Eine packende Voralpenstory – verteilt auf zwei Zeitebenen: zünftige Unterhaltung nach einem Roman von Roland Voggenauer.

Trügerische Idylle im bayerischen Voralpenland: Matthias (Florian Stetter) und Nelly Staudacher (Marlene Morreis), beide Ende 30, leben zusammen und doch gegeneinander. Matthias, ein naturverbundener, gefeierter Architekt, kann sich mit den konservativen Werten der kleinen Gemeinde, in der er und seine Frau leben, schlichtweg nicht arrangieren. Ganz im Gegensatz zu Nelly. Sie, die Tochter des Altbürgermeisters, will eine Wellnessoase am ortseigenen See hochziehen und damit die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer machen. Doch so etwas lässt das ZDF in seinem Montagsfilm "Die Frau aus dem Moor" aus dem Jahr 2014 natürlich nicht ungestraft durchgehen ...

Mit dem XXL-Hotel würde ein gutes Stück Grün verloren gehen, wogegen sich der Architekt des Hotels, Matthias, energisch zur Wehr setzt. Er will Luxus, der niemandem weh tut, und entwirft einen Gebäudekomplex, der das Land rund um den See schützt. Und dann das: Während eines kurzen Erfrischungsbades in eben diesem See stößt Matthias auf eine Leiche. Genauer: eine seit mehr als 150 Jahren vermisste Bäuerin, die bei Regen aus dem nahegelegenen Moor angeschwemmt wurde. Auf der Suche nach der Identität der Toten stößt Matthias nicht nur auf eine tragische Familiengeschichte, sondern auch auf Jugendbetreuerin Polly (Anja Antonowicz), der er Tag für Tag näher kommt.

Regisseur Christoph Stark gelingt hier eine starke Story, angelehnt an Roland Voggenauers Roman "Blut und Wasser". Gezeigt werden zwei Zeitebenen, beide packend, und das vor allem durch die Spielleistung von Florian Stetter ("Das doppelte Lottchen") als Matthias Staudacher und Rosalie Thomass ("Eine unerhörte Frau") als Anna Wimmer, die spätere Moorleiche.

Wer "Die Frau aus dem Moor" zusätzlich belebt, ist der Sensationen suchende Lokalreporter Karl Bauer, dargestellt vom großartigen Thomas Schmauser. Er verkörpert die Komik in all der Tragik, und was für eine. Während um ihn herum alles und letztlich auch er und seine nächste große Story den Bach runtergehen, nimmt er's mit Gelassenheit und ein paar Schnäpsen. Schmauser komplettiert eine nette Montagabendunterhaltung, die bewegt und amüsiert zugleich.


Quelle: teleschau – der Mediendienst