das Dokument an die Presse weiterzugeben — und macht sich damit selbst zur Angeklagten.
Gut zu wissen:
Daniel J. Jones (Adam Driver) bekommt einen scheinbar trockenen Auftrag: Für den US-Senat soll er prüfen, was die CIA nach den Anschlägen vom 11. September mit Gefangenen gemacht hat. Er sitzt jahrelang in einem fensterlosen Büro, liest hunderttausende Seiten interner Protokolle und merkt langsam, dass die Berichte nicht zusammenpassen. Aus Recherche wird ein Konflikt mit einem Geheimdienst, der nicht besonders interessiert daran ist, überprüft zu werden.
Gut zu wissen:
Ein Klassiker. Zwei eher junge Reporter der Washington Post, Bob Woodward (Robert Redford) und Carl Bernstein (Dustin Hoffman), berichten zunächst über einen scheinbar kleinen Einbruch in ein Bürogebäude namens Watergate. Erst nach und nach merken sie, dass die Spur immer näher an das Umfeld des US-Präsidenten führt.
Gut zu wissen: