Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
16.04.2026 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Der Irland-Krimi: Du gehörst mir
Vergrößern
Originaltitel
Der Irland-Krimi
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Geiselnahme im Irish Pub

Von Susanne Bald

Toxische Männlichkeit trifft auf Narzissmus: Ein Mann entführt seine Frau und nimmt anschließend alle Gäste eines Pubs als Geiseln. Psychologin Cathrin Blake muss diesmal ein nervenzehrendes Duell mit dem Kidnapper austragen.

Ein Mann holt seine Frau von der Arbeit ab, um sie mit einem Ausflug zu überraschen. Eine romantische Geste, so sieht Ronan Doyle (Barry John Kinsella) das. Dass Grace (Lucianne McEvoy) ihn vor Kurzem verlassen hat und er sie mit einer Waffe zum Mitkommen zwingen muss – nebensächlich: "Früher hast du mich geliebt, und das wirst du auch wieder, ich versprech's dir!"

Ging es im vorherigen Fall um einen Femizid aus verletztem männlichen Stolz, führt die Kränkung durch eine Frau im zwölften Film der ARD-Reihe "Der Irland-Krimi: Du gehörst mir" am Donnerstagabend zu einer blutigen Geiselnahme. – Ein Fall für das Team von Superintendent Sean Kelly (Declan Conlon) und Kriminalpsychologin Cathrin Blake (Désirée Nosbusch). Per Handyortung können sie den Weg der Doyles verfolgen. Bei einem Zwischenstopp in einem Pub eskaliert die Situation: Ronan erschießt den Besitzer und bringt die Gäste in seine Gewalt.

Die Macht der Kränkung

Was Kränkungen und verletzter Stolz auslösen können, beschreibt der Psychologe Reinhard Haller in seinem Buch "Die Macht der Kränkung": "Was kränkt, macht krank, was kränkt, löst Krisen aus." Er sei sicher, dass Kränkungen "Ehen zerstören, Amokläufe erklären und psychosomatische Krankheiten bewirken" können.

Bei Ronan Doyle kommt eine narzisstische Störung hinzu. Zu dieser Diagnose kommt Cathrin Blake nach einem Telefonat mit ihm, in welchem ihr auffällt, wie extrem er auf Lob reagiert. Knut Gärtner, Oberarzt an der Klinik für Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll, bestätigt das: Narzissmus sei eine "übersteigerte Form des Strebens nach Selbstwert". Betroffene brauchen die Bestätigung durch andere. "Sie können unter psychischem Stress schlecht zwischen Sachebene und persönlicher Ebene unterscheiden, bei Kritik wird ihr gesamtes Dasein infrage gestellt, nicht ein punktuelles Verhalten."

Psychologin gegen Verhandlungsexperte

Und Cathrin weiß: Wenn Narzissten sich gedemütigt fühlen, steigt die Wahrscheinlichkeit für gewalttätige Ausbrüche. Ihre Taktik daher: "Er braucht Lob und Bewunderung, also kriegt er Lob und Bewunderung" – und das freundliche Angebot, einen Fluchtwagen zu bekommen, um eine friedliche Lösung zu erreichen.

Damit bringt die Psychologin den Verhandlungsexperten Daniel McCurren (Richard Clements) gegen sich auf. Ein arroganter Macho, der auf Härte und direkte Konfrontation setzt. Cathrin krieche Doyle in den Allerwertesten, so werde er sie nie als Autoritätsperson respektieren. – "Das braucht er auch nicht, als Gesprächspartnerin reicht mir völlig."

Drehbuchautorin Katrin Bühlig interessierte an Ronan Doyles Figur besonders, "warum jemand eine Trennung nicht akzeptieren kann und ihm scheinbar keine anderen Bewältigungsstrategien zur Verfügung stehen". Seine narzisstische Persönlichkeitsstörung erkläre vieles: "Er fordert Aufmerksamkeit und Bewunderung, kann sie anderen aber kaum entgegenbringen. Gleichzeitig ist er unsicher und verletzlich – Facetten, die zunächst widersprüchlich wirken, aber durchaus Teil einer solchen Störung sein können."

"Der Irland-Krimi: Du gehörst mir" ist eine interessante Lektion zum Thema Narzissmus und toxische Männlichkeit, eingebettet in ein spannendes Krimidrama.

"Der Irland-Krimi: Du gehörst mir" – Do. 16.04. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Das Buch „Der Tod ist dein letzter großer Termin. Ein Bestatter erzählt vom Leben“ von Christoph Kuckelkorn
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Der Tod ist dein letzter großer Termin. Ein Bestatter erzählt vom Leben"

Christoph Kuckelkorn, bekannt als Bestatter und ehemaliger Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, beschreibt in seiner neuen Biografie die Gemeinsamkeiten zwischen Bestattungen und Karneval. Er gibt Einblicke in sein Berufsleben und seine persönlichen Erfahrungen mit Trauer und Verlust.
Dr. Julia Fischer lacht.
Gesundheit

Fettleber ohne Alkohol – wenn der Stoffwechsel die Leber angreift

Eine 60-Jährige aus Rheinland-Pfalz kämpft mit einer stoffwechselbedingten Fettlebererkrankung. Trotz fehlender Symptome kann diese Krankheit schwerwiegende Folgen haben, wie erhöhte Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Intensive Betreuung im Leberzentrum Mainz und eine Ernährungsumstellung helfen ihr, die Krankheit in den Griff zu bekommen.
Yared Dibaba lacht.
HALLO!

Yared Dibaba: "Ich möchte mich einbringen, in den Dialog gehen"

Yared Dibaba reflektiert in seinem neuen Buch „Bin da, wer noch?“ über seine persönliche Reise von Äthiopien nach Deutschland und die Bedeutung von Vielfalt und Identität.
Ein Paar steht im Sonnenuntergang am Strand und hat sich in den Armen.
Reise

Ein schöner Urlaub für alle: Barrierefrei reisen

Barrierefreies Reisen ist für Menschen mit verschiedenen Einschränkungen möglich. Ob Unterkunft, Sehenswürdigkeiten oder Mobilitätsservice – "Reisen für alle" bietet die passende Lösung.
Das Buch „Nimm den Zwängen die Macht. Zwangsstörungen und Zwangsgedanken verstehen, sich ihnen stellen und Freiheit zurückgewinnen “
Gesundheit

Für Sie gelesen: "Nimm den Zwängen die Macht"

Zwangsstörungen belasten Betroffene und sind oft schwer nachvollziehbar. Ein neuer Ratgeber erklärt die Unterschiede zwischen Marotten und krankhaften Zwängen und gibt wertvolle Tipps zur Überwindung.
Midge Ure guckt in die Ferne.
HALLO!

Midge Ure: "Es ist entweder mutig oder komplett verrückt"

Midge Ure, ehemaliger Frontmann von Ultravox, kehrt mit einem neuen Doppel-Album zurück. Im Interview spricht er über seine musikalische Entwicklung, den Einfluss von Kraftwerk und seine Entscheidung für ein Doppel-Album.