„Ich muss jede Nacht mehrfach zur Toilette. Was können Sie mir empfehlen?“, fragte mich neulich ein Kunde Anfang 50. „Ich bin viel mit dem Auto unterwegs, es darf also tagsüber keine Nebenwirkungen haben.“ Im Beratungsgespräch erzählte er mir, dass er jede Nacht drei- bis viermal zur Toilette müsse und danach nur schlecht wieder einschlafe.
Eine vergrößerte Prostata ist ein typisches Männerproblem. Sie wird ab einem Alter von etwa Mitte 40 größer. Das tut nicht weh, aber die vergrößerte Vorsteherdrüse kann auf die Blase drücken. Die Folgen: häufiger oder nächtlicher Harndrang, ein schwächerer Harnstrahl oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können. Wer abends viel trinkt, ist besonders betroffen. Als normal gilt, wenn ältere Männer nachts bis zu zweimal raus müssen. „Ich kann Ihnen gerne ein pflanzliches Arzneimittel empfehlen“, schlug ich vor. „Sie müssten sich vor der Selbstmedikation aber bitte ärztlich untersuchen lassen. Denn nächtlicher Harndrang kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Herzerkrankungen.“ Mein Kunde winkte ab. „Ich war erst letzten Monat zum Check bei meinem Hausarzt, bei mir ist alles okay. “
„Pflanzliche Arzneimittel gegen Prostatabeschwerden sind rezeptfrei erhältlich. Sie helfen meist sehr gut, allerdings setzt die Wirkung erst nach rund einer Woche ein. Sie brauchen also ein wenig Geduld“, beriet ich ihn. „Das Gute an diesen pflanzlichen Arzneimitteln ist ihre Verträglichkeit. Auch bei langfristiger Einnahme brauchen Sie keine Sorge vor Schläfrigkeit am Tag zu haben.“ Eingesetzt werden Extrak-
te aus verschiedenen Pflanzen, unter anderem aus Sägepalmenfrüchten, Brennnesselwurzeln oder Kürbissamen. „Ich rate Ihnen zu hoch dosierten Extrakten. Die Präparate verschiedener Hersteller sind nicht unmittelbar miteinan-
der vergleichbar, deshalb würde ich immer zu Medikamenten greifen, deren Wirkung in Studien mit Patienten nachgewiesen wurde.“
Zum Abschluss bat ich ihn, mir beim nächsten Besuch von seinen Erfahrungen zu berichten. „Wenn das Medikament gut hilft, kann Ihr Arzt Ihnen das auf einem Grünen Rezept verordnen. Das können Sie dann bei Ihrer Krankenkasse einreichen und bekommen – je nach Kasse – dann Geld erstattet. Wenn das pflanzliche Medikament nicht ausreicht, kann Ihnen Ihr Arzt andere, rezeptpflichtige Arzneimittel verordnen. So oder so können Sie hoffentlich bald wieder durchschlafen.“