„Weshalb sollte ich denn meine Zahnseide niemals kreuz und quer anwenden?“, fragte mich kürzlich bei einem Kontrolltermin eine 35-jährige Patientin. Ich hatte sie zuvor auf die korrekte Anwendung von Zahnseide hingewiesen. „Ziehen Sie die Seide vorsichtig auf und ab, keinesfalls kreuz und quer, anderenfalls könnte dies dem Zahnfleisch schaden“, erklärte ich ihr. Bei Erwachsenen entsteht Karies weitaus häufiger in den Zahnzwischenräumen als auf der glatten Oberfläche der Zähne.
„Was muss ich denn sonst noch Wichtiges beachten?“, fragte mich die Patientin. „Wichtig ist die tägliche kombinierte Anwendung von Bürste und Seide. Denn nur so lassen sich schädliche Bakterien auch dort gründlich entfernen, wo die Bürste nicht hinkommt: nämlich in den problematischen Zahnzwischenräumen und unter dem Zahnfleischrand“, erklärte ich ihr. Dank der Zahnseide lösen sich die Beläge in den Zahnzwischenräumen und lassen sich danach per Bürste einfacher wegputzen, sagen die Befürworter. Zudem verteilt sich dort anschließend das wertvolle Fluorid besser, das in der Zahncreme enthalten ist. Aber auch der umgekehrte Weg hat Vorteile: Beläge, die mit der Zahnbürste an den schwer zugänglichen Stellen nicht erwischt wurden, entfernt im zweiten Schritt eben die Zahnseide. Bei der ein- oder zweimaligen täglichen Anwendung sollte man nicht zu sparsam mit der Seide umgehen. Damit diese gut in alle Zahnzwischenräume gelangen kann, am besten rund zwölf bis 15 Zentimeter nehmen und für jeden Zwischenraum ein neues Stück vom Finger rollen.
Wie der Name schon andeutet, wird bei gewachster Zahnseide ein dünner Wachsfilm aufgetragen. Sind die Zahnzwischenräume etwas größer, so kann Superfloss eine Alternative sein. Diese spezielle, etwas dickere Zahnseide eignet sich nicht nur zur Reinigung größerer Zahnzwischenräume, sondern auch bei festsitzendem Zahnersatz wie Implantaten und Brücken. Der flauschige Mittelteil erlaubt eine gute Plaques-Entfernung. Wem das Hantieren mit Zahnseide nicht liegt, dem bieten Interdentalbürsten eine saubere Alternative – vor allem bei den größeren Zahnzwischenräumen der Backenzähne. Hier sammelt sich erfahrungsgemäß besonders viel Plaque an, der sich mit den speziellen Bürsten gut entfernen lässt. Diese gibt es in individuellen Ausführungen je nach Durchmesser der Zahnzwischenräume, die sich mit der Zeit erfahrungsgemäß vergrößern.