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Der Wien-Krimi: Blind ermittelt - Tod an der Donau
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Originaltitel
Brennpunkt
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Mackie Messer als Co-Ermittler

Von Eric Leimann

Bertolt Brecht und seine berühmte "Moritat von Mackie Messer" könnten dem blinden Ex-Kommissar Haller und seinem "Auge" Niko (Andreas Guenther) im nun wiederholten Fall von 2023 helfen. Ein Wiener Theatermacher liegt tot an der Donau. Gesucht wird ein Mörder im Künstlermilieu.

Praktisch ist es, wenn man einen Krimi über einen Mord im Theatermilieu ausgerechnet in Wien dreht. Denn erstens findet man in der vielleicht wichtigsten – oder sich am wichtigsten nehmenden – Theaterstadt der Welt viele Bühnenschauspieler, die quasi sich selbst verkörpern können. Und zweitens bekommt der neunte Fall des blinden Ex-Kommissars Haller (Philipp Hochmair) und seines sehenden Assistenten, Ex-Taxifahrer Niko (Andreas Guenther), durch das stimmige Setting noch ein bisschen mehr Glaubwürdigkeit mit dazu. Das Erste wiederholt "Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod an der Donau" von 2023 am Donnerstag zur Primetime.

Begleitet und inspiriert vom berühmten Songtext aus Bertolt Brechts "Die Moritat von Mackie Messer" aus der "Dreigroschenoper", dem vielleicht meist gecoverten Stück der Musikgeschichte, erhalten die Ermittelnden die Eingebung, dass es sich um einen strategischen Doppelmord handeln könnte: Eine Frau ist vor ihrem Wohnmobil am Donauufer tot aufgefunden worden, Haller wittert obendrein einen Toten im benachbarten Gebüsch. Es handelt sich um den Theaterdirektor Thomas Bachmann (Erwin Reichel). Offenbar war er beim Joggen Zeuge des Mordes an der 60-jährigen Daggi Moser (Sibylle Kos) geworden und wurde daraufhin ebenfalls getötet.

Win-Win-Situation für Macher und Zuschauende

In Verdacht gerät zunächst Martin Moser (Andreas Lust), Daggis Exmann, den sie wegen Stalkings angezeigt hatte. Verdächtig machen sich aber auch die Angehörigen von Bachmann. Als seine Frau Klara (Swintha Gersthofer) und sein Bruder Max (Roland Koch), als Schauspielerin und Regisseur am selben Theater tätig, die Todesnachricht erhalten, stehen sie erst einmal unter Schock. Und doch kann man der Theaterszene, in der Haller und Niko ermitteln, nicht ganz trauen: Machen die beiden den Ermittlern vielleicht nur etwas vor?

Ein besonderer Coup des Krimis und ungewohnt "meta" für die Reihe sind die diversen Anspielungen auf die "Dreigroschenoper": Klara, Max und der ermordete Thomas stehen etwa zu Beginn des Krimis kurz vor der Premiere ihrer Inszenierung des berühmten Stückes. Für Klaras Darstellerin Swintha Gersthofer kein Neuland: Sie stand als Polly Peachum an den Wiener Kammerspielen schon mehrfach in dem Stück auf der Bühne.

Wien und Theater – das passt. Den Schauspielern, oft selbst Theatergrößen – Roland Koch etwa ist seit 1999 Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater -, merkt man die große Lust daran an, einen Krimi in ihrer künstlerischen Heimat spielen zu lassen. So können im eher konservativen und leichten Format "Der Wien-Krimi: Blind ermittelt" in Fall neun auch mal ein paar mehr ironische Untertöne und Dialoge (Drehbuch: Mike Majzen, Regie: Anne Zohra Berrached) zu Gehör gebracht werden. Sozusagen eine Win-Win-Situation für Macher, Zuschauerinnen und Zuschauer. Gedreht wurde übrigens am Wiener Volkstheater.

Der letzte neue "Wien-Krimi" war im Herbst 2025 im Ersten zu sehen. Zwei weitere Filme der Reihe wurden seitdem abgedreht, wann sie ausgestrahlt werden, steht aktuell noch nicht fest.

Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod an der Donau – Do. 18.06. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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