Claude Monets Seerosen
08.11.2026 • 07:55 - 08:45 Uhr
Kultur, Künstlerporträt
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Originaltitel
Monet et les "Nymphéas" : L'éternité retrouvée
Produktionsland
F
Produktionsdatum
2026
Kultur, Künstlerporträt

Claude Monets Seerosen

Claude Monets Begegnung mit den Seerosen begann 1889 auf der Pariser Weltausstellung, wo der Gärtner Joseph Bory Latour-Marliac die exotischen Pflanzen präsentierte. Fasziniert schuf Monet in den folgenden 30 Jahren einen künstlichen Teich und einen Garten als lebendige Farbpalette samt großem Atelier - um dort über 250 Gemälde zu schaffen, darunter zwölf Meter lange Panoramaformate. Mit dieser radikalen Bildsprache trieb er den Impressionismus an die Grenzen der Abstraktion. Als Monet 1926 starb, ehrte Frankreich den Meister des Impressionismus. Doch als 1927 seine "Nymphéas" in der Pariser Orangerie gezeigt wurden, blieben die Säle leer. Die Wasserlandschaften wirkten auf das Publikum befremdlich. Die Wiederentdeckung begann in den USA. 1952 stieß der damals junge Maler Ellsworth Kelly in Monets verfallenem Atelier in Giverny auf staubbedeckte Seerosen-Paneele. Für ihn und seine Zeitgenossen - darunter Jackson Pollock, Mark Rothko und Barnett Newman - verkörperten diese späten Werke genau das, wonach sie selbst suchten: eine Malerei der totalen Immersion. Sie überzeugten das MoMA, zwei der Panels zu erwerben. Von dort sprang der Funke nach Japan über. Dort fanden die Seerosenbilder eine besondere Resonanz - sie erinnerten an die Ukiyo-e-Holzschnitte, die Monet selbst gesammelt hatte. Auch Giverny selbst erlebte eine Renaissance: Dank amerikanischer Spenden wurde der verwilderte Garten restauriert und 1980 wiedereröffnet. "Claude Monets Seerosen" erzählt die Geschichte eines Werks, das seiner Zeit voraus war - und wie es schließlich sein Publikum fand.

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