Drogen - Eine Weltgeschichte
26.08.2018 • 19:30 - 20:15 Uhr
Report, Drogen
Lesermeinung
Eine 2500 Jahre alte skythische Mumie zeigt Spuren von Cannabis-Konsum.
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Professor Harald Lesch zeigt, wie Drogen Weltgeschichte schrieben.
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Der Biologe Robert Hofrichter erforscht die Bedeutung von Rauschpilzen in der Steinzeit.
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Wissenschaftler in Würzburg fanden Opiumrückstände in einem Krug aus der Bronzezeit.
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Hint
Die beiden Folgen "Drogen - Eine Weltgeschichte, "Zwischen Rausch und Nahrung" und "Zwischen Medizin und Missbrauch", sind ab Samstag, 25. August 2018, um 19:30 Uhr unter terra-x.zdf.de in der ZDFmediathek abrufbar
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
Report, Drogen

Von Bier und Pilzen

Von Andreas Schöttl

Mit einer zweiteiligen Dokumentation im Rahmen der ZDF-Reihe "Terra X" führt Harald Lesch vor, wie Drogen schon sehr lange die Geschicke der Menschheit begleiten und beeinflussen.

Der Astrophysiker, Naturphilosoph und Moderator Harald Lesch redet nicht lange um den heißen Brei. Gleich zu Beginn seiner zweiteiligen Dokumentation "Drogen – Eine Weltgeschichte", die nun im Rahmen von "Terra X" im Zweiten zu sehen ist, kündigt er an: "Heute brechen wir ein Tabu". Freilich liegt es dem Wissenschaftler fern, vielerorts als illegal eingestufte Substanzen auch nur irgendwie verherrlichen zu wollen. Doch in der Historie der Menschen hätten die Drogen diese eben auch schon immer begleitet, wie Lesch gewohnt sachlich und nüchtern aufklärt. So haben bereits die frühen Menschen der Steinzeit auf die bewusstseinserweiternde Wirkung von Pilzen gesetzt. Das belegen Felszeichnungen im Tassili-Gebirge der Sahara. Die Magic Mushrooms gelten somit als die ältesten bekannten Drogen. Ihre Geschichte reicht bis zu 15.000 Jahre zurück. Erstaunlich ist, dass Zeichnungen von Pilzen nicht nur in Afrika gefunden wurden, sondern auf nahezu allen Erdteilen von Papua-Neuguinea bis Spanien.

Vor rund 10.000 Jahren folgte ein anderer Schmierstoff. Noch heute rinnt dieser vielen durstigen Kehlen herunter: Bier! Experten wie Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg behaupten sogar: "Bier war im Prozess der Zivilisation ein ganz wichtiger Faktor."

Der Professor beruft sich dabei auf Ausgrabungen in Göbekli Tepe. In der frühesten menschlichen Siedlung im Südosten der Türkei fanden Nomadenvölker nicht nur immer wieder zusammen, um Informationen auszutauschen. Rauschende Feste förderten die Geselligkeit, die mit der Entwicklung der Landwirtschaft auch die Sesshaftigkeit unterstützt hatte. Dass bei diesen Feiern auch reichlich Bier getrunken wurde, belegen Rückstände des Gerstensaftes, der in uralten Steingefäßen isoliert werden konnte.

Über eben Alkohol und Pilzen spannt Lesch in seiner informativen Zeitreise den Bogen bis zum Opium und schließlich zur modernen Medizin. Im zweiten Teil seiner Doku zeigt er am Sonntag, 2. September, 19.30 Uhr, unter anderem, wie hochwirksame, wichtige Medikamente entstehen – aber erst viel zu spät eine verhängnisvolle Sucht erkannt wird.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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