Berlin Rebel High School
30.05.2018 • 23:30 - 01:00 Uhr
Spielfilm, Dokumentarfilm
Lesermeinung
Klaus, Lehrer und Mitbegründer des alternativen Projektes, ist die gute Seele der Berlin Rebel High School. Als fast siebzigjähriger Lehrer ist er immer noch hochmotiviert und dazu im Stande, seine speziellen Schüler zu begeistern.
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Berlin Rebel High School begleitet fünf Schüler auf ihrem schwierigen Weg aus ihrem unsteten, von Schicksalsschlägen geprägtem Leben zurück auf die Schulbank: die als Problemschüler abgestempelte Mimy
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Berlin Rebel High School begleitet fünf Schüler auf ihrem schwierigen Weg aus ihrem unsteten, von Schicksalsschlägen geprägtem Leben zurück auf die Schulbank: Die Punkerin Lena mit ihrem Hund Odir
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Berlin Rebel High School begleitet fünf Schüler auf ihrem schwierigen Weg aus ihrem unsteten, von Schicksalsschlägen geprägtem Leben zurück auf die Schulbank: Florian Geissler und Hanil Altunergil (r)
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Keine Prüfungen, kein Leistungsdruck, keine Hierarchie - Berlin Rebel High School ist ein Dokumentarfilm über ein einzigartiges Schulprojekt. Die Schülerinnen und Schüler in einer alten Fabriketage in Berlin vereint vor allem eins: Sie kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten und sind mehrfache Schulabbrecher. Fasziniert von einer Schule ohne Mobbing und Diskriminierung beschließen sie, ihrem Leben eine Wende zu geben. - Gruppenbild der Klasse die drei Jahre begleitet wurde.
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Ein ganz normales Klassenzimmer in der Rebel High School. Von den Schülern eigenständig eingerichtet.
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Berlin Rebel High School begleitet fünf Schüler auf ihrem schwierigen Weg aus ihrem unsteten, von Schicksalsschlägen geprägtem Leben zurück auf die Schulbank: der anti-autoritär eingestellte Alex.
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Spielfilm, Dokumentarfilm

Schulabbrecher willkommen

Von Christopher Diekhaus

Der Dokumentarfilm "Berlin Rebel High School" zeigt eine Schule, in der junge Menschen mit problematischen Lebensläufen ihren Abschluss nachholen können.

Lernen ohne Druck, ohne Verpflichtungen. Noch dazu in einem System, in dem jeder eine Stimme hat, in dem es keine Noten gibt, kein oben und kein unten. Diese Prinzipien hat sich die in Berlin beheimatete Schule für Erwachsenenbildung – kurz SFE genannt – seit ihrer Gründung im Jahr 1973 auf die Fahne geschrieben. Sie bietet jungen Menschen, deren reguläre Schulkarriere fehlgeschlagen ist, die Möglichkeit, einen Abschluss nachzuholen. Alles auf freiwilliger Basis und ohne Vorbedingungen. Die Gründe für das frühere Scheitern spielen für die Aufnahme ebenso wenig eine Rolle wie die soziale Herkunft. Willkommen ist jeder Heranwachsende mit Wissensdurst und Neugier, der seinem festgefahrenen Leben eine neue Wendung geben möchte. In seinem Dokumentarfilm "Berlin Rebel High School", porträtiert Alexander Kleider die außergewöhnliche, von staatlichen Stellen unabhängige Einrichtung. Das Erste zeigt sein Werk zu später Stunde als Free-TV-Premiere.

Sechs Schülerinnen und Schüler begleitet der Filmemacher auf dem Weg zum Abitur – in der Schule, in der auch er einst seinen Abschluss machte. Der Zuschauer lernt Individualisten von Anfang bis Mitte 20 kennen wie das Mobbing-Opfer Alex, den Dauerschwänzer Hanil, die rebellische Lena und den ehrgeizigen Florian, der sich früher ständig an Autoritäten gerieben hat. Sie alle besuchen eine Klasse, wollen sich neue Perspektiven erkämpfen und ihre gebrochenen Biografien zusammenflicken.

Informationen zu den vorgestellten Schülerinnen und Schülern und ihrem Befinden erhält der Zuschauer über kompakte Texteinblendungen, persönliche Statements und Besuche in ihren Herkunftsorten, während das Konzept der SFE in Vollversammlungen und Interviewpassagen mit einzelnen Lehrern deutlich wird. Entstanden aus der antiautoritären Bewegung, hält die unkonventionelle Schule noch heute ihren basisdemokratischen Grundgedanken hoch. Wer die Einrichtung besucht, darf mitbestimmen, kann sich auf allen Ebenen einbringen und lernt auf diese Weise, Verantwortung zu übernehmen.

Auch wenn der Filmemacher Probleme aufgreift und Momente einfängt, in denen sich Gräben auftun, fällt seine Darstellung der Schule leidenschaftlich positiv aus, was angesichts seiner eigenen Vergangenheit nicht verwundern muss. Kleider betont den Gemeinschaftssinn, unterstreicht die Grenzen des staatlichen Lehrkonzepts, das Lernende in ein Korsett zwängt, und erzählt trotz kleiner Friktionen eine Erfolgsgeschichte – dynamisch inszeniert und mit viel Musik angereichert. Der Film ist unterhaltsam, regt aber ebenso zum Nachdenken an: Ist unser Schulsystem wirklich ausgereift?

Erfreulich ist zweifellos, dass "Berlin Rebel High School" den Menschen ein Denkmal setzt, die seit 1973 perspektivlosen Heranwachsenden zurück in die Spur helfen und viele von ihnen davor bewahren, an den Rand der Gesellschaft zu driften.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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