Die Rote Armee
06.12.2022 • 20:15 - 21:15 Uhr
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Originaltitel
L'Armée rouge
Produktionsland
F
Produktionsdatum
2021
Altersfreigabe
16+
Info, Geschichte

Zwischen Angriff und Verteidigung

Von Hans Czerny

Zu Zeiten des Kriegs in der Ukraine bringt ARTE einen Themenabend über "Angriff und Verteidigung im Namen der UdSSR". Zurückgeblendet wird auf die Zeit des "Großen Vaterländischen Krieges", der mit Hitlers Überfall 1941 beginnt. Dem Sieg Stalins folgt in Teil zwei (21.15 Uhr) der Kalte Krieg.

Die Geschichte von Hitlers furchtbarem Krieg im Osten wird in der sehenswerten ARTE-Dokumentation "Die Rote Armee" von Filmemacher Michaël Prazan aus der eher ungewohnten russischen Perspektive erzählt. Als Nazi-Deutschland im Juni 1941 mit mehreren Millionen Soldaten die Sowjetunion trotz eines Nichtangriffspaktes überfällt, ist die sowjetische Verteidigung völlig unvorbereitet. Stalin, der sich am 07. August zum Oberbefehlshaber ernennt, hat in den 30er-Jahren Generäle und Führungsoffiziere liquidieren lassen. Auch jetzt noch, nach dem Einmarsch, werden tausende umgebracht, weil sie den Angriff nicht aufgehalten hatten. Kleinste Fehler der Offiziere, wie vergessene Tagesberichte, werden zu Erschießungen benutzt. Stalin, der eine Heidenangst vor Verschwörungen hatte, ließ den Geheimdienst des NKWD bis in die letzten Winkel wüten, während der eindrucksvolle Kosakenchor die "sozialistische rote Armee" mit seiner Stimmgewalt hochleben ließ.

Ende September 1941 befanden sich mehr als zwei Millionen sowjetische Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft, die Deutschen standen 200 Kilometer vor Moskau, bevor der Wintereinbruch erfolgte. Hitlers Truppen waren am 15. November nur 20 Kilometer vom Kreml entfernt, bis am 01. Dezember von General Schuckow die Meldung kam: "Der Feind ist erschöpft!"

Was in der Doku folgt, ist, ein bildunterstützter, packender Geschichtsunterricht. Eher selten werden bei durchgängigem Kommentar auch Einzelschicksale wie das der russischen Scharfschützin Rosa Schanina beleuchtet, die an ihrem Tun fast verzweifelte. Die gewaltigen Detonationen und Schwarzweiß-Bilder aus Erdlöchern und Schützengräben legen ein erschütterndes Zeugnis ab, das immer wieder an den aktuellen Krieg in der Ukraine erinnert.

Rückzug aus Afghanistan

Im zweiten Teil greift die Dokumentation von ARTE France über den Weltkrieg hinaus. Nach Stalins Tod 1953 ernannte Chruschtschow den in Ungnade gefallenen Marschall Schukow zum Verteidigungsminister. Er verhalf der Armee zu neuem Ansehen, doch ihre Funktion der blieb rein repressiv – sie sorgte für Ordnung und Sicherheit. Mit ihrer Hilfe schlugen die Streitkräfte des Warschauer Pakts die Aufstände 1956 in Polen und Budapest sowie 1968 in Prag blutig nieder. Doch ihr Waterloo kam, wenn man so will, in Afghanistan. 1989 befahl Gorbatschows den Rückzug aus Afghanistan, im Dezember 1991 zerfiel die Sowjetunion.

Die Rote Armee – Di. 06.12. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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