Danke für Nichts
16.12.2025 • 00:25 - 02:10 Uhr
Spielfilm, Drama
Lesermeinung
Katharina (Lea Drinda, M.) spielt mit gerne mit dem Leben.
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Katharina (Lea Drinda) hat nicht vor, älter als 18 Jahre zu werden.
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Ricky (Safinaz Sattar, l.), Victoria (Sonja Weißer, 2.v.l.) und Malou (Zoe Stein, r.) und ihr Sozialbetreuer Ballack (Jan Bülow, 2.v.r.) hecken einen Plan aus.
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Der Chefin vom Jugendamt, Frau Rottenborn (Kathrin Angerer), ist die WG längst ein Dorn im Auge.
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Originaltitel
Danke für nichts
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Altersfreigabe
16+
Spielfilm, Drama

Leben und Leben lassen

Von Paula Oferath

Das mit dem Erwachsenwerden ist so eine Sache. Doch wie sieht das Leben aus, wenn man ohne Autoritätspersonen und Regeln auskommen muss? "Danke für Nichts" erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Junge Frauen, die versuchen, ihre Freundin ins Bett zu tragen. Man könnte meinen, sie hätte eine ausschweifende Partynacht hinter sich. Doch Katharina (Lea Drinda) wollte sich das Leben nehmen. Diejenigen, die sie retten, sind Victoria (Sonja Weißer), Malou (Zoe Stein) und Ricky (Safinaz Sattar). Sie wohnen gemeinsam in einer Wohngruppe. Der Coming-of-Age-Film "Danke für Nichts" erzählt die Geschichte dieser vier jungen Frauen, die mit aller Kraft gegen Eltern, Schule und Regeln aufbegehren. Sie suchen nach Freiheit, nach Sinn und nach sich selbst. Gemeinsam leben sie in einer anarchischen Utopie, die schon bald ins Wanken gerät. Dabei könnten die jungen Frauen kaum unterschiedlicher und schräger sein.

Unter der Obhut ihres Sozialarbeiters Michael (Jan Bülow), den alle nur Ballack nennen, führen Katharina, Victoria, Malou und Ricky ein Leben ganz nach dem Motto "Leben und Leben lassen". Ballack schaut nur gelegentlich in der etwas heruntergekommenen Wohnung seiner Schützlinge vorbei. Wenn er auftaucht, dann stets ganz in Weiß (obwohl seine Weste wohl alles andere als weiß ist) mit einer Fluppe im Mundwinkel und ein paar Gramm Koks in der Tasche. Trotz aller Höhen und Tiefen haben die Mädchen bisher erstaunlich gut ohne Autorität überlebt. Doch Katharinas 18. Geburtstag rückt näher, und seit ihrer Kindheit steht für sie fest, dass sie diesen Tag nicht erleben will. Ihr Selbstmordversuch stellt das Leben in der Wohngruppe völlig auf den Kopf.

Humor als Ventil

Mit schwarzem Humor und einer gehörigen Portion Überzeichnung erzählt "Danke für Nichts" von Katharina, die schon früh eine morbide Faszination für den Tod entwickelte, von Ricky, die seit ihrer Kindheit auf sich allein gestellt ist und nun von Abschiebung bedroht wird, von Malou, die seit Jahren kein Wort mehr spricht, und von Victoria, die als Inbegriff der Wohlstandsverwahrlosung gilt. Jede von ihnen rebelliert auf ihre eigene Weise. Wie verschieden sie sind, zeigen nicht nur ihre Geschichten, sondern auch die Zimmer, die sie bewohnen. Während Ricky sich mit dem Nötigsten zufriedengibt, scheint das Zimmer von Victoria einem heruntergekommenen Palast zu ähneln.

"Danke für Nichts" gelingt es auf subtile Weise, die Herausforderungen des Erwachsenwerdens sichtbar zu machen. Der Film von Regisseurin Stella Marie Markert, die auch das Drehbuch schrieb, ist emotional, feinfühlig und eindringlich, ohne je den Blick für seine Figuren zu verlieren. Trotz der Vielzahl an Problemen wirkt er nie überladen. Der Humor dient immer wieder als Ventil – ein Mittel, um jenen unbequemen Wahrheiten zu begegnen, denen man sich im echten Leben nur ungern stellt.

"Eine bedingungslose Liebe zwischen Freundinnen, die nicht unterschiedlicher sein könnten"

Entstanden ist der Film in Zusammenarbeit mit "Das kleine Fernsehspiel". Die Filmemacherin erklärt in einem Statement: "Danke für Nichts' ist kein Film, der mit der Erwachsenen-Welt abrechnen soll. (Ok, das war gelogen, ein bisschen abrechnen tut er schon. Immerhin heißt er 'Danke für Nichts'). Es ist ein Film, der aus den Figuren heraus entstanden ist – aus dem Gefühl, als junger Mensch weder ernst genommen noch angehört zu werden." Für Stella Markert geht es im Kern um Freundschaft, doch auf einer tieferen Ebene "geht es um das radikale Konzept der Bedingungslosigkeit. Eine bedingungslose Liebe zwischen Freundinnen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aber sich gerade dafür respektieren und schätzen", so die Filmemacherin. "Eine Bedingungslosigkeit, die ich erfahren darf und die ich jedem wünsche."

"Danke für Nichts" feierte beim "Filmfest München" Premiere und wurde dort in sieben Kategorien für den "Förderpreis Neues Deutsches Kino" nominiert. Bei der Filmkunstmesse Leipzig erhielt er den Preis der Jugendjury und wurde beim Nachwuchspreis "First Steps Award" mit dem Big Audience Award ausgezeichnet. Ab Freitag, 12. Dezember, ist der Film in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Danke für Nichts – Mo. 15.12. – ZDF: 00.25 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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