Die Erfindung der guten Mutter
16.03.2026 • 05:00 - 05:55 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Sabine Fellner ist Kunsthistorikerin und wird in dieser Dokumentation interviewt.
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Seit Jahrhunderten hat der Mythos der guten Mutter mit angeborener Mutterliebe und Opferbereitschaft unsere Gesellschaft fest im Griff.
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„Es liegt auf der Hand, dass wir die mütterliche Verantwortung um ein Vielfaches reduzieren müssen […] und vor allem müssen wir diese Verantwortung aufteilen“, appelliert die Philosophin Elisabeth Badinter.
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Barbara Vinken ist Literaturwissenschaftlerin und wird in dieser Dokumentation interviewt.
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Originaltitel
Die Erfindung der guten Mutter
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2022
Info, Gesellschaft + Soziales

Die Erfindung der guten Mutter

Ausgehend vom heutigen Mutterbild der Do-it-all-Mother, die am besten mit Hüftschwung Kinder, Haushalt und Karriere meistert, begibt sich der Film auf eine kulturhistorische Zeitreise und geht der Frage nach, woher unser Bild der guten Mutter kommt. Seit Jahrhunderten hat der Mythos der Mutter mit angeborener Mutterliebe und Opferbereitschaft unsere Gesellschaft fest im Griff. Das war aber nicht immer so. Die Regisseurin Marion Priglinger entmystifiziert die hartnäckigsten Muttermythen und stellt sie humorvoll der historischen Realität gegenüber: vom Marienkult im Mittelalter über die Entdeckung der Mutterliebe im 18. Jahrhundert und die Erfindung des Mutterinstinkts bis hin zum Mutterkult der Nationalsozialisten. Schnell wird klar: Die eine gute Mutter hat es nie gegeben und Mutterschaft wird bis heute benutzt, um patriarchale Strukturen aufrechtzuerhalten. "Die Mutter kann stillen, das Kind sättigen, das heißt aber noch lange nicht, dass die Mutter das Kind besser herumtragen oder beruhigen kann", meint die Psychoanalytikerin Helga Krüger-Kirn. Dass es ausgerechnet in Deutschland Frauen nach wie vor schwer haben, Familie und Beruf zu vereinen, vergleichsweise immer noch weniger, sieht die deutsche Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken unter anderem als Folge der deutschen Nachkriegsfamilienpolitik. "Es liegt auf der Hand, dass wir die mütterliche Verantwortung um ein Vielfaches reduzieren müssen […] und vor allem müssen wir diese Verantwortung aufteilen", appelliert die Philosophin Elisabeth Badinter und resümiert: "Die gute Mutter ist für mich genauso selten wie Mozart. Sie ist ein Genie!"

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