Das Märchen von der Inklusion
21.01.2019 • 22:45 - 23:30 Uhr
Report, Gesellschaft und Soziales
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Für Amelie (Mitte) bedeutet Inklusion, dass sie später mal Fotografin oder Tierwirtin werden könnte.
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Miteinander Lernen und Leben. Das bedeutet Inklusion für Amelie (rechts). Und es gefällt ihr sehr gut.
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Die Inklusion muss den Schulalltag verändern. Frontalunterricht funktioniert nicht mehr.
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Lukas war auf einer inklusiven Schule und landet am Ende wohl doch in einer Behindertenwerkstatt. Im Arbeitsleben findet Inklusion kaum statt.
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Report, Gesellschaft und Soziales

Leider nur ein gut gemeinter Plan

Von Andreas Schöttl

Vor zehn Jahren hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Sie sollte regeln, dass Kinder mit und ohne Behinderung zusammen in einer Schule lernen.

Kurz zusammengefasst lautete die Idee der Inklusion: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen in einer Schule. Jeder Mensch kann überall dabei sein, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit. 2009 hat Deutschland die mit diesen wohlklingenden Worten verbundene UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Doch wie konnte innerhalb der vergangenen zehn Jahre ein sicherlich gut gemeintes Vorhaben umgesetzt werden? Dieser Frage geht Hanna Möllers in ihrem Film nach, der nun im Rahmen von "Die Story im Ersten" zu sehen ist. Leider fällt ihre Antwort ernüchternd aus. Mit ihrem Team von Radio Bremen führt sie unter anderem das Beispiel der zehnjährigen Nike an. Das Mädchen mit Down-Syndrom ging wie alle anderen auf eine Regelschule. Nur mitspielen, das durfte sie nie. Nike wurde vehement ausgegrenzt. "Nike kann jetzt prima Basketball, denn das geht auch allein", erzählt ihre Mutter. Um für ihr Kind doch noch irgendwie Anschluss zu finden, entsendet sie Nike nun wieder auf eine private Förderschule.

Wie Möllers nachdenklich machender Film aufzeigt, gibt es auch andere Beispiele als dieses von Nike. Amelie, ebenfalls ein Mädchen mit Down-Syndrom, ist in ihrer Klasse akzeptiert. Sie träumt davon, später einmal Fotografin oder Tierwirtin zu werden. Bei diesem durchaus aussichtsreichen Bestreben wird sie von allen unterstützt – von Eltern, Mitschülern und Lehrern.

Fällt diese wohlgemeinte Unterstützung allerdings weg, wird es für Betroffene ungleich schwerer. Der Sprung von einer womöglich gut abgeschlossenen Schule in den Arbeitsmarkt gelingt dann nur den wenigsten. Lukas beispielsweise war auf einer inklusiven Schule. Der geistig behinderte 18-Jährige wollte Lokführer werden. Nun arbeitet er in einer "Werkstatt für Menschen mit Behinderung". Dort erhält er nur 67 Euro im Monat für seine Bemühungen. Für Lukas bedeutet das: Endstation!


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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