Cary Grant wird mit einem Spion verwechselt und erlebt ein bis heute unvergessenes Abenteuer: Auch in der x-ten Wiederholung ist "Der unsichtbare Dritte" ein Muss.

"Ich glaube, das ist ein ganz fürchterliches Drehbuch. Wir haben jetzt schon ein Drittel des Films abgedreht, es passiert alles Mögliche, und ich weiß noch immer nicht, worum es geht", beklagte sich Hauptdarsteller Cary Grant während der Dreharbeiten des Spionagethrillers "Der unsichtbare Dritte". Regisseur Alfred Hitchcock nahm's gelassen. Er selbst nannte "North by Northwest" (Originaltitel) "einen einzigen großen Jux". Der Großmeister gab zu, die "verworrene Story" mit geradezu "spitzbübischem Vergnügen" verfilmt zu haben. Sein Spaß kam beim Publikum an. Das Werk versetzte die Kritiker in helle Begeisterung und sorgte bei den MGM-Productions für klingelnde Kassen. ARTE strahlt den 1959 entstandenen Klassiker, für den der Hollywood-Charmeur Cary Grant in die Rolle eines verfolgten New Yorker Werbemannes schlüpfte, jetzt noch einmal aus.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Roger Thornhill (Grant), der durch Zufall mit dem amerikanischen Spion George Kaplan verwechselt und im Auftrag des feindlichen Agenten Philipp Vandamm (James Mason) entführt wird. Als er sich weigert, seine Spionagetätigkeit zu gestehen, pumpt ihn Vandamm mit Alkohol voll und setzt ihn hilflos auf der Straße aus. Thornhill wird von der Polizei aufgegriffen, aber niemand glaubt ihm seine abenteuerliche Geschichte. Alle Spuren sind verwischt, und sogar seine Mutter hält ihn für einen Spinner. Doch inzwischen hat Vandamm seine Killer auf Thornhill angesetzt – immer enger ziehen sie ihre Kreise um den ahnungslosen Werbemann.

"Der unsichtbare Dritte" ist eine virtuose Mischung aus Thriller, Abenteuerfilm und Krimi-Komödie. Mit viel Witz und Situationskomik entspinnt Alfred Hitchcock das Netz aus Agentenintrigen und Staatsaffären, mit denen sein Hauptdarsteller zu kämpfen hat. Cary Grant glänzt in der Rolle des hypernervösen, leicht cholerischen Thornhill, der zuletzt doch die unsichtbaren Fäden der gegnerischen Spionagemächte entwirrt.

Hitchcocks Film im Breitwandverfahren Vistavision gilt als einer der "schönsten Agententhriller aller Zeiten". Der Meister des Suspense hatte sich zwei ungewöhnliche Schauplätze in den Kopf gesetzt: das UN-Gebäude und den Mount Rushmore mit den Präsidenten-Porträts. Beide baute er im Studio nach, da er für die Original-Locations keine freie Drehgenehmigung erhielt. Berühmt wurde die Schlussszene des Films: Cary Grant und Eva Marie Saint in einem Schlafwagen. Nachdem er sie zu sich ins Bett gezogen hat, erfolgt ein Schnitt, und man sieht einen Zug in einen dunklen Tunnel rasen. Hitchcock nannte die gewagte Szene die "impertinenteste Schlusseinstellung, die ich je gemacht habe".


Quelle: teleschau – der Mediendienst