Die Entscheidung - Samuel Friedman: Jude ohne Gott
22.05.2026 • 12:15 - 13:05 Uhr
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Originaltitel
Die Entscheidung - Samuel Friedman: Jude ohne Gott
Produktionsland
CH
Produktionsdatum
2022
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Die Entscheidung - Samuel Friedman: Jude ohne Gott

Samuel Friedman, 39, wuchs in einer streng orthodoxen jüdischen Gemeinde in Zürich auf. Mit elf Jahren hat er sich entschieden, seine Schläfenlocken abzuschneiden. Es war der erste Schritt in Richtung Ausstieg. Der erste Schritt in ein für ihn freies Leben. Ohne Religion, ohne Regeln, ohne Gott. Samuel Friedman ist das dritte von fünf Kindern. Er hat eine liebevolle Kindheit, die aber von vielen Regeln geprägt ist. Sein Leben scheint vorgespurt. Er wird gar Vorbeter in der Synagoge. Sehr früh merkt er aber, dass ihn all das, was sein Umfeld beschäftigt, nicht interessiert. Auf Glaubensfragen findet er keine Antwort. Viel lieber schaut er Fußball. Mit dem Abschneiden seiner Schläfenlocken wird erstmals sichtbar, was ihn in seinem Innern beschäftigt: Er will nicht so leben. Auch wenn diese Entscheidung für ihn definitiv ist, beginnt nun ein langer Prozess des Aussteigens. Er verabschiedet sich vom streng religiösen Leben, in das er hineingeboren wurde. Als Kind und Jugendlicher heimlich, nach der Hotelfachschule in Israel öffentlich. Er fährt Auto am Sabbat, isst unkoscher und sticht sich Dutzende Tattoos. Mithilfe des Fußballs hat er einen Religionsersatz gefunden. In der Südkurve des FC Zürich ein Auffangnetz. In der Gastroszene Freunde und Zerstreuung. Erst mit über 30 Jahren, bereits Vater einer Tochter und geschieden, legt er seine Kippa ab. Auch wenn seine Mutter jeden Tag betet, dass er zurückkommen möge, hat seine Familie zu ihm gehalten. Er ist ein Teil von ihr geblieben. In der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde hingegen wird er nicht gern gesehen. Ihm ist die Kultur des Judentums jedoch nach wie vor wichtig. Sein Weg bleibt schwierig. Beim Bemühen, sich vom streng reglementierten Leben zu lösen, stolpert er immer wieder. Zum Beispiel über die Liebe. Sie kommt und geht. Er eckt an mit seiner direkten und lauten Art, und dennoch bleibt er sich selbst treu. Auf der Suche nach seinem eigenen Weg. Als Jude. Aber ohne Gott.

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