Die Akte Lindenberg - Udo und die DDR
29.11.2026 • 01:05 - 02:00 Uhr
Info, Menschen
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Die Akte Lindenberg: Udo und die DDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2010
Info, Menschen

Die Akte Lindenberg - Udo und die DDR

Acht Jahre lang kämpfte Udo Lindenberg dafür, ein Konzert in der DDR geben zu dürfen. Am 25. Oktober 1983 stand er schließlich auf der Bühne im Palast der Republik. Reinhold Beckmann, der Udo Lindenberg damals als Tonassistent eines ARD-Kamerateams nach Ostberlin begleitete, und Falko Korth erzählen in ihrer Dokumentation dieses Stück deutsch-deutsche Geschichte. Anhand der Stasiakten über Lindenberg rekonstruieren sie die ganze, damals unbekannte Geschichte rund um den berühmten Auftritt in Ostberlin. Als Udo Lindenberg 1975 seinen Song "Rock-Arena in Jena" veröffentlichte und darin von einem Rockkonzert in der DDR träumte, ahnten die Funktionäre im Osten bereits, dass dieser "Panik-Rocker" ihnen mit seinen Liedern das Leben schwer machen würde. Die Staatssicherheit protokollierte bereits penibel. Seit drei Jahren existierte seinerzeit schon eine "Akte Lindenberg": jede Ein- und Ausreise wurde registriert, jede Äußerung wurde festgehalten. Die Lindenberg-Fangemeinde im Osten wurde jedoch stetig größer. Eine ganze Generation Jugendlicher wuchs heran, die dem tristen sozialistischen Alltag mit Udo-Liedern entfliehen wollte. Für die allermeisten SED-Genossen war und blieb ein Auftritt des Weststars undenkbar. Als Udo Lindenberg Anfang 1983 das Lied "Sonderzug nach Pankow" veröffentlichte, schien jede Chance auf einen Auftritt in der DDR endgültig dahin. Dieses Lied, das sich direkt an den Generalsekretär Erich Honecker richtete, empfanden viele Genossen als Beleidigung und Verhöhnung. Doch Lindenberg ließ nicht locker. Er wusste, dass sich die Zeiten geändert hatten. Angesichts der Anfang der 1980er-Jahre aufkommenden Friedensbewegung, dem anhaltenden Protest gegen die Stationierung von Atomraketen in West und Ost, war politisch vieles in Bewegung geraten. Dass sich Lindenberg in der westdeutschen Friedensbewegung engagierte, machte den "Panik-Rocker" nun auch für die Kulturfunktionäre der DDR interessant. Tatsächlich eröffnete sich im Sommer 1983 eine Möglichkeit, mit den sonst so starrköpfigen SED-Genossen ins Gespräch zu kommen. FDJ-Chef Egon Krenz lud Udo Lindenberg ein, im Rahmen eines FDJ-Friedenskonzertes mit Künstlern aus aller Welt im Palast der Republik in Ostberlin vier seiner Lieder zu spielen. Lindenberg knüpfte eine Zusage an die Bedingung, ihm im Gegenzug eine Tournee durch die DDR zu gewähren. Hinter den Kulissen der Öffentlichkeit begann ein kurzer Verhandlungsmarathon, bis man sich schließlich einig war: Udo bekommt seine DDR-Tournee, Krenz dafür Lindenberg im Palast der Republik. So kam es am 25. Oktober 1983 zu jenem denkwürdigen Auftritt Lindenbergs vor ausgesuchtem FDJ-Publikum. Die wahren Udo-Fans harrten unterdessen zu Hunderten vor dem Palast der Republik aus. Nur für einen kurzen Moment entschlüpfte Udo seinen Aufpassern und nahm ein Bad in der jubelnden Menge. Die Staatssicherheit war, zusammen mit FDJ-Ordnungsgruppen, mit einem Großaufgebot vor Ort. Später kam es zu tumultartigen Szenen, die Fans wurden zurückgedrängt, teilweise verhaftet, zusammengeschlagen. Udo Lindenberg erfuhr erst viel später, nach dem Fall der Mauer, von dem wahren Ausmaß der Stasiüberwachung und Übergriffe. Es blieb sein einziger Auftritt in der DDR. Die durch die Kulturfunktionäre zugesicherte Lindenberg-Tournee kam nie zustande.

Das beste aus dem magazin

Ein Paar steht im Sonnenuntergang am Strand und hat sich in den Armen.
Reise

Der Winterurlaub verändert sich

Kanaren statt Kälte, Ägypten statt grauer November, Thailand statt Winterjacke: Wenn es in Deutschland ungemütlich wird, zieht es viele Urlauber in die Sonne. Doch bei der Wahl des Winterziels zählen längst nicht mehr nur Wärme und Strand. prisma zeigt, welche Trends es gibt.
Leonora Huth schaut seitlich.
HALLO!

Leonora Huth über ihre Karriere: "Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört"

Trotz des verpassten ESC-Auftritts hat Leonora Huth musikalisch Fuß gefasst. Nach der Deutschland-Tour arbeitet sie nun an ihrem Debütalbum, das 2027 erscheinen soll.
Prof. Dr. med. Fadi Al-Rashid im weißen Kittel.
Gesundheit

Neue Behandlung bei Angina pectoris

Ein Sinus-Reducer kann bei refraktärer Angina pectoris den Blutfluss verbessern und die Lebensqualität steigern. Der minimalinvasive Eingriff bietet Hoffnung für Herzpatienten.
Professor Dr. med. Markus Krämer schaut in die Kamera.
Gesundheit

Multiple Sklerose: moderne Therapien sind hochwirksam

Ein 18-jähriger Schüler fragte sich, ob er trotz Multiple Sklerose ein normales Leben führen könne. Dank moderner Therapie lebt er heute schubfrei und ist kürzlich Vater geworden.
Rosalie Thomass vor blauem Hintergrund.
HALLO!

Die Neue in Franken: Rosalie Thomass im Interview

Rosalie Thomass ist die neue Ermittlerin beim Tatort Franken. Im Interview spricht sie über ihre Rolle als Emmy Rathgeber, die Zusammenarbeit mit Fabian Hinrichs und ihre weiteren Projekte wie "Wäldern" und "Lügen über meine Mutter".
Tuelin Sezgin schaut seitlich über die Schulter.
HALLO!

Der Amts-Muff kommt durch den Fernseher: Tülin Sezgin im Interview

Tülin Sezgin, bekannt durch "Conny from the Block", bringt mit "Nine to Five – Das Amt" den typischen Amts-Muff ins Wohnzimmer. Im Interview verrät sie, wie die Serie entstand und welche Herausforderungen sie als Content Creatorin meistert.