Noch ein apokalyptischer Teenie-Überlebenskampf – aber im Kern ganz anders. "Die 5. Welle" bezieht die Spannung aus moralischen Konflikten.

Außerirdische, "die Anderen" genannt, thronen mit ihrem Raumschiff über einer Stadt in Ohio. Ihr Vernichtungswerk erstreckt sich auf die ganze Erde, und sie sind noch lange nicht fertig mit den Menschen. Es ist ein unheilvolles, bedrohliches Setting, mit dem "Die 5. Welle" (2015) startet. Mal wieder ein Untergangsszenario, wie man es aus vielen Sci-Fi-Spektakeln der letzten Jahre kennt. Dieses Action-Drama, das auf einem Bestseller von Rick Yancey basiert und nun bei RTL zum ersten Mal im Free-TV läuft, sticht dennoch aus der Masse heraus.

Die Aliens legen global die Elektronik und Kommunikation lahm, Erdbeben und Überschwemmungen machen die großen Metropolen platt, und eine heimtückische Vogelgrippenvariante dezimiert die Weltbevölkerung – das sind die ersten drei Angriffswellen. Army-Colonel Vosch (Liev Schreiber) warnt eine Schar Überlebender vor der vierten Welle: Außerirdische übernehmen wie Parasiten die Kontrolle über die Menschen.

Zu seinen Zuhörern gehört die 16-jährige Cassie Sullivan (Chloë Grace Moretz). Noch vor Kurzem eine ganz normale High-School-Schülerin mit nettem Elternhaus und ausgiebigen Partys, streift sie nun mit ihrem kleinen Bruder Sammy (Zackary Arthur) durch die Wälder, während sich ihre heimliche Liebe Ben (Nick Robinson) zwangsrekrutiert im Krieg gegen die Invasoren wiederfindet. Die fünfte Welle des Angriffs steht bevor. Und mit ihr jede Menge Action.

Trotz Pyrotechnik und Zerstörungsbildern ist die Endzeit in "Die 5. Welle" aber nicht in erster Linie Spektakel, sondern vor allem ein quälender moralischer Konflikt. Denn unter extremen Bedingungen zu überleben verlangt nicht selten, jemand anderen zu töten. Darin liegt die eigentliche, immer neue Katastrophe, daraus bezieht der Film seine große Spannung.

Chloë Grace Moretz hat das Buch dreimal gelesen. Mit ihrer Lektürevorliebe für "Die 5. Welle" beweist sie guten Geschmack und Enthusiasmus, der ihrer Performance anzumerken ist. Als Cassie Sullivan zittert sie vorm Sterben genauso wie vor dem Verlust der Menschlichkeit. Die sensible Inszenierung von J Blakeson unterstützt sie dabei hervorragend.


Quelle: teleschau – der Mediendienst