Gesund durch den Sommer

So kommen Sie besser durch die heißen Tage

15.06.2026, 02.00 Uhr
Hitzetage werden immer häufiger und belasten den Körper. Ein Arzt gibt Tipps, wie man sich vor den Gefahren der Sommerhitze schützt: von Sonnenschutz über Flüssigkeitszufuhr bis hin zu angepasster Ernährung und Bewegung.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, Hörfunk und als Buchautor. Fotoquelle: WDR / Herby Sachs

„Ich will ja nicht ständig über das Wetter jammern, aber mir ist es einfach viel zu warm. Manchmal ist mir an sehr heißen Tagen schwindelig und ich habe Kopfschmerzen. Was kann ich tun, damit es mir bei großer Sommerhitze besser geht?“, fragte mich kürzlich ein 45-jähriger Patient in meiner Sprechstunde. Früher waren Tage über 30 Grad etwas Besonderes, heute treten sie immer häufiger auf. Meteorologen sprechen dann von Hitzetagen, also Tagen ab mindestens 30 Grad Celsius, die seit Jahren zunehmen. Für viele bedeutet das nicht nur Sommer, sondern auch körperliche Belastung.

Zunächst: Sonne ist nicht grundsätzlich schlecht. Ohne Sonnenlicht kann der Körper kaum Vitamin D bilden, das wichtig für Knochen, Muskeln und Stoffwechsel ist. Dafür reichen je nach Hauttyp und Tageszeit oft schon wenige Minuten Sonne auf Gesicht, Armen oder Händen. Die Vorstellung man könne „auf Vorrat“ Vitamin D sonnen, ist jedoch falsch – die Haut wird dabei aber sehr wohl geschädigt. Daher ist Sonnenschutz wichtig, aber er sollte nicht dazu verleiten, sich länger in die Sonne zu legen. Der beste Schutz: Schatten, Kleidung, Kopfbedeckung und das Meiden der intensiven Mittagssonne zwischen elf und 16 Uhr. Viele unterschätzen zudem Sonnenbrand: Er ist keine harmlose Rötung, sondern eine Entzündungsreaktion durch UV-Schäden. Auch leichte Verbrennungen hinterlassen Spuren, die sich über Jahre summieren und das Risiko für Hautalterung und Hautkrebs erhöhen. Zudem nimmt die Wirkung von Sonnencreme durch Schwitzen, Abrieb oder Wasser ab. Nachcremen erhält den Schutz nur, verlängert ihn aber nicht unbegrenzt.

Neben dem Hautschutz ist Trinken entscheidend. „Warten Sie nicht, bis der Durst da ist“, riet ich meinem Patienten. Durst entsteht nämlich erst, wenn bereits ein Flüssigkeitsdefizit vorliegt. Deshalb gilt: regelmäßig trinken, nicht nur gelegentlich größere Mengen. Ideal sind Wasser, Mineralwasser oder ungesüßte Tees über den Tag verteilt. Eiskalte Getränke sind erlaubt – der Mythos, sie würden das Schwitzen stark fördern, ist widerlegt. Gerade Herzpatienten sollten außerdem ihre Medikation bei Hitze ärztlich überprüfen lassen, da entwässernde Mittel zu zusätzlichem Flüssigkeitsverlust führen können. Auch Ernährung spielt eine Rolle: Schwere, fettige Mahlzeiten belasten den Kreislauf und erhöhen die Wärmeproduktion. Besser sind leichte, wasserreiche und vitaminreiche Speisen wie Obst und Gemüse. „Und Sport?“, fragte mich mein Patient. „Ja, aber angepasst. Kein Training in der Mittagshitze, besser morgens, mit reduzierter Intensität und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Warnsignale wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit sollten Sie ernstnehmen“, antwortet ich ihm.

Sommer ist angenehm, doch starke Hitze ist eine Belastung für den Körper. Wer sich schützt, ausreichend trinkt, leicht isst und Bewegung klug plant, kommt deutlich besser durch heiße Tage.